Chefsache: Mein Bruder im Geiste

Freunde der Sonne! Ich wollte euch eigentlich mit einem neuen Format überraschen. Euer Chefkritiker will nun (auch) positive Vibes ausstrahlen. Dazu kommen wir dann allerdings doch erst zu einem späteren Zeitpunkt, denn zuletzt hat sich so einiges bei mir angestaut. Dementsprechend folgt heute nicht nur ein neuer Teil meiner Kolumne „Chefsache“, nein, heute gibt es direkt die XXL Version.

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Kennt ihr das, ihr liest eine oft verwendete Überschrift und wisst schon im Vorfeld, dass das Folgende absolut (ähm… UNZULÄNGLICH! Unzulänglich ist das Wort.) ist? Das assoziiere ich bei der Verwendung von „The Truth“ oder „die Wahrheit über…“.

Ich könnte euch jetzt erzählen, dass Trubisky genauso viele INT hatte, wie Mahomes oder Rivers und damit weniger als QB-Gott Mayfield, Luck oder Newton. Aber selbst die im Video anwesenden Personen waren von sich selbst gelangweilt:

Somit jetzt mal ganz philosophisch: Was ist schon die Wahrheit? Gibt es überhaupt die eine Wahrheit? Wir alle haben unsere subjektive Wahrnehmung, auch die Medien und deren Quellen. Ein Beispiel gefällig? PFF sagt, Trubisky wirft viele Turnover (siehe Video), oder zumindest viele Bälle, die ein Turnover hätten sein sollen (siehe Tweet unten). (Edit: Nach einem netten Hinweis auf Twitter sei hier nun vermerkt, dass es sich im Tweet nicht um die Meinung des Unternehmens, sondern um die des Mitarbeiters hält.)

Das ist ein Unternehmen, das Statistiken und Analysen macht, die sagen die Wahrheit oder? Naja, die Unternehmensbeschreibung von Football Outsiders würde wohl gleich ausfallen und die sehen Trubisky in dieser Art von Würfen auf Platz 11. Wer sagt denn nun die Wahrheit? Ist Statistik & Analyse eventuell auch subjektiv beeinflusst? Nach der Ausführung kann sich die Frage jeder selbst beantworten, nur ist PFF wohl eines der arrogantesten Unternehmen und würde diese Ausführung niemals unterschreiben, könnten sie diesen deutschen Text lesen.

Inzwischen sollte jeder Mensch wissen, den einzig wahren Durchblick erhält man durch das QB Tagebuch auf BDG, keine Frage. (direkt nochmal versteckte Werbung eingebaut, ich gottverdammtes Genie)

Abschließend bleibt festzuhalten, dass PFF es zuletzt immer und immer wieder in diese Kolumne schaffte. So langsam verknüpfe ich wohl allein den Namen mit (UNZULÄNGLICH! Unzulänglich meinte ich).

Mein neues Freitags-Ritual

Meine Freitage beinhalten seit geraumer Zeit eine neue Konstante, die „Storytime with Earl“ Geschichten. Der ehemalige Bears WR Earl Bennett versucht sich derzeit ein neues Standbein im Mediensektor aufzubauen, indem er einmal alte Kontakte nutzt und auf Augenhöhe mit alten Weggefährten, wie Robbie Gould, ein Interview führt, oder eben in der genannten Rubrik alte Insider Geschichten auspackt.

Neuerdings versucht sich auch sein damaliger Bears Teamkollege D.J. Moore daran, den Lesern interessante Einblicke in die damalige Zeit zu verschaffen. Alles gut und schön. Lese ich gerne, bis zu dem Moment, wenn die neugeschaffene Plattform dafür ausgenutzt wird, um eine Runde Mitleid für sich selbst zu erhaschen.

D.J. Moore braucht das allerdings, so scheint es. Dazu bedient er sich an der einfachsten Formel der Chicagoer Medienschule: Erwähne Jay Cutler negativ. Schmücke das Ganze noch damit aus, dass du selbst für Gerechtigkeit und freie Meinungsäußerung bist und schon erhälst du das Balsam für deine Seele.

