Bourbonnais: Eine erste Kaderanalyse – Defense

Quelle: Kevin Fishbain, The Athletic

Unaufhaltsam, man könnte fast sagen per Bull-Rush, nähert sich die neue Saison und alle werden schon ganz hibbelig. Kommende Nacht (MEZ) gibt es erstmals seit der bitteren Wildcard-Pleite Anfang Januar wieder Live-Football im Soldier Field zu sehen, wenn die Bears die Panthers im ersten Vorbereitungsspiel empfangen.

In den vergangenen Tagen haben wir bereits die Offense vorgestellt und analysiert. Heute ist das Herzstück der Franchise dran: Wir analysieren die Defense. Traditionell hat die Defense in Chicago ein besonderes Gewicht: Schon Anfang der 1940er Jahre etablierte sich der marchiarsche Beiname “Monsters of the Midway“, den die legendären 1985er Superbowl-Gewinner, die ihre Gegner mit der äußerst aggressiven, nie dagewesenen 46-Verteidigung regelmäßig aus dem Stadion „prügelten“, reinkarnierten. Demnach sind die meisten Legenden der Bears auf der defensiven Seite des Balls anzutreffen. Wie bereits angekündigt wird Beardown Germany über die nächsten Monate einige von ihnen vorstellen oder hat dies bereits getan (siehe Brian Urlacher). Aber ich schweife ab.
In diesem Artikel beackern wir für die Analyse, wie auch schon bei der Offense, drei Bereiche:

Erwartungen für 2019:

Hier sind für mich hauptsächlich zwei Aspekte spannend.
Erstens: Kann die (in vielen wichtigen Bereichen) beste Verteidigung der NFL im Jahr 2018 ihr unfassbar hohes Niveau halten oder gibt es, anderen Beispielen wie den Jaguars folgend, eine Regression zu beklagen?
Zweitens: Was plant der neue Defensive Coordinator Chuck Pagano und können die Spieler seine Philosophie umsetzen?

Kaderfights:

Die Granaten-Defense der letzten Spielzeit konnte weitestgehend gehalten werden, sodass sich die Starter (fast) von allein aufstellen. Nur zwei bekannte Namen haben die Bears verloren: Adrian Amos an die Packers und Bryce Callahan an die Broncos. Wer hat Chancen diese Spieler zu beerben? Wer spielt sich in Bourbonnais in den 53er-Kader? Wer verspielt seinen Zugang zum Kader und fliegt? Edit: Ein Satz zur ersten, inoffiziellen Depth Chart, die gerade – nach Fertiggstellung dieses Artikels – veröffentlicht wurde: In der Vorbereitung kann noch viel passieren.

Nachts-ruhig-schlafen-Skala (NRS-Skala):

In der Offseason betätigten sich die Verantwortlichen von EA Sports als wahrhaftige Gefahrensucher und gaben für das Videospiel “Madden NFL 20“ teils absurde Ratings zur Bewertung der Spielerstärken heraus. Ich bin da nicht so lebensmüde und werde meine bescheidene Einschätzung – die Skala reicht von einer desolaten 1 (oh mein Gott, ich krieg‘ die ganze Nacht kein Auge zu) bis zur Elite 10 (ich schlafe durch wie ein Baby) – mit Bedacht und äußerster Sorgfalt vornehmen, damit nicht eines Tages Akiem Hicks vor meiner Tür steht.

Los geht es auch direkt bei Hicks und Co. an der Line of Scrimmage, ehe wir uns bis ins Backfield durchschlagen.

