Bourbonnais: Eine erste Kaderanalyse – Offense

Quelle: Beargoggleson.com (photo by Stacy Revere/Getty Images)

Nachdem BenjaminBDG Euch in seinem Artikel das Gesicht der Bears-Offense zur kommenden 100. Saison im Zuge des Startschusses des Trainingscamps detailliert vorgestellt hat, heißt es heute – wie man bei uns im Norden so schön sagt – Butter bei die Fische! Wer schafft es in den 53-Mann-Kader und wer wird gecuttet? Wer hat gute Chancen einem etablierten Spieler Touches zu klauen?

In diesem Artikel wollen wir Euch einen Ein- und Ausblick gewähren, was in Bourbonnais passiert und passieren könnte. Dazu haben wir jede Positionsgruppe in drei Themenbereiche heruntergebrochen:

Erwartungen für 2019:

Wie lief die abgelaufene Saison für das jeweilige Corps? Was wurde geleistet, was verbockt und – daraus resultierend – welchen Schritt erwarten wir im Camp?

Kaderfights:

In den letzten Jahren durfte man sich während der Trainingscamps zumeist vordergründig die Frage stellen, welche Spieler in Week 1 eigentlich starten werden. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Da die Bears eine schlagkräftige Truppe aus gestandenen Veterans und vielversprechenden jungen Talenten beisammen haben, sind bis auf wenige Ausnahmen kaum Diskussionen bei den Startern möglich. Vorausgesetzt alle bleiben fit, was naturgemäß eher unwahrscheinlich ist. Wir geben Euch Einschätzungen dazu, wer es in den Kader schaffen könnte und wie die Einsatzzeiten in der neu zusammengesetzten Offense verteilt sein könnten.

Nachts-ruhig-schlafen-Skala (NRS-Skala):

Abschließend das Fazit: Wie gut kann ich aufgrund der vorhandenen Qualität in der Positionsgruppe nachts noch schlafen? Die Skala erstreckt sich von einer desolaten 1 (oh mein Gott, ich krieg‘ die ganze Nacht kein Auge zu) bis zur Elite 10 (ich schlafe durch wie ein Baby).

So, und nun genug gelabert: Beginnen wir also mit der Offense, alphabetisch sortiert:

Offensive Line

Erwartungen für 2019:

Die guten Leistungen der O-Line hatte BenjaminBDG schon erwähnt. Das erste Mal seit beträchtlichen 12 Jahren wurden zum Ende einer Saison zwei Bears-O-Liner in den Pro-Bowl berufen: Charles Leno Jr. und Cody Whitehair. Die Starting Five an der Line of Scrimmage ließ ligaweit die achtwenigsten Sacks zu (33), was unserem unerfahrenen Quarterback die nötige Zeit und Ruhe gab zu werfen. Außerdem kassierte die gesamte Line lediglich 5 Flaggen wegen Holding (NFL-weit gab es 17 Linemen die alleine mehr zu verzeichnen hatten als Chicagos komplette O-Line). Luft nach oben gibt es dennoch: Das Run Blocking muss verbessert werden. Mit durchschnittlich 4,1 Yards pro Laufversuch rangieren die Bears auf Platz 26 der Liga. Nur aufgrund Trubiskys 421 Rushing Yards, die zumeist aus der Not heraus geboren waren, trudelte man beim Laufspiel mit 121,1 Yards / Spiel immerhin auf Rang 11 ein. Ob diese Zahlen nun allein der O-Line oder nicht auch dem letztjährigen Running Back Corps anzukreiden sind, lasse ich vorerst offen (mehr dazu: siehe Running Backs).

Right Tackle Bobby Massie wird im Camp das Vergnügen haben, erstmals gegen Naturgewalt Khalil Mack verteidigen zu dürfen. Mack war in der letzten Vorbereitung noch nicht dabei gewesen. Für Massie, vermeintlich schwächstes Glied der O-Line-Kette, ist das natürlich eine tolle Möglichkeit, sich auf allerhöchstem Niveau zu messen und zu verbessern, gerade hinsichtlich der Geschwindigkeiten von Elite Edge Rushern. Gut, dass ihm im Ligabetrieb nur selten solche Kaliber gegenüberstehen.

