QB Tagebuch: Saisonbeginn

Quelle: sportsmockey.com

In folgender Artikelreihe möchten wir, das sind „philippgd“ und „janikbears“, euch Lesern die Saison 2018 von Mitchell Trubisky näherbringen. Wir werden mit unserem „QB Tagebuch“ das Spiel des Jungen von Woche zu Woche anhand von Videomaterial analysieren und die Leistungen in einen Kontext mit der Situation und getroffener Aussagen stellen.

Inhaltsangabe

  • Part 1: Vorwort
  • Part 2: Saisonbeginn
  • Part 3: 24.07.19
  • Part 4: 27.07.19
  • Part 5: 31.07.19
  • Part 6: 03.08.19
  • Part 7: 07.08.19

Week 1 – @ Packers

Der Saisonauftakt. Die älteste (und größte?) Rivalität der NFL wurde von der Liga zusätzlich auf ein Abendspiel gelegt. Das ganze Land schaut zu, wie die Bears in die Saison starten, nachdem sie mit dem Trade von Khalil Mack kurz vor Saisonbeginn nochmal für Aufmerksamkeit gesorgt haben und ihr Ziel, die Playoffs, damit symbolisch untermauerten. Gleichzeitig traf man auf den Kontrahenten, der davon angestachelt allen zeigen wollte, dass sich das Kräfteverhältnis in der Division nicht verändert hat. Eine ordentliche Menge Druck summiert sich auf das Team und dessen jungen Anführer, Mitchell Trubisky.

Fazit: Das Spiel der Chicago Bears gegen die Green Bay Packers ist kein Ereignis, an das man sich gerne zurückerinnert. Ein wirkliches bitteres Ende. Bei der 24:23 Niederlage der Bears sorgte der Mann, um den es hier geht, für 23 komplettierte Pässe aus 35 Versuchen, (nur) 171 Yards, weder Touchdown-Pass noch Interception, aber er erlief einen Touchdown selbst.

Trubiskys Präsenz in der Pocket und seine „Happy Feet“ sind beunruhigende Züge nach diesem Spieltag, gleichzeitig lieferte er einige starke Pässe. Diese basierten auf einen guten Plan, als auch auf guter Ausführung.

Week 2 – vs Seahawks

Nach einem harten Schlag von den Green Bay Packers war es an der Zeit den Hebel umzulegen. Ein Team, dass im Vorfeld Playoff Ansprüche erhob, darf nicht mit einer 0-2 Bilanz in eine Saison starten und für die Spieler ein erster Schritt, die vergangene Woche wett zu machen.

Seit der Saison 2011 konnten die Chicago Bears die Seattle Seahawks weder auswärts noch daheim im Soldier Field in drei Aufeinandertreffen besiegen. Es wurde Zeit den Trend auf großer Bühne, im Monday Night Game, gleich doppelt zu stoppen. Zudem gingen die Bears unter geänderten Vorzeichen erstmalig seit 2011 als Favorit in das Spiel.

Fazit: Eine starke Defense und ein erneut erfolgreicher Opening Drive verhalfen zum 24:17 Sieg, womit ein 0-2 Fehlstart verhindert werden konnte. Trubisky brachte es in diesem Spiel auf 200 Passing Yards, 2 Touchdown Pässe, sowie 2 Interceptions. Nach zwei Spieltagen wird deutlich (2 TD’s bei den jeweiligen ersten Drives), dass Trubisky nahezu perfekt agiert, solange das Spiel gescripted ist. Die ersten 15 Spielzüge werden vorgeschrieben und einstudiert, sodass die Spieler auf alle Eventualitäten vorbereitet sind. Sobald das Spiel jedoch seinen Lauf nimmt, beginnen bei ihm die Strauchler. Trubiskys Spiel gleicht dadurch einer Achterbahnfahrt, es gibt Höhen und Tiefen. In einigen Punkten zeigte er einen Entwicklungsschritt und dennoch bleibt noch viel zu tun. Das sind alles Anzeichen, dass er sich weiterhin in seiner Entwicklung befindet, um sich an die NFL und die neue Offense zu gewöhnen.

Week 3 – @ Cardinals

Euphorisiert durch den Sieg und einer erneuten Leistung, die das Team, sowie die Fangemeinde hoffnungsvoll stimmt, ging es nach Arizona. Bei den Cardinals hätte die Stimmungslage aufgrund zweier Auftaktniederlagen nicht gegensätzlicher sein können. Die Ausgangslage war somit klar: Ein Sieg musste her, doch die Cards Defense sollte zu keinem Zeitpunkt unterschätzt werden. Das sollte Trubisky dann auch zu spüren bekommen…

Fazit: Mund abputzen und weiter. Ein dreckiger 16:14 Sieg am 3. Spieltag in Arizona. An diesem Spieltag wurde eine Sache deutlich: Die Bears brauchen dieses Jahr nur einen effektiven Trubisky, für den Rest sorgt die Defense. Die Fehler minimieren und die gebotenen Möglichkeiten ausnutzen ist das erstmalige Ziel, das er in dem Spiel noch verfehlte.

Unbemerkt in der allgemeinen Wahrnehmung, die 220 Yards, 3 Sacks und 1 INT sah, blieb die versteckte Verbesserung Trubiskys in diesen Zahlen. Seine 6,3 Yards pro Versuch sind einmal mehr ein Anstieg von den 4,9Y in Woche 1 und den 5,9Y in der zweiten Woche. Auf dem Feld konnten ebenfalls kleinere Fortschritte ausgemacht werden. Keine gute Leistung, aber ein fortlaufender Prozess.

Zwischenruf

Nach dem Spiel gegen die Cardinals erreichte die Kritik ihren ersten Höhepunkt. Die nationalen Medien haben ihn für nicht gut genug empfunden und der sowieso hochkritische Bears Fan stimmte mit ein. Er bekam den Stempel als „Flop“ aufgestetzt und der ein oder andere sah in Chase Daniel den besten Quarterback im Bears Kader.

Week 4 – vs Tampa Bay

Die Chicago Bears und die Tampa Bay Buccaneers trafen im Soldier Field aufeinander und beide Teams wollten ihren dritten Sieg einfahren. Während die Offense der Bucs von Ryan Fitzpatrick die gesamte NFL mit ihrem Passspiel überrascht, sind es die Bears, die das ihrige endlich in Fahrt bringen wollten.

Fazit: Da musste jemand gehörig Druck ablassen. Die im „Zwischenruf“ erklärte Woche führte zu dem von Matt Nagy angekündigtem Durchbruch. Trubisky brachte 19 seiner 26 Pässe an den Mann, erzielte damit 354 Yards und 6 Touchdowns. Das war nur ein Touchdown vom Franchise Rekord entfernt und sogar die Interceptions blieben diesmal aus.

Zum Schluss möchte ich jedoch alles ein wenig in Relation setzen. Die gesamte Performance war natürlich ein kleines Trugbild. Die Buccaneers waren zu dem Zeitpunkt eine der statistisch schlechtesten Passverteidigungen der Liga (358 Passing Yards pro Spiel, 130.5 QBR). Darin wird auch das Gefühl eines baldigen Durchbruchs bei Nagy begründet gewesen sein. Die Buccaneers ließen die gegnerischen Quarterbacks in der Regel gut aussehen und Trubisky wusste das zu nutzen.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.