Gesprächsprotokoll: Bears Talk – Draft 2019 / Offense Teil 2

Alljährlich planen wir unsere Draft Podcast von langer Hand im Vorfeld. Doch manchmal steckt einfach der Wurm drin. Zunächst ist unser „Cut-Man“ auf Dienstreise und als man am Ende doch das Gefühl bekommt, es könnte noch irgendwie alles rechtzeitig geschafft werden, ist mit einem Mal eine komplette Tonspur nicht mehr auffindbar. Wir haben danach hin und her diskutiert, wie wir den zweiten Teil der Offense noch irgendwie retten können und haben uns für die heutige Alternative entschieden. Wir haben aus dem Gedächtnis unseren Podcast verschriftlicht, weil wir euch auf jeden Fall alle enthaltenen Informationen zukommen lassen wollen. Und ihr braucht keine Sorge haben. Nach Teil 1 der Offense wird es auch die Ausgabe zur Defense wieder auf die Ohren bekommen und euch in gewohnter Form im Bears Talk vorgetragen.

Kommen wir nun zum zweiten Teil unserer Draftanalyse. Wen sollen die Chicago Bears an Tag 2, am frühen und am späten Tag 3 unserer Meinung nach ziehen. Wer hat viel Potenzial, passt in die Offense von Head Coach Matt Nagy und was sind die Gründe dafür, dass der Spieler in späteren Runden noch zu haben ist?

Innere Offensive Line

Neben Cody Whitehair soll James Daniels nun ebenfalls als Center getestet werden. Außerdem verpflichtete man in der Free Agency Ted Larsen, weshalb die zentrale Position in der Offensive Line im Draft sicherlich vernachlässigt werden kann. Die drei genannten können alle auf Guard eingesetzt werden und haben dies bereits in ihrer Karriere unter Beweis gestellt. Kyle Long dürfte als Right Guard gesetzt sein, konnte leider in der Vergangenheit kaum eine Saison durchspielen. Hinter den Vieren klafft ein großes Loch, bzw. der Platz ist aufgrund der Abgänge von Eric Kush und Bryan Witzmann überhaupt nicht besetzt. Daher wäre die Verwendung eines Draftpicks auf die Position eine Option, zumal man mit Harry Hiestand den wohl besten Talenteentwickler für Offensive Line Prospects in der gesamten Liga als Positionscoach unter Vertrag hat.

philippgd – Tag 2: Dru Samia

Ich würde als ersten Spieler Dru Samia nennen. Er kommt von den Oklahoma Sooners. Er wird später noch zu haben sein, weil er etwas leichter ist als gewöhnliche Toptalente auf der Guard Position, verfügt aber über ein wirkliches gutes athletisches Gesamtpaket. Die Bears rechnen das bei Offensive Line Spielern höher an als andere Teams. So holte man im letzten Jahr James Daniels. Das sich es auszahlt, solche Spieler zu holen, haben wir spätestens im Spiel gegen die Los Angeles Rams erlebt, als er Aaron Donald keinen Stich ließ. Ähnliches, allerdings auf College Niveau geschah im Halbfinale der College Playoffs zwischen Oklahoma und Alabama. Der völlig zurecht hochgepriesene Quinnen Williams konnte über weite Strecken des Spiels aus selbigem genommen werden. Sein Problem und Matchup war an jenem Tag Dru Samia. Er ist der einzige Guard der es in der letzten Saison geschafft hat, sich im Duell mit Williams messen zu können. Mit genannter Athletik, seiner Explosivität und bereitwilligen Beinarbeit geht er sauber an das Pad des Gegenspielers und ist damit fähig diesen aus den Run Lanes zu befördern, obwohl er die Physis dafür unterm Strich gar nicht besitzt. Er besitzt eine exzellente Ausdauer und kann in Zukunft in die Fußstapfen von Kyle Long treten.

