NFL Draft 2019: Welche Runningbacks haben die Bears im Blickfeld?

Quelle: Photo by Brett Deering/Getty Images

Es ist sicherlich kein Geheimnis, dass die Chicago Bears sich nicht erst seit dem Trade von Jordan Howard nach Philadelphia intensiv mit der diesjährigen Runningback Draftklasse beschäftigen. Nach derzeitigen Informationen haben sie sich 17 Talente auf der Position bereits näher angesehen. Private heimliche Treffen sind dabei nicht mitgerechnet. Wen die Scouts um General Manager Ryan Pace genauer ins Auge fassen und welches Profil ihr Head Coach Matt Nagy bevorzugt, darum soll es sich nun drehen.

In Chicago sucht man nach explosiven Spielern. Soviel haben die Verantwortlichen bereits Preis gegeben. In Nagys Offenses wurden bevorzugt Runningbacks eingesetzt, die hohe athletische Werte besitzen, dabei aber kleiner und gleichzeitig schwerer als der Durchschnitt sind. Es wird kein Arbeitstier gesucht, dass die Hauptlast im Spiel trägt, sondern eine Ergänzung zum bereits vorhandenen Backfield, in das man ein weiteres Talent hineinrotieren möchte.

Offensichtliches Interesse

Im Vorfeld können die Teams sich mit Spielern zu privaten Workouts und Besuchen verabreden, sowie die Spieler beim Combine interviewen. Bei den Pro Days besteht die Möglichkeit die Spieler an ihrem alten College genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Chicago Bears haben in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, wie man so schön sagt und über genannte Möglichkeiten so viele Informationen wie möglich zusammengetragen. In der Regel haben sie sich mit allen von Pace gedrafteten Prospects im Vorfeld getroffen. Doch Vorsicht! Mit den zuerst gezogenen Spielern nie öffentlich bekannt. Mit Roquan Smith und Mitch Trubisky setzte man sich heimlich zusammen und ohne dass irgendetwas an die Medien hinaus getratscht wurde.

James Williams (Combine, Private Visit)

 

Über 200 Catches in seiner College Karriere, davon zwei 70 Catches Saisons sagen viel über sein Talent als Receiver aus. Mit seinen außergewöhnlichen Ball Skills ist er wahrscheinlich der beste Receiver unter den Runningbacks in dieser Draftklasse. So pflückte er sogar schwer erreichbare Pässe im Verhalten eines Wide Receivers herunter. Er kann seinen Catch Radius hier beinah spielend leicht vergrößern. Dropped Passes sieht man praktisch nie bei ihm. Gelangt er ins offene Feld verfügt er über eine gute Übersicht um weitere Yards zu erzielen und agierte am College sogar vielseitig als Slot Receiver.

Seine Gaps waren in der Washington State Offense allerdings oft vorgegeben. Daher besitzt er nur eine unterdurchschnittliche Übersicht für die Erkennung der Lücken und wirkt teilweise sehr zögerlich an der Line of Scrimmage. Ein konstanter Every Down Back sieht definitiv anders aus. An der Goalline macht er das aber zum Teil mit physischen Durchbrüchen wieder wett.

Quelle: Kent Lee Platte @MathBomb

Sein athletisches Profil ist überdurchschnittlich. Er ist kleiner, aber auch leichter als der durchschnittliche NFL Runningback. Er ist eher ein Receiving Back mit überraschender Durchschlagskraft auf kurzen Yards.

Devin Singletary (Combine, Pro Day, Private Visit, Private Workout)

 

Singletary manövriert sich mit weichen Bewegungen um herannahende Tacklings herum. Wartet geduldig hinter der OLine ab, bis sich im Zone Schema die Lanes gebildet haben. Im offenen Feld schlägt er seine Gegenspieler eher mit Power statt mit Speed. Von der hohen Produktion darf man sich dennoch nicht täuschen lassen. Es gibt noch viele Dinge, die er entwickeln muss und fehlender Antritt u.a. wirft dabei Fragen auf. Auch in Pass Protection und im Receiving Game muss er mehr zeigen, aber ob er das kann? Teilweise sind das natürlich auch technische Probleme, aber nicht ausschließlich.

Er hat hingegen die Übersicht, die man sich von einem Every Down Back wünscht. Devin Singletary scannt das ganze Feld ab bei seinen Läufen. So weicht er im ersten und zweiten Level herannahenden Verteidigern frühzeitig aus und muss sich nicht auf einen Clinch einlassen. Mit Körperkontrolle und eben dieser Übersicht erzielt er explosive Plays. Weniger mit hohem Speed.