Defensive Line

Erwartungen für 2019:

Viel zu meckern gab es im letzten Jahr nicht. Die Defensive Line der Chicago Bears war eine der besten der gesamten NFL. In einer 3-4-Defensive spielend war dies der Verdienst von Nose Tackle Eddie Goldman sowie seinem Enfant Terrible Akiem Hicks und – in Rotation – Bilal Nichols, Roy Robertson-Harris und Jonathan Bullard. Robertson-Harris und Bullard spielten in allen 16 Regular Season Spielen, 2018er Rookie Nichols in 14 – darunter 6 von Beginn an. Am Ende wurde er dank bärenstarker Leistungen ins NFL All-Rookie-Team gewählt. Wie sich diese Leistungen in Zahlen ausdrückten, hat Euch Kollege BenjaminBDG in seinem Artikel gezeigt.
Was also 2019 verbessern? Hicks selbst meinte während eines Interviews im Trainingscamp, dass es immer Wege gäbe, sich zu verbessern. Man solle nie satt werden. Auf die Frage, was er persönlich verbessern wolle, gab er die etwas nebulöse Antwort: „Das seht ihr in Week 1!“. Man darf also gespannt sein.
Was Bilal Nichols angeht: Seine Fähigkeit nach dem Snap möglichst schnell in den Stand zu “explodieren“, ist überragend. Aber er sollte in Bourbonnais weiter an seinem Run-Blocking arbeiten. Beim seitlichen Blocking parallel zur Linie machte er gute Fortschritte, ebenso bei den Handtechniken, aber als Gegner begannen, ihn per Double-Team mit Powerblocks einzudecken, kam er an seine Grenzen. Ein guter Lehrmeister könnte hier oft erwähnter Akiem Hicks sein, der nicht der Schnellste ist, aber über eine unglaubliche Power verfügt. Oder wie er selbst es in Bezug auf die Madden-Bewertung formulierte: „I’m not worried about my speed as long as my strength is 2000!“

Hicks: Looks like a 2000 to me… Quelle: Windy City Gridiron

Kaderfights:

Hicks‘ und Goldmans Stammplätze sind in Stein gemeißelt. Nichols wird ebenfalls mehr Einsatzzeiten bekommen. Dahinter beginnt das Backup-Gerangel. Denn Robertson-Harris und Bullard sind für mich keine echten Playmaker, zu dem Nichols gerade reift. Zugegeben, Robertson-Harris besitzt einen soliden Pass Rush über die Innenseite und könnte aufgrund seiner College-Erfahrung als Linebacker auch Outside auf Quarterback-Jagd gehen. Diese Wandelbarkeit dürfte Chuck Pagano gefallen. Das heißt, vier der vermutlich fünf Plätze im Kader sind belegt.
Sollte sich das Trainerteam nicht dazu entscheiden, sechs D-Liner in den Kader zu berufen, kämpft wohl eben erwähnter Bullard um den letzten freien Platz mit Abdullah Anderson, Daryle Banfield, Jalen Dalton, Jonathan Harris und Veteran Nick Williams. Anderson (23 Jahre jung) verbrachte das letzte Jahr im Practice Squad. Am College (Bucknell) war er ein Star mit beeindruckenden Statistiken. Sein Vorteil: Er spielte Nose Tackle und könnte Goldman bei Verletzungen ersetzen. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir in Bourbonnais sehen, ob das Jahr im Practice Squad einen NFL-Profi aus ihm gemacht hat. Die Anlagen sind da.

Meine Einschätzung:

Kader: Abdullah Anderson, Eddie Goldman, Akiem Hicks, Bilal Nichols, Roy Robertson-Harris
Practice Squad: Jalen Dalton
Cut: Daryle Banfield, Jonathan Bullard, Jonathan Harris, Nick Williams

Nachts-ruhig-schlafen-Skala (NRS-Skala):

Die Defensive Line sollte bei Verletzungsfreiheit auch dieses Jahr eine der stärksten der Liga sein. Akiem Hicks‘ jüngste Aussagen (“I want more“, „I wanna take my next step“, “It’s not enough”) befeuern dies. Außerdem entdecke ich an der Line eine unglaublich wichtige Mentalität, sich gegenseitig zu pushen und einander besser zu machen. Bears-intern, defensiv wie offensiv, ganz klar eine der stärksten Positionsgruppen.
NRS-Skala: 9/10

Outside Linebacker

Erwartungen für 2019:

Dass die Defensive Line eine der besten der Liga war, lag natürlich nicht ausschließlich an den Linemen selbst, sondern eben auch an den Linebackern, die vorne erstklassig halfen. Gerade der Edge-Rush war sensationell gut und trug einen Namen bzw. vier unheilvolle Buchstaben: MACK. Er spielte – den Monsters of the Midway alle Ehre machend – eine Monster-Saison, was ihn nach einer Umfrage unter den Aktiven zum drittbesten Spieler der gesamten NFL machte. Hinzukommt, dass er aufgrund einer Knöchelverletzung überhaupt “nur“ 72% der defensiven Snaps spielte, bei den Raiders waren es an die 90%. Durch seinen inneren Antrieb, einer der Besten zu werden, die je auf dieser Position gespielt haben, liegt für 2019 eine weitere Leistungssteuerung in der Luft, was, zugegebenermaßen, ziemlich unheimlich, aber nicht unrealistisch wäre.
Sein Gegenüber, der verletzungsgebeutelte Leonard Floyd, konnte 2018 erstmals über alle 16 Spiele gehen, selbst wenn er die erste Saisonhälfte aufgrund einer gebrochenen Hand mit einem Verband spielen musste. Erst als der Verband endlich weg war, konnte er seine Fähigkeiten auf den Rasen bringen. Floyd braucht seine Hände und Arme, um die Gegner mit Technik und Schnelligkeit zu schlagen. Wenn er diese Fähigkeiten im Camp weiter perfektioniert und seinen Gegenüber ab und an auch mal mit Kraft und Standfestigkeit überrumpelt, wäre ich über eine Verdoppelung seiner letztjährigen Sack-Anzahl nicht überrascht (von vier zu acht).

Kaderfights:

Da ich bei den Outside Linebackern von fünf Kaderplätzen ausgehe, bleiben drei Plätze für die Backups. Aaron Lynch wird seinen Platz sicher haben, da er letzte Saison ein solider Ergänzungspieler war. Um den Startern etwas mehr Verschnaufpausen und sich selbst etwas mehr Einsätze zu verschaffen, darf er gerne an seiner Konstanz arbeiten. Mit einer Offense, die (hoffentlich) länger auf dem Feld sein wird als letztes Jahr und zwei topfitten und verletzungsfreien Startern, sehe ich für ihn jedoch weniger Einsatzzeit.
Isaiah Irving, der letztes Jahr bei 13 Einsätzen acht Tackles und einen Sack zu verzeichnen hatte, muss sich im Camp einen Rosterplatz erst verdienen. Ein Vorteil: Seine Erfahrung. Ein Nachteil: Seine Eindimensionalität. Bei 69 seiner 76 Pass Rushes wurde er rechts aufgestellt, bei 7 links. Wie bereits von Kollege BenjaminBDG beschrieben sind die Herausforderer Mathieu Betts, Kylie Fitts, James Vaughters und Chuck Harris.
Kylie Fitts hat meiner Einschätzung nach keine schlechten Karten, es ins Team zu schaffen. Er geht in seine zweite Saison und hat von den Jungs vor ihm und durch Einsätze im Special Team viel aufsaugen können. Durch seine Größe und Statur war er im Camp in der Lage, Offensive Tackles regelmäßig zu schlagen. Sein Pass Rush hat sich entwickelt. Und er fühlt sich links wie rechts wohl. Zudem sehe ich bei ihm eine bessere Lauf-Verteidigung als bei Irving.
Mathieu Betts ist der Undrafted Free Agent, von dem Chuck Pagano nach eigener Aussage bisher am meisten beeindruckt war. Im Camp konnte er vor allem durch seine Explosivität nach dem Snap auf sich aufmerksam machen. Seine alten Mannschaftskameraden beschreiben ihn als Workaholic. Nicht die schlechteste Eigenschaft für jemanden, der es unbedingt ins Team schaffen möchte.
UDFA Chuck Harris ist ein Kraftpaket, dessen beachtlicher Bull-Rush in Bourbonnais immer wieder zu besichtigen ist.