Lieber D.J. Moore, es ist einfach Jay Cutler Fehler zuzuschreiben, gerade wenn es ein offensichtlicher Ausrutscher, wie der angesprochene Schubser gegen Webb ist. Es ist einfach zu sagen, ich habe nur Kritik geäußert, weil er sie dafür verdiente.
Es ist einfach zu sagen, ohne die Aktion hätte ich vermutlich noch einen Job.

Auch unter diesem Artikel werden mehr Leute für dich in die Bresche springen, als mir zuzustimmen. Immerhin ist dein Opfer der „enfant terrible“. Opfer trifft es jedoch sehr gut, denn immerhin lag er auch in dem Spiel bereits 3x auf dem Boden, nachdem er im Vorfeld bspw gegen die Giants 8x in einer Halbzeit gefällt wurde. Unerwähnt bleibt das zuschnüren der Schuhe Webbs im Huddle. Aber warum differenziert, wenn man in der einfachen Variante doch mehr Schulterklopfer einheimst.

Klasse wäre es, zuzugeben, dass man gegen die Anordnung des Chefs gehandelt hat. Das ist übrigens nichts verwerfliches, sondern läuft in jedem gut geführten Unternehmen so, dass solche Angelegenheiten intern geklärt werden, um eben den Aufschrei möglichst klein zu halten. Das ging durch deine Aussage damals in die Hose.
Klasse wäre es, nach all den dadurch erlittenen Repressionen ehrlich zu schreiben: Cutler hat aus Frustration einen Fehler gemacht, ich jedoch auch, denn meine Aussage war vielleicht meine Meinung, doch hat dem Team einen Bärendienst erwiesen.

Chance vertan.
Demnächst scrolle ich über dich hinweg.

Geplatzter Traum

Die Fans unseres Rivalen haben noch nicht aufgegeben und das ist ihr Recht. Wer sich die Sachlage jedoch genau anschaut, erkennt einen eher nach unten gerichtete Pfeil. Ich bin allerdings Bears Fan und dementsprechend wird mich sowieso keiner der Bande ernst nehmen.

Ein gutes Beispiel lieferte dieser Random-Fan.

Die Packers Defensive Font ist nicht schlecht, doch muss man sie direkt so krass pushen? Sie nicht einmal die zweitbeste in der North. Das ist jedoch nichts, was mir fremd ist. Um ehrlich zu sein, erinnert mich sowohl die Besetzung der Front, als auch der Hype um sie von Fanseite aus, an die Bears Front 2015. Was hatten wir nicht für große Erwartungen an Willie Young, Lamarr Houston, Eddie Goldman (Rookie), Jay Ratliff und Pernell McPhee. Unser Traum platzte ziemlich schnell. Wir mussten nach Saisonbeginn aufwachen. Aus Packers Sicht war das allerdings sogar ein langer Traum. Keine 24 Stunden später musste die Fans die Meldung verkraften, dass Mike Daniels entlassen wird.

Was sagt uns das über die Packers?

Für sie boten sich zwei Optionen: 1. Ein Jahr mit Daniels weiterspielen und 2021 einen Pick zur Kompensation bekommen, oder 2. Gehörig viel Cap Space und einen Kaderplatz für junge Spieler generieren.

Ein Team, das sich im Rennen um den Titel sieht, wählt in jedem Fall die erste Option. Die Packers unterstreichen mit der Entscheidung ein weiteres Mal, dass sie sich nicht in dieser Position sehen. Nur die Fangemeinde liegt noch im Bett, doch bald werden auch bei ihnen die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster einfallen.

#78

Die NFL Top100 wird gerade wieder ernannt und auf Platz 78 hat es welcher Spieler geschafft?

So… da muss ich aber mal ganz dringend los, doch dafür habe ich ja meinen Bruder im Geiste heute dabei.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.