Denn der fehlt für Läufe im zweiten Level völlig. In der NFL wird er es damit viel schwieriger haben als explosiver Runningback zu gelten, da er mit seinen Instinkten allein gegen bessere Athleten nicht mehr viel ausrichten kann.

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Sein athletisches Profil ist sehr schwach und es wäre sehr verwunderlich wenn er damit den Anforderungen unseres General Managers gerecht werden würde.

Bryce Love (Combine)

 

Mit seinen „Nähmaschinen“ Beinen ist er dank schneller Ausweichmanöver schwer zu fassen. Forcierte viele Missed Tackles. Er ist ein hervorragender Sprinter mit elitärer Beschleunigung und hohem Top Speed. Bei Outside Zone Runs war er wirklich sehr erfolgreich. Da liest er auch das Feld gut. In der NFL ist derzeit nicht daran zu denken, ihn im Receiving Game einzusetzen, weder als Ziel noch als Blocker. Bei seitlichen Cuts verliert er seinen Speed völlig. Wenn er dort Erfolg hat, dann nur wegen seiner Beinarbeit und den genannten Ausweichmanövern. Defenses haben sich bereits am College mittlerweile an seinen einzigen Trick gewöhnt und stoppen ihn, bevor er Outside in Tritt kommen kann, früh an der Line of Scrimmage.

Wie es nach seiner schweren Verletzung bei ihm aussieht, kann von dieser Seite des Atlantiks nur geraten werden, aber wenn, verfügt Bryce Love über eine großartige Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit für die NFL.

Jedoch ist das ein Problem. Eine absolute Wild Card die hier kaum näher bewertet werden kann. Was wir wissen: In 2017 erzielte er extrem hohe 2.118 Rushing Yards und 19 Touchdowns. Mit Speed und Feldübersicht war Love am College immer wieder für ein Big Play gut. In 2018 kam dann vor seiner Verletzung bereits nicht mehr viel.

Aufgrund seiner Verletzung erhalten wir kein aussagekräftiges athletisches Profil von ihm. Die Bears haben sich mit ihm beim Combine getroffen, danach nicht mehr wieder. Gerüchte machen die Runde, dass er drastisch an Explosivität eingebüßt haben soll und in der Rehabilitation nach seiner Verletzung weit hinterm Zeitplan liegen soll. Da man sich später nicht wieder mit Love zusammengesetzt hat, können wir davon ausgehen, dass Pace und Co. auch zu diesem Ergebnis gekommen sind.

Weitere Kandidaten

Nun gibt es auch immer wieder geheime Treffen und Spieler die unter dem Radar fliegen. Daher müssen wir uns auch mit weiteren Talenten auseinandersetzen. Die offensichtlichen Kandidaten passen nicht in das Anforderungsprofil oder haben andere Einschränkungen.

Darrell Henderson

 

Henderson kann in Zone und Power Schemata eingesetzt werden und bringt Vielseitigkeit für die Position mit.

Sehr schwer zu Boden zu bringen, nutzt Darrell Henderson seine Kraft im Oberkörper um gegnerische Tacklingansätze abzuschütteln. Mit spritzigen Bewegungen (Quick Feet) weicht er dann wieder weich den Gegenspielern aus. Kommt er ins zweite Level haben Safeties häufig das Nachsehen. Mit guter Ballsicherheit und einem starken Stiff Arm kreiiert er dann weitere Yards. Er ist ein effektiver Runningback, der unaufhörlich mit seinen Beinen weitertrampelt und mit Körperkontrolle explosive Plays produziert.

Bei Läufen zwischen der Offensive Line hindurch fehlt es ihm leider an Übersicht. Er schlüpft gern durch vorgezeichnete Laufwege und zählt nicht zu den spielintelligenten Zone Runnern, die geduldig auf die richtige Lücke warten. Da müsste er sich verbessern, um in der NFL weiterhin effektiv zu sein.

Quelle: Kent Lee Platte @MathBomb

Dazu besitzt Darrell Henderson eines der besten athletischen Profile dieser Runningback Klasse und sollte, obwohl es keine offiziellen Besuche von Bears Seite gab, eigentlich weit oben auf dem Wunschzettel stehen.