Kaderfights:

Bei der O-Line gibt es nur Chance auf Einsatzzeit, wenn sich ein Starter verletzt. Wir wollen hier ganz sicher nichts beschreien, aber Führungsspieler und Fanliebling Kyle Long (Right Guard) beispielsweise hat im Laufe seiner Karriere schon viele Verletzungen erlitten und sich unzähligen Operationen unterziehen lassen müssen. Allein in der letzten Offseason ließ er sich an Ellbogen, Nacken und Schulter operieren. Dieses Mal war es der rechte Knöchel. Zwar ist Long fit und gesund ins Trainingslager gereist, aber bei seiner Verletzungshistorie und den bisherigen Einsatzzeiten in den Knochen ist es unwahrscheinlich, dass er alle 16 Spiele zur Verfügung stehen wird.
Das dürfte zusätzliche Motivation für die potenziellen Backups bedeuten. Auf den Positionen der Guards konnte an Tag 1 im Camp besichtigt werden, dass Alex Bars, nach Kreuzbandriss zugezogen im letzten Jahr noch bei den Fighting Irish, wieder einsatzfähig, und Ted Larsen ihre Einsatzzeiten in der zweiten Reihe bekamen. Reserve-Center war Sam Mustipher, Undrafted Free Agent aus Notre Dame.
UDFA Joe Lowery, auf der Position des Guards bei den Ohio Bobcats Leistungsträger und Kapitän, dürfte aufgrund seiner Statur (2,01m bei 139kg) die verletzungsbedingte Abwesenheit von Tackle T.J. Clemmings (Knie), der bei gleichem Gewicht etwas kleiner ist (1,96m), versuchen auszunutzen und sich für den 53er-Kader zu empfehlen.

Meine Einschätzung (alphabetisch):

Roster: Alex Bars, Rashaad Coward, James Daniels, Ted Larsen, Charles Leno Jr., Kyle Long, Bobby Massie, Cody Whitehair
Practice Squad: Blake Blackmar, Joe Lowery, Sam Mustipher
Cut: T.J. Clemmings, Cornelius Lucas, Jordan McCray, Marquez Tucker

Nachts-ruhig-schlafen-Skala:

Abschließend sei gesagt, dass die Starting Five, wenn alle fit bleiben, ein eingespieltes Team ist, das im Camp an der einen oder anderen Stellschraube drehen wird, um an die letzte Saison leistungstechnisch anzuknüpfen. Ein X-Faktor ist die Frage, wie geräuschlos der Center-Wechsel im rauen Liga-Alltag funktioniert. Ein Bierchen auf die O-Line (siehe unten), ex und hopp!
NRS-Skala: 7/10

Quarterbacks

Erwartungen für 2019:

Trubisky zeigt Rodgers wie man Bier ext – Long (rechts) ist sichtlich beeindruckt. Quelle: NBC Sports

Natürlich verweise ich an dieser Stelle auch auf den umfangreichen Saison-Rückblick unserer Nummer 10 in Form des Quarterback Tagebuchs – jeden verdammten Mittwoch und Samstag auf Beardown Germany.
Ein weiterer Schritt nach vorne, gerade was die Genauigkeit und Technik beim Passen und das Lesen der Defense vor dem Snap betrifft, wird von Trubisky erwartet. An Tag 1 im Trainingscamp wurde von vereinzelten Medien bereits berichtet, dass sein Selbstbewusstsein auf dem Platz geradezu greifbar war. Eine nachvollziehbare Sicherheit im Vergleich zur ersten Vorbereitung unter Matt Nagy. Er weiß, worauf es ankommt. Die Pässe waren präzise, das Timing gut, die Two-Minute-Drills schnell und effektiv. Ebenfalls wichtig wird das Zusammenspiel mit dem neuen Center James Daniels sein. Schließlich kennt der NFL-Quterback Trubisky ausschließlich Cody Whitehair als seinen Starting Center.

 

 

Kaderfights:

Gibt es nicht. Trubisky ist der Franchise-Quarterback der Bears. Sollte er sich verletzen, rückt Chase Daniel nach. Bereits letzte Saison musste der aufgrund einer Schulterverletzung Trubiskys ran und erledigte seinen Job solide. Tyler Bray hält sich als Nummer drei im Practise Squad bereit.

