Chefsache: Im Auge des Kritikers

Die vierte Ausgabe meiner Kolumne „Chefsache“. Wozu ich in dieser Reihe meinen Senf dazu gebe? Allem.
Hierbei wird das ein oder andere Mal scharf geschossen werden, wenn ich dabei jemanden auf den Schlips treten sollte, ist das nicht böse gemeint. Meistens jedenfalls. Aber ihr dürft euch auch ruhig wehren, ich kann was ab.

 

BEARDOWN GERMANY! Die deutsche Bears Seite, die wirklich jede Tat der Bears, und sei sie noch so dumm, verteidigt. Wir sind schließlich Bears Fans und Fans sind mitnichten in der Lage objektiv über Angelegenheiten ihres Teams zu urteilen, wie bspw. bei Vic Fangio, der während seiner Amtszeit ausschließlich in höchsten Tönen gelobt wurde.

Aber heute nicht, liebe Leute! HEUTE NICHT!

Heute wird BDG zu der kritischen Medienplattform, die sie sein sollte. Ich habe nämlich einiges an Kritik zu äußern. Herr Ryan Pace, was war denn das denn? Lange wollte ich es nicht wahrhaben, aber so langsam komme ich nicht drum herum, die Wahrheit akzeptieren zu müssen.

White ein Flop, Floyd viel zu früh geholt, hört mir auf erst recht mit Trubisky auf und Roquan ist ja wohl ganz klar zu leicht für die NFL.

Alles begann mit den sowieso schon wenigen Picks. Nur 5 an der Zahl. Dabei würde Ihnen jeder, wirklich jeder Journalist sagen, welch wertvolles Gut diese Picks sind. Die machen nichts anderes, als sich täglich mit der NFL zu beschäftigen und werden es wohl wissen.

Dann kommt unser Tag, der Tag 2, die Runde 3 und Sie traden nach vorne? Für einen Runningback? Jeder weiß doch, dass die NFL eine Passing Liga ist und Runningbacks unnötig geworden sind. Zu dem gleich mehr. Erstmal zu der Philosophie. Sorry, aber die müssen Sie einem Mal erklären, denn bei der Aggressivität fliegt uns bald das Cap Space um die Ohren, sagt auch Bill Barnwell von ESPN und der ist ein ausgewiesener Experte in der Bewertung von GM’s. Da schüttele ich nur noch mit dem Kopf (ich mutiere schon zum Wackel-Dackel).

In das Lied stimmt auch YouTube-Star Brett Kollmann ein. Wer Laien auf wöchentlicher Basis so en Detail Spieler vorstellt, der weiß, wie er Spieler mit NFL Kaliber zu scouten hat. Kollmann geht in seiner Kritik sogar noch weiter und lässt mich nur mit noch mehr Kopfschütteln zurück (inzwischen bereit für Wacken). Denn sein veröffentlichtes Big Board hat Damien Harris, den Runningback, den die Patriots anschließend mit unserem ursprünglichen Pick geholt haben, sogar vor dem unseren. Heil, Belichick!

Dieser Belichick… mit dem ist echt nicht gut Kirschen essen. Der Professor Moriarty der NFL zieht die Bears seit Jahren über den Tisch (Anthony Miller, Akiem Hicks, Shea McClellin, Jon Bostic, usw.). Dieser Fakt ist doch eigentlich bereits so bekannt, dass er es über den großen Teich bis zu der Bears Fangemeinde aus Deutschland geschafft hat, den Fans aus dem Land der Dichter und Denker. Das habe ich so schon in unseren Kommentaren gelesen, doch Sie, Herr Pace, scheinen davon immer noch nichts mitbekommen zu haben und oreisen weiter Ihre Picks an.

Spätestens da hattet ihr mich aber überzeugt. Ihr seid einfach die Besten und das sage ich nicht, weil das jeder zu seiner Community sagt, nein, denn ab heute wird hier Klartext gesprochen! Das Hausblatt hat ausgedient, denn mir kam zu Ohren, Sie, Herr Pace, hätten behauptet, mich nicht zu kennen. Hah!

Also…

Was kümmert es mich, dass so einem minderbemittelten, nervigen, Kuhmist schnüffelnden Packers Fan, der somit ganz klar nicht zum „Dichter und Denker“-Part Deutschlands, sondern eher zum anderen, dem der ADFler, gehört, plötzlich auffällt, dass die Bears seit Amtsbeginn von Pace gar nicht so wenige Picks zur Verfügung hatten? Die Mehrheit sieht das nämlich nicht so.

Was kümmert es mich, dass trotz weiter steigender Anzahl der Pässe in der NFL, Teams wie die Patriots Sony Michel (1.Runde) und Damien Harris (3. Runde), die Seahawks Rashaad Penny (1. Runde), die Saints Alvin Kamara (3. Runde) trotz Mark Ingram, die Rams Darrell Henderson (3. Runde) trotz Todd Gurley und die Eagles Miles Sanders (2. Runde) trotz Jordan Howard geholt haben? So ein Pick ist nur Verschwendung.

Heute, Herr Pace, da wurde BEARDOWN GERMANY kritisch und nun habe ich Sie im Auge. Oder es war doch nur eine meiner beneidenswerten Wimpern.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.