Myles Gaskin (Private Visit)

Ein tiefer Körperschwerpunkt und eine gute Voraussicht führen zu einer ausgezeichneten Körperbalance. Er wird damit äußert selten bis praktisch nie beim ersten Kontakt zu Boden gebracht. In Pass Protection wurde er eingesetzt, nur fehlt ihm da der nötige Anker für die NFL. Mit seiner Balance und vor allem seiner großartigen Feldübersicht war er am College ein produktiver Runningback. In allen vier Karrierejahren erzielte er stets über 1.200 Rush Yards und mindestens 10 TDs. Er ist klein, aber sehr beweglich und läuft mit einer sehr hohen Schrittfrequenz. Manchmal ist er in seinem Prozess voraus und blickt bereits ins offene Feld, bevor er den ersten Tackler vernascht hat. Das ist zum einen eine Stärke, führt aber gelegentlich zu Fehlern.

Ein geduldiger und über die Spielintelligenz kommender Runningback ist Myles Gaskin. Sein Spiel wirkt, als wäre er gedanklich immer schon zwei Schritte voraus. Er weiß auf welche Duelle er sich einlassen kann und bei welchen er mit Beschleunigung das Heil in der Flucht suchen muss. Bedenkt man, dass er schon beinah 1.000 Laufversuche am College absolvierte, tut er auch gut daran, sich nicht auf unnötige Scharmützel einzulassen.

Quelle: Kent Lee Platte @MathBomb

Die athletischen Werte von Myles Gaskin können als durchschnittlich bezeichnet werden. Nichts was einem Sorgen bereiten müsste und auch nichts, was man hervorheben kann.

Tony Pollard

Tony Pollard wurde am College eine sehr vielseitige Rolle zugeschrieben. Er wurde als Slot Receiver und Runningback aufgestellt und zählt zu den besten Returnern dieser Draftklasse. Doch das Problem mit der Vielseitigkeit ist, dass er auf keiner Position wirklich viel gelernt hat. Er benötigt noch Arbeit. Im Blocking kannst du ihn zum Beispiel momentan noch gar nicht gebrauchen. Dort ist er zu passiv und er verfügt auch nicht über die nötige Kraft.

Quelle: Kent Lee Platte @MathBomb

Als überdurchschnittlicher Athlet lebte er vor allem von selbiger und nicht gerade von technischen Feinheiten, die er klar vermissen lässt.

Alexander Mattison (Private Visit)

Als aller Erstes fallen Beobachtern seine scharfen Cuts auf. Bei Ausweichmanövern und „Hurdles“ über gegnerische Tacklings hinweg nutzt er seine herausragende Körperkontrolle. Sein hohes Maß an Beweglichkeit, wobei er nie vergisst weiter voran zu laufen, bereiten einem wirklich Freude.

Er ist schwer zu fassen, aber als explosiven Runningback kann man ihn nicht bezeichnen. Alexander Mattison versteht sich darauf, jedes einzelne Matchup anzugehen und auszuspielen. Er besitzt aber keine Höchstgeschwindgkeit für lange Ausbrüche.

Unsere Vorschläge von Beardown Germany

Einige Kandidaten haben wir bereits in der ersten Episode der Draft Podcasts besprochen. Alles zu Devine Ozigbo, Miles Sanders, Rodney Anderson, Justice Hill und Trayveon Williams könnt ihr auch hier nachhören.

Devine Ozigbo (Pro Day)

 

Ozigbo hatte eine großartige Saison. Seine Arbeit im Fitnessraum hat sich ausgezahlt. Er wird später gedraftet als sein Talent es verlangt und könnte dennoch einer der Ausreißer nach oben werden.

Devine ist ein weicher flüssiger Läufer und setzt mit perfekter Beinarbeit die Line of Scrimmage unter Druck. Seine Richtungswechsel und Beweglichkeit sorgen für scharfe Cuts und Ausweichmanöver. Dank einer beeindruckenden Spritzigkeit, vor allem bei seiner kräftigen Statur, und Körperkontrolle verliert er nie die Füße unter den Hüften bei schlagartigen Richtungswechseln. Leider verfügt er nicht über die Explosivität um dann im zweiten Level mehr aus seinen Läufen herauszuholen.

Quelle: Kent Lee Platte @MathBomb

Zumindest wirkt es im Spiel so. Bei seinem Pro Day, auf dem die Bears Offiziellen auch zugegen waren, lief er überdurchschnittliche Sprint Drills und erzielte insgesamt eines der besten Profile der Klasse. Also scheint es eher eine Frage der Übersicht im zweiten Level zu sein und daran lässt sich arbeiten. Gilt er in Paces Augen als explosiver Runningback, dann steht er oben auf der Liste. Er ist kleiner und schwerer als der durchschnittliche NFL Runningback und trifft auch sonst alle Anforderungen.