Nachts-ruhig-schlafen-Skala:

Mit nur 13 Einsätzen als Starter am College von North Carolina und zwei NFL-Spielzeiten ist es nur logisch, dass es Trubisky an Erfahrung fehlt. Viel wird davon abhängen, welche Entwicklung er in der Pre-Season nehmen kann. Wie hilfreich dabei Matt Nagy ist, hat die letzte Saison mehr als angedeutet. Dass es immer besser klickt, zeigen erste Eindrücke aus Bourbonnais.
NRS-Skala: 7/10

Running Backs

Erwartungen für 2019:

Quelle: 247sports.com

Zurückkommend auf den unterdurchschnittlichen Wert von 4,1 Yards pro Laufversuch, stellt sich die Frage, woran es gelegen haben könnte. Mein Ansatz hier ist nicht das schlechte Run Blocking, sondern die Berechenbarkeit. Letztes Jahr ist Jordan Howard mit 935 Yards am meisten gelaufen. Teilt man den Wert durch die Versuche (250) ergibt das einen Schnitt von nur 3,7 Yards pro Versuch. Tarik Cohen wurde als Runner deutlich weniger eingesetzt als Howard (99 Versuche), hat aber einen Schnitt von 4,5 Yards pro Versuch. Danach folgt schon Mitch Trubisky, der zumeist nur läuft, wenn ein Pass-Spielzug kollabiert, weil seine Receiver alle gedeckt sind. Nicht falsch verstehen: Dies soll kein Jordan Howard Bashing sein. Ich will sagen, dass die gegnerischen Defenses zu leicht erahnen konnten, wer im Laufspiel den Ball bekommt.
2019 ist das anders. Schon vorm ersten Snap im Camp kursierte ein neuer kreativer Sammelbegriff für die drei bekanntesten Namen des Bears Backfield: RUN DMC. DMC, das sind natürlich Mike Davis, David Montgomery und Tarik Cohen. Letzterer spricht bereits von euer neuen “Dynastie“, die in Chicago entstehen könnte. Jeder der drei hat individuelle Qualitäten. Alle können auch als Receiver eingesetzt werden. Das Laufspiel der Bears wird in der kommenden Saison also deutlich breiter aufgestellt und mit dem dreiköpfigen Monster unberechenbarer sein.

 

Kaderfights:

In der Pre-Season sollte Cohen zwar an seiner Ballbehauptung arbeiten (7 Fumbles im letzten Jahr), aber trotzdessen – und trotz der extrovertierten Slingshot-Fahrt im Camp – ist er unantastbar und gesetzt. Er dürfte der Fixpunkt sein, um den sich die meisten Plays entwickeln. Er hat eine unglaubliche Variabilität, sodass er beinahe überall auf dem Feld eingesetzt werden kann. Dennoch erwarte ich für Cohen nicht zwangsläufig mehr Touches als im letzten Jahr – eher im Gegenteil. Warum? Selbst wenn Cohen am Ende nicht den Ball bekommt, muss ihn die Defense doch bis zum Ende auf dem Zettel haben, aber jemand anders macht das Play. Wer könnte dieser “jemand anders“ sein?
Erste Eindrücke von Montgomery aus dem Trainingscamp bestätigen, weshalb er gedraftet wurde: Er ist explosiv, schwer zu fassen, beherrscht schnelle Richtungswechsel, hat ein gutes Auge für die entstehenden Lücken und sichere Hände. Wenn er allerdings nicht den Ball bekommt, muss der Rookie noch an seinem Block-Verhalten, gerade in Third-Down-Situationen, arbeiten.
Da hat der erfahrene Mike Davis die Nase vorn. Zudem hat er eine tolle Ballbehauptung (kein Fumble in der letzten Saison und nur ein Fumble über die letzten vier Spielzeiten). Er ist ein physischer Läufer, der durch die Lücken stößt und nur schwer zu Boden zu bringen ist. Selbst wenn Davis also viel mitbringt, was Nagy sehen möchte, so sagte GM Ryan Pace unlängst hinsichtlich des Booms um Montgomery, dass Davis momentan etwas “unter dem Radar“ fliege. Schauen wir also, was im Camp passiert. Ich könnte mir vorstellen, dass Nagy zu Saisonbeginn tatsächlich eher auf Erfahrung setzt und deshalb Davis der Running Back Nummer 2 sein könnte.
Aber egal, wer nun Back zwei oder drei ist: Zwischen diesen Spielern wird die allermeiste Einsatzzeit aufgeteilt werden. Auch möglich natürlich der gleichzeitige Einsatz zweier Running Backs im 21 (oder 22) Personnel. Stichwort Unberechenbarkeit.
Hinter RUN DMC tummeln sich zwei weitere Spieler. Rookie Kerrith Whyte Jr. und Ryan Nall wurden bereits von BenjaminBDG in seinem Artikel beschrieben.