Meine Einschätzung:

Kader: Mathieu Betts, Kylie Fitts, Leonard Floyd, Aaron Lynch, Khalil Mack
Practice Squad: Chuck Harris
Cut: Isaiah Irving, James Vaughters

Nachts-ruhig-schlafen-Skala (NRS-Skala):

Wie so oft hängt auch hier viel davon ab, ob die Starter fit bleiben. Denn nach Mack und Floyd und – mit Abstrichen – Lynch wird es dünn. Floyds Verletzungshistorie lässt friedlichen Schlaf einfach nicht zu. Macks unglaubliches Talent gleicht das wieder aus.
NRS-Skala: 8,5/10

Inside Linebacker

Erwartungen für 2019:

Kommen wir zum dynamischen Duo im Zentrum: Bei Danny Trevathan und Roquan Smith fühlte ich mich so manches Mal an Batman und Robin erinnert.

Smith (links) und Trevathan, das dynamische Duo Quelle: chicagobears.com

Auf der einen Seite Danny “Batman“ Trevathan, der Veteran, der weiß, wie der Running Back läuft und der mit den Broncos bereits den Superbowl gewann. Er war (fast) immer in der Nähe des Balls und spielte er in den vergangenen Jahren mal nicht, sah die Defense immer schlechter aus als mit ihm. Er ist schlichtweg eine verlässliche Größe und (noch) unverzichtbar für das Bears Spiel.
Auf der anderen Seite Roquan “Robin“ Smith, der junge Dachs oder – um im Bild zu bleiben – Cub. In seiner Rookie-Saison nahm Trevathan ihn an die Hand. Smith spielte beeindruckend auf, verpasste aber vor lauter Übermut und Geschwindigkeit so manches vermeintlich sichere Tackle. Dennoch deutet einiges darauf hin, dass Trevathan 2019 sein letztes Jahr in Chicago spielt. Im Camp übernimmt Smith bereits vermehrt die Kommunikation der Spielzüge. Es ist offensichtlich, dass er über kurz oder mittellang mehr Verantwortung tragen wird und vielleicht schon 2020 der neue Batman ist.
Unter Chuck Pagano, der ein aggressives Playcalling bevorzugt, darf in der kommenden Saison auch vermehrt mit Druck aus dem Zentrum – also Interior Blitzing durch die Inside Linebacker – gerechnet werden. Ein Stilmittel, das Vic Fangio seltener nutzte.

Kaderfights:

Nick Kwiatkoski geht in die vierte Saison mit den Bears. Er war mal Starter und ist dank der enormen Qualität im Roster nun ein solider Backup. Ausgehend von vier Kaderplätzen für die Inside Linebacker heißt das, Joel Iyiegbuniwe (Iggy) wird um seinen Kaderplatz mit Kevin Pierre-Louis, Jameer Thurman und Josh Woods kämpfen müssen. Im Trainingscamp brauchte Iggy etwas Anlaufzeit, um zu zeigen, weshalb die Bears ihn brauchen. Gerade seine Anlagen im Pass Rush könnten ihm in die Karten spielen (Stichwort Interior Blitzing).
Anfang Mai verpflichteten die Bears Kevin Pierre-Louis, nachdem die Jets ihre Option für 2019 nicht gezogen hatten. Pierre-Louis war zuvor bereits Backup bei den Seahawks und Chiefs gewesen. Seine Erfahrung wird ihm zugutekommen, wenn er Iggy herausfordert.

Meine Einschätzung:

Kader: Joel Iyiegbuniwe, Nick Kwiatkoski, Roquan Smith, Danny Trevathan
Practice Squad:
Cut: Kevin Pierre-Louis, Jameer Thurman, Josh Woods

Nachts-ruhig-schlafen-Skala (NRS-Skala):

Insgesamt ist das Linebacker Corps der Bears eines der besten der Liga. Nach seiner starken Rookie-Saison prophezeien viele Experten Roquan Smith einen weiteren Schritt nach vorne. Wenn er diesen an der Seite von Trevathan macht, ist alles gut. Nur die Qualitätstiefe bereitet mir auch hier etwas Sorge.
NRS-Skala: 7/10

Safety

Erwartungen für 2019:

Chuck Pagano Quelle: Chicago Suntimes

‘If it ain‘t broke, don’t fix it‘ lautet eine englischsprachige Redewendung. Nun ist die Defense der Bears nicht nur nicht kaputt, sondern quasi in scheckheftgepflegtem Topzustand. “I walked into the very best situation … that anybody could walk into,” sagte Chuck Pagano zu Amtsantritt in einem Interview. Er hat die interessante Aufgabe eine gut geölte Maschine noch leistungsfähiger zu machen, indem er an kleinen Stellschrauben dreht. Neben dem bereits erwähnten Interior Blitzing könnte eine weitere Veränderung die Deckung in der Secondary sein.
Unter Vic Fangio gab es in Chicago zumeist Zonenverteidigung zu sehen. Im Camp ließ Pagano jetzt Cover 1 trainieren, also Manndeckung mit einem tiefen Safety, der das gesamte Backfield patrouilliert. Dieser Free Safety war Eddie Jackson. Die Erwartungen an ihn könnten höher kaum sein, zumal Pagano in einem Interview mit Chicago Suntimes nochmal einen drauflegte und die Anlagen und Instinkte Jacksons mit denen von Ed Reed, den er selbst auch trainierte und der letztes Wochenende passenderweise in die Hall of Fame aufgenommen wurde, verglich. Pagano über Jackson: „The sky is the limit for a guy like that.“

Kaderfights:

Wie schon erwähnt, hat Adrian Amos die Bears verlassen und Ha Ha Clinton-Dix ist als sein Nachfolger geholt worden. Seit diesem Zeitpunkt wird kontrovers darüber diskutiert, wer nun der bessere Safety ist. Dabei lautet die eigentliche Frage: Wer passt besser in Paganos Defensiv-Konzept? Leider verpasste Clinton-Dix die ersten Einheiten in Bourbonnais aufgrund einer Knieprellung, aber inzwischen ist er mittendrin. Dass er ebenfalls den Free Safety in einer Manndeckung (Single-High) spielen kann, hat er bereits bewiesen. Jackson jedenfalls wird sich freuen, dass er mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden aus Alabama wieder vereint ist. Dieses unsichtbare Band setzt sicher ein paar Körner mehr frei. Clinton-Dix‘ allererster Karriere-Touchdown ist – eingebettet in dieser talentierten Defense – vorprogrammiert.
Der dritte Mann Deon Bush hat seine Sache gut gemacht, sobald er die Chance dazu bekam. Es ist nicht einfach, Ersatzspieler hinter zwei so guten Starten zu sein. In vielen anderen Teams hätte er sicher mehr Einsatzzeit auf der Uhr, wobei Bush seit 2016 kontinuierlich seine Spielbeteiligungen steigern konnte. Arbeiten sollte er im Trainingscamp vor allem an seinen teils ausschweifenden Laufwegen: Manchmal passt der Winkel einfach nicht, mit dem er einen Ballträger attackiert, was zu missratenen Tackles führt.
Auch die Option, dass alle drei gemeinsam auf dem Feld stehen, ist unter Pagano denkbar und wurde schon trainiert.
Übrig bleiben der erfahrene DeAndre Houston-Carsen, der bisher zumeist im Special Team eingesetzt wurde, und der 23-jährige UDFA Doyin Jibowu. Beide kämpfen um den letzten Kaderplatz, wobei Jibowu wohl nicht mal eine Außenseiterchance hat.

Meine Einschätzung:

Kader: Deon Bush, Ha Ha Clinton-Dix, DeAndre Houston-Carson, Eddie Jackson
Practice Squad: Doyin Jibowu
Cut:

Nachts-ruhig-schlafen-Skala (NRS-Skala):

Mit dem angesagtesten jungen Safety der Liga auf dem Feld, ist jede Minute Defense-Football eine Freude. Es macht Spaß, diesem talentierten Jungen zuzusehen. Ich gehe fest davon aus, dass er Clinton-Dix den Einstand so leicht wie möglich machen wird und diesen zu guten Leistungen herausfordern kann. Das wäre dann übrigens die nächste Stufe auf dem Weg zum Anführer: Auch die anderen besser zu machen.
NRS-Skala: 8/10

Cornerback

Erwartungen für 2019:

Da Chuck Pagano, wie bereits bei den Safetys erwähnt, gern Mann gegen Mann verteidigen lässt (umgesetzt mit bis zu sechs Backs auf dem Feld), ist Qualität im Cornerback Corps besonders wichtig. Denn auch in Chicago werden wir so etwas künftig häufiger sehen.