Miles Sanders (Combine, Private Visit, Private Workout)

Kommt Sanders ins zweite Level kann er auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen und viel Raumgewinn für sein Team gewinnen. Auf den ersten Metern lässt er diesen Speed jedoch vermissen.

Mit flüssigen und spritzigen Bewegungen im Unterkörper und den Füßen kann er sich schnell von herannahenden Tacklings lösen. Der dynamische Läufer nutzt scharfe Cuts um sich in den freien Raum zu begeben und ist dabei weniger antrittsstark.

Quelle: Kent Lee Platte @MathBomb

Miles Sanders ist ein gutes Paket aus den richtigen Körpermaßen, der nötigen Power und Schlüpfrigkeit um auf dem nächsten Level ein konstanter Runningback zu sein. Es wird nicht leicht werden, ihn zu Boden zu ringen. Auch im Blocking ist er ein williger und schon sehr weit entwickelter Pass Protector gegen herannahende Rusher für seinen Quarterback. Mit der Bereitschaft für jedes Yard auch bei kurzen Runs zu arbeiten, holt er immer alles heraus aus seinen Carries.

Wären da nicht die zahlreichen Fumbles dürfte er ohne offensichtliche Schwächen in den Draft gehen. In dem Bereich muss er sicherer und konstanter werden. Ansonsten erfüllt er mit einem elitären athletischen Profil alle Voraussetzungen für einen Top NFL Runningback.

Rodney Anderson

Seine Beine sind stets hinterm Pad. Läuft so auch für die harten Yards zwischen den Tackles. Trotz fehlender Power in seinen Läufen schafft er es für viele Yards nach dem ersten Kontakt auch gegen deutlich schwerere Verteidiger zu laufen. Verfolgt im zweiten Level seinen Lead Blocker diszipliniert für mehr Yards. Auch bei seitlichen Bewegungen zeigt er sich sehr agil. Für Inside Zone ist er allerdings zu ungeduldig. Kommt er bei Cuts beinah völlig zum Stehen, braucht er einige Schritte mehr um seinen Körper wieder in Bewegung zu bringen als kleinere Runningbacks. Er ist am besten in einem Gap/Power Run Schema aufgehoben, wo er aufdringlich und ungebremst durch die Gaps schießen und dem Lead Blocker folgen soll. Jedoch wurde er bei den Oklahoma Sooners in viele Run Pass Options einbezogen, was wiederum sehr gut zu Matt Nagy passt.

Bei ihm kommt fast alles aus seinem Unterkörper. Und das ist sagenhaft, was da bei Rodney Anderson kommt. Neben seiner Kraft und seiner Beweglichkeit antizipiert er wunderbar die Lücken um ins offene Feld davonzulaufen. Wenn nötig, ist er auch bereit dazu, den Kontakt zu suchen und das Tackling zu brechen. Er ist sehr schwer zu Boden zu ringen, im zweiten Level war es am College sogar häufig ein hoffnungsloses Unterfangen, es überhaupt bei ihm zu versuchen.

In Sachen Blocking wirkt er hingegen zu passiv. Er ist ein guter Receiver, was hilft, aber von einem Runningback seiner Statur, der so intensiv laufen kann, erwartet man in Pass Protection viel mehr. Daran muss er nicht nur technisch arbeiten, sondern auch die richtige Einstellung finden.

Leider gibt es keine athletischen Werte über ihn. Rodney ist verletzt und konnte wegen gleich mehrerer Verletzungen noch keine einzige Saison am College durchspielen. Aber wenn ein Team bereit ist dieses Risiko einzugehen, dann wahrscheinlich die Chicago Bears, weshalb er hier genannt werden muss. Denn wäre er fit geblieben, man würde ihn bei den besten Runningbacks der Draftklasse einordnen.

Justice Hill

 

Hill findet ganz gut die Löcher und kommt mit guter Beweglichkeit hindurch. Er ist damit schwer auszumachen für seine Gegenspieler und zeigt einen starken Antrieb nach dem ersten Cut. Da verändert er mit leichten Bewegungen die Tackling Winkel und schlüpft so weich durch die Abwehrreihen. Seine Beinarbeit ist wirklich großartig dafür. Hill kann den Gegner auf dem Bierdeckel schwindelig spielen, läuft trotz seiner geringen Körpergröße allerdings nicht tief genug und zeigt daher kaum Power in seinen Läufen. Mit seiner Schlüpfrigkeit ist er in einem Zone Schema am besten aufgehoben.