Meine Einschätzung:

Roster: Tarik Cohen, Mike Davis, David Montgomery
Practice Squad: Kerrith Whyte Jr.
Cut: Ryan Nall

Nachts-ruhig-schlafen-Skala:

Natürlich ist Montgomery zu diesem Zeitpunkt noch ein Fragezeichen, da er bisher keinen einzigen Snap in der NFL gespielt hat. Wenn er die hohen Erwartungen, die sein Tape und die Eindrücke in den Minicamps und die ersten Tage in Bourbonnais hinterlassen haben, bestätigen kann, haben die Bears ein sehr homogenes Backfield, dass kreatives Playcalling und viel Rotation möglich machen.
NRS-Skala: 8/10

Tight Ends

Erwartungen für 2019:

Betrachtet man die letzte Saison, fällt mir vor allem eins auf: Man sollte die Verantwortung künftig auf mehrere Schultern verteilen. Trey Burton war verantwortlich für 6 der 7 Touchdowns eines Tide Ends. Damit begeben sich die Bears in eine gefährliche Abhängigkeit. Denn fiel Burton aus (Wildcard Game) oder hatte er eine schwächere Phase, gab es keinen Ersatz, der sich aufgedrängt hätte.

Kaderfights:

Die Chancen, dass sich dies 2019 ändert, stehen jedoch gut. “Hoffnungsträger“ Adam Shaheen geht allerdings wieder nicht ganz sorgenfrei ins Camp: Er klagt über Rückenbeschwerden. Schon in der Vergangenheit konnte er – ja, größtenteils auch verletzungsbedingt – kaum zeigen, dass er die Bears weiterbringt. Von der Presse wegen seiner Parallelen zu Rob Gronkowski als Baby-Gronk betitelt, hat er nun – vielleicht letztmals – die Gelegenheit dazu. Wünschen wir ihm und den Bears, dass der Rücken schnell besser wird.

Bradley Sowell, links als Tackle, rechts im Camp mit TE-Gewicht. Quellen: profootballrumors.com & chicago.suntimes.com

Ehemaliger Offensive Tackle Bradley Sowell speckte in der Offseason ordentlich ab und geht jetzt als drahtiger Blocking-Tide End in die Kaderkämpfe (siehe Vorher-Nachher-Foto oben). Somit haben wir mit Shaheen und Sowell bereits zwei blockende Tide Ends mit realistischen Kaderambitionen. Ian Bunting und Ellis Richardson zählen in die gleiche Rubrik, deshalb sehe ich für die beiden keinen Platz im Kader. Es sei denn, einer der beiden macht sich so gut (von Ian Bunting hört man eben dies aus dem Camp), dass es für Shaheen, der wie gesagt einiges schuldig blieb und schon wieder nicht ganz fit zu sein scheint, eng werden könnte.
Seit 2016 bei den Bears ist Ben Brauneckers sportlicher Wert eher im Special Team anzusiedeln. Als Tide End in der Offensive ist er klarer Reservist.
Gehen wir von fünf Tide Ends im Kader aus, werden um den letzten freien Platz – Backup hinter Receiving Tide End Trey Burton – für mich Dax Raymond und Jesper Horsted (ehemals Wide Receiver in Princeton) kämpfen.

 

Meine Einschätzung:

Roster: Ben Braunecker, Trey Burton, Dax Raymond, Adam Shaheen, Bradley Sowell
Practice Squad: Ian Bunting
Cut: Jesper Horsted, Ellis Richardson

Nachts-ruhig-schlafen-Skala:

Viele werden es anders sehen, aber für mich die Positionsgruppe mit dem dicksten Fragezeichen: Wie fit ist Adam Shaheen wirklich und kann er helfen? Kann Bradley Sowell nach Positionswechsel als blockender Tide End überzeugen? Hält Try Burtons Leiste? Viele Frage-, wenig Ausrufezeichen.
NRS-Skala: 6/10

Wide Receiver

Erwartungen für 2019:

Allen Robinson II. Quelle: AP Photo/Nam Y. Huh

Mit Trubiskys zu erwartendem Schritt in die richtige Richtung dürfte auch die Produktivität von Allen Robinson (siehe Foto), Anthony Miller und Taylor Gabriel weiter steigen, denn einige Yards und Touchdowns wurden letztes Jahr schlicht aufgrund ungenauer Pässe liegen gelassen. Im Trainingscamp wird natürlich an der Verbindung Trubsikys zu seinen Receivern intensiv gearbeitet. Bereits jetzt stellt sich heraus, dass gerade Allen Robinson unfassbar gut drauf ist und zu einem echten Go-To-Guy avanciert. Unlängst sagte Matt Nagy über ihn, er sei der beste Receiver, den er je trainiert hat. Natürlich ist auch Robinsons rechtes Pendant Taylor Gabriel ein guter Receiver, aber er wird alle Hände voll zu tun haben, um mit den Händen viel zu tun zu haben (was für ein Wortspiel!): Er wird Nagy beweisen müssen, dass auch Bälle auf seine Nummer immer eine gute Idee sind.

 

 

Kaderfights:

Meist heißt es ja: Qualität statt Quantität. Beim Receiving Corps der Bears heißt es 2019: Qualität und Quantität. Beinahe traditionell befinden sich im Kader stets 6 Receiver – gut möglich, dass dieses Jahr mit dieser “Tradition“ gebrochen wird und wir tatsächlich 7 Receiver im Roster sehen werden.
Neben den eben erwähnten etablierten Receivern, sind einige neue Spieler dabei. Cordarrelle Pattersons Talente wurden von meinen Kollegen BenjaminBDG und Philippgd bereits beschrieben. Seine Hybrid-Rolle und Schnelligkeit hebt Nagys Play Calling auf ein neues Level.
Viertrundendraftpick Riley Ridley, der momentan mit Oberschenkelproblemen passen muss, wird aller Voraussicht nach auch mit von der Partie sein.
Fünf Plätze sind also – Verletzungsfreiheit vorausgesetzt – ziemlich sicher vergeben. Die restlichen Receiver kämpfen um die offenen ein bis zwei Plätze.
Einen dieser Plätze könnte Javon Wims ergattern, der ebenfalls ein alter Bekannter ist und im letzten Jahr immerhin vier Spiele für Chicago machte. Im Camp macht er zur Stunde eine sehr gute Figur, sieht viele Snaps und zeigt sichere Hände.
Tanner Gentry ist ebenfalls ein Dauergast im Camp. Die letzten beiden Jahre schaffte er es aber nur ins Practice Squad – Bourbonnais 2019 dürfte seine letzte Chance sein: Kader oder Cut.
Emanuel Hall ist da schon vielversprechender. Er ist ein Speedster mit guten Händen und vorbildlichem Route-Running. Allerdings ist seine Verletzungshistorie erschreckend lang.
Für seinen Namensvetter Marvin Hall sehe ich allerdings schwarz. Seine Werte bei den Falcons waren nicht atemberaubend – wahrscheinlich ist er dort deshalb auch nicht mehr – und der Platz als Kick-Returner dürfte bereits durch Cordarrelle Patterson belegt sein.

Meine Einschätzung:

Kader: Taylor Gabriel, Emanuel Hall, Anthony Miller, Cordarrelle Patterson, Allen Robinson, Javon Wims, Riley Ridley
Practice Squad:
Cut: Tanner Gentry, Marvin Hall, Thomas Ives, Taquan Mizzell, Jordan Williams-Lambert

Nachts-ruhig-schlafen-Skala:

Die Offense der Bears hat dieses Jahr über den Boden und durch die Luft unglaublich viele Waffen. Der arme Ball wird viel herumgereicht werden und sich an keinen Receiver (oder Runningback) lange gewöhnen können. Die meisten Experten und Fans in Chicago attestieren diesem Receiving Corps das Beste seit Jahren zu sein. Hinzukommt, dass die Passempfänger allesamt im besten Alter sind und sie ihre Prime noch vor sich haben.
NRS-Skala: 8/10

FaBear
sportbegeistert bis ins flauschige Frottee von Jim McMahons Schweißband. Deshalb hat auch er einiges selbst ausprobiert, ohne dass jemals nennenswert über ihn berichtet worden wäre. Traumatisiert von diesem Umstand, entschied er sich im gesetzten Alter auf die andere Seite zu wechseln und künftig über Athleten zu schreiben, die wissen, was sie tun. Seit 2019 betrifft das insbesondere die Jungs der Chicago Bears nebst ihren Kontrahenten aus der NFL.