Kaderfights:

Bei den Startern gibt es zunächst klare Verhältnisse: Prince Amukamara und Kyle Fuller sind unangefochten als Outside Cornerbacks gesetzt (zusammen letztes Jahr zehn Interceptions). Dahinter reiht sich als Ersatzmann der junge Kevin Toliver (23) ein. Er lieferte sich in Bourbonnais schon etliche heiße Duelle mit Wide Receivern und ging oft als Sieger hervor. Eine Leistungssteuerung für 2019 ist also zu erwarten.
Auf der Slot-Position wird es interessanter: Buster Skrine, der als Ersatz für den abgewanderten Bryce Callahan verpflichtet wurde, zeigte im Camp bisher Licht und Schatten. Anfangs war er etwas steif in der Hüfte und ließ Receivern zu viel Raum. Die letzten Tage hat sich das drastisch gewandelt. Er war präsent und aggressiv. Er war der Slot Corner, der er sein soll und den die Bears so teuer bezahlen. Anthony Miller ist an ihm verzweifelt. Eine tiefergehende Analyse zu Skrine findet Ihr hier.
Konkurrenz bekommt Buster Skrine durch Sechstrunden Draftpick Duke Shelley (College Kansas State), der gar nicht daran denkt, Einsatzzeiten ehrfurchtsvoll an Skrine abzutreten. Eines der spannendsten Duelle um Spielzeit – mit offenem Ausgang. Meiner Einschätzung nach wird der erfahrene Skrine in Week 1 den Vorzug erhalten.
Sherrick McManis kam letztes Jahr ebenfalls als Slot Corner zum Einsatz, nachdem Callahan sich verletzt hatte. Hauptsächlich läuft er allerdings als Kapitän des Special Teams auf und wird dort seine Einsatzzeiten sammeln.
Fuller, Amukamara, Toliver, Skrine, McManis und Shelley besetzen sechs Spots. Nach meiner Rechnung wäre aber noch ein siebter Platz bei den Cornerbacks frei. Berichten zufolge soll sich John Franklin III sehr gut machen im Camp. Er ist schnell und könnte über das Special Team in den Kader rutschen. Ich glaube aber, dass es für ihn nicht reichen wird. Eine positive Überraschung könnte Siebtrunden Draftpick Stephen Denmark werden. Er ist schnell, physisch stark und hat Erfahrung mit dem Bällepflücken (am College war er zunächst Wide Receiver). In Bourbonnais hat er bis heute mehr Snaps gesehen, als viele vielleicht erwartet hätten. Verglichen wurde Denmark bereits mit Richard Sherman. Und das nicht nur wegen seiner Frisur.

Meine Einschätzung:

Kader: Prince Amukamara, Stephen Denmark, Kyle Fuller, Sherrick McManis, Duke Shelley, Buster Skrine, Kevin Toliver
Practice Squad: John Franklin III
Cut: Clifton Duck, Rashard Fant, Michael Joseph, Jonathon Mincy

Nachts-ruhig-schlafen-Skala (NRS-Skala):

Eine homogene Gruppe mit viel Big-Play-Potenzial und einer beruhigenden Qualitätstiefe.
NRS-Skala: 7/10

FaBear
sportbegeistert bis ins flauschige Frottee von Jim McMahons Schweißband. Deshalb hat auch er einiges selbst ausprobiert, ohne dass jemals nennenswert über ihn berichtet worden wäre. Traumatisiert von diesem Umstand, entschied er sich im gesetzten Alter auf die andere Seite zu wechseln und künftig über Athleten zu schreiben, die wissen, was sie tun. Seit 2019 betrifft das insbesondere die Jungs der Chicago Bears nebst ihren Kontrahenten aus der NFL.