Justice Hill ist gut darin, als Zone Runner in die richtigen Lücken zu preschen. Er findet sie und selbst wenn sich nichts öffnet, besitzt er das hohe Maß an Beweglichkeit um trotzdem etwas aus seinen Laufversuchen herauszuholen. Er verarbeitet beinah schon natürlich was der Gegner ihm auf dem gesamten Feld anbietet. Linebacker haben sich dank seiner Übersicht und Beweglichkeit am College oft die Zähne an ihm ausgebissen. Hill lässt die gegnerischen Tackling Versuche teilweise stümperhaft aussehen und düpiert seine Gegenspieler. Manchmal überteibt er es und dann tut es weh.

Wie schon andere genannte vor ihm, ist er in Pass Protection zu passiv. Da will man in der NFL mehr sehen.

Quelle: Kent Lee Platte @MathBomb

Nun ist Justice Hill allerdings kein Kraftpaket weshalb er in diesem Bereich möglicherweise früher an seine Grenzen stoßen wird als andere. Ansonsten zeichnet er sich durch ein elitäres athletisches Profil aus. Ryan Pace dürfte somit die meisten Felder auf seiner Checkliste abhaken.

Trayveon Williams (Combine, Pro Day, Private Visit, Private Workout)

Nur mit Devin Singletary haben sich die Verantwortlichen der Chicago Bears in solch großem Umfang und unter den Augen der Öffentlichkeit genauso oft getroffen, wie mit Trayveon Williams. Deshalb darf er im Artikel definitiv nicht fehlen.

Seine Übersicht ist stark. So findet er fast immer eine passende Lösung, selbst wenn das Play zusammengebrochen erscheint. Er ist dennoch kein One Cut Zone Runner. Dafür sind die Bewegungen zu langsam und für Power Run fehlt ihm die Körperkraft und die Bereitschaft die harten Yards zu nehmen. Er bricht selten Tacklings und wird beim ersten Kontakt zu Boden gebracht. Williams findet eben die freien Wege und nutzt diese bis zum Feindkontakt. Es gibt Spiele, da gefällt er mir viel besser. Es könnte also zum Teil an seiner Einstellung liegen, am fehlenden Willen. Spielt er tough, gehört er nämlich zu den besten Runningbacks dieser Klasse. Auch seine Übersicht lässt manchmal während der Spiele nach, was auf Konzentrationsschwächen hindeutet. Es ist also gut, dass die Bears sich ihn ganz genau anschauen. In ihm schlummert mit das größte Potenzial allerdings auch ein sehr großes Risiko, ihn überhaupt zu draften.

Nicht das es die wichtigste Eigenschaft eines NFL Runningbacks wäre, aber im Gegensatz zu vielen vorher genannten, ist Trayveon Williams ein sehr guter Pass Protector. Technisch und physisch ist er da so weit, wie kaum ein Runningback in seinem Alter. Selbst gegen klare Missmatches kommt er da gut zurecht.

So instinktiv und übersichtlich, wie er häufig läuft, wünscht man sich mehr Kreativität von ihm. Erfolgt ein Spielzug nicht so, wie er es auf dem Zettel hatte, erlebt man einfach zu viele negative Läufe von ihm.

Quelle: Kent Lee Platte @MathBomb

Sein unterdurchschnittliches athletisches Profil bereitet bei so einer Spielweise Bauchschmerzen. Im Gegensatz zu Justice Hill u.a. scheint er nicht über die Beweglichkeit zu verfügen um trotz geringerer Power etwas aus zusammengebrochenen Plays herauszuholen.

Unterm Strich mein persönlicher Favorit: Justice Hill

Das will was heißen von einem Fan des größten Rivalen!

Ein ganzes Dutzend Runningbacks wurden hier nun kurz vorgestellt und aufmerksame Leserinnen und Leser konnten sich einen kleinen Überblick verschaffen. Wen Ryan Pace und Matt Nagy als zusätzlichen Mann für das Backfield draften wollen, wissen wir nicht. Aber es dürfte klar geworden sein, dass für jeden Geschmack und für jede Runde Talente dabei sind, die ungefähr ihren Anforderungen entsprechen.

Doch die Chicago Bears haben sich außerdem noch mit weiteren Talenten getroffen, die erstmal nur genannt werden sollen:

Josh Jacobs, Ryquell Armstead, Mike Weber, Dexter Williams, Jalin Moore, Lexington Thomas, Benny Snell, Bruce Anderson und Antoine Connor.

Ihr habt Fragen zu den Prospects oder wollt uns eure Favoriten nennen, dann schreibt sie einfach in die Kommentare. Gerne geben wir auch weitere Auskünfte über die Talente, mit denen man sich getroffen hat, die hier aber nicht näher erläutert wurden.

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