Coach D – Tag 2: Max Scharping

Pace wird sich früher oder später ein lokales Talent draften, warum nicht Max Sharping. Der 6’4”, 302 pound Blocker war stets ein solides Anker für die Huskies. Da eine Hamstring Verletzung ihn hinderte beim Combine, wird er wahrscheinlich zum 3. Runde Pick im Draft. Der massive Blocker kann sowohl Offensive Tackle spielen als auch Guard obwohl er eher den Guard Körperbau zeigt. Ein passabler Pick für die Bears, die oft Kyle Long ersetzen müssen.

philippgd – früher Tag 3: Alex Bars

In den Runden 4 und 5 schlage ich Notre Dame Offensive Guard Alex Bars vor. Als ich erstmalig sein Tape gesehen habe, war ich überzeugt, dass er niemals bei den Bears landen wird. Er hat einfach nicht gut genug gespielt. Dann habe ich das ganze überdacht und kam zu dem Entschluss, dass er doch ganz gut passen könnte. Bars spielte nämlich die gesamte Saison angeschlagen über eine Verletzung hinweg. Nun haben die Bears ihn zu einem Workout eingeladen, obwohl sein ehemaliger und vormals genannter Positionscoach Harry Hiestand bereits in Halas Hall alles über ihn zu wissen schien. Der hat ihn seinerzeit rekrutiert und hat mit ihm bereits gearbeitet. Und wenn der weiterhin von ihm überzeugt ist, kann er ja vielleicht doch mehr als ich im Tape gesehen habe.

Coach D – früher Tag 3: Ross Pierschbacher

Bama Fans glauben Pierschbacher ist ein 2. Tag Pick. Scouts sehen ihn eher in Runde 4-6. Er ist etwas limitiert und eher ein “abwarten wie er sich entwickelt” Prospect. Sein 6’3”, 302 Pfund Statur und seine Athletik machen ihn trotzdem zum interessanten Thema.

philippgd – später Tag 3: Phil Haynes

Wake Forest Guard Phil Haynes hat in einer überzeugenden aber etwas unter dem Radar fliegende Offensive Line gespielt. Er hat das Potenzial ein Steal in den späten Runden zu sein, wenn man ihn in das richtige Schema einfügt. Und das wäre in Chicago der Fall. Sowohl Handeinsatz als auch Beinarbeit sind entwickelt. In Pass Protection benötigt er Verfeinerungen, verliert da noch zu schnell die Kontrolle, weil er die Arme zu lang streckt. Seine Füße sind spritzig allerdings noch etwas unsauber gesetzt. Ein Spieler mit dem man gewiss noch arbeiten muss, aber der nötige Grundlagen dafür mitbringt.

Coach D – später Tag 3: Keaton Sutherland

Combine snub Projekt. Mit 6’5” und 315 Pfund kann er trotzdem schnell mit den Füßen arbeiten. Er zeigte deutlich dass ihn das Texas A&M Coaching nicht gut getan hat beim East-West Shrine Game, wo er sich stets verbesserte. Ein typischer Pace Draft Steal wenn er ihn in Runde 6 oder 7 holt.

Tight End

Übereifrige Analysten werden hier nicht zustimmen, doch die Bears benötigen eine Verstärkung auf Tight End. Möglicherweise gehört die Position in einem, durch die Bank weg, ausbalancierten Kader, zu den größten „Needs“, wie man zu sagen pflegt. Trey Burton musste überbezahlt werden im letzten Jahr, da man zu diesem Zeitpunkt nur Adam Shaheen vorzuweisen hatte. Er ist kein Spieler, den man „Inline“ blocken sehen will, sondern der eher als zusätzlicher Receiver aufgestellt wird. Wie wichtig er da ist, mussten wir mit ansehen, als er im letzten Playoff Spiel gegen die Philadelphia Eagles fehlte. Man hatte schlichtweg keinen Ersatz für ihn im Kader, denn Ben Braunecker erfüllt nicht annähernd das Profil eines NFL Starters, Adam Shaheen ist eher derjenige, den man Inline aufstellt und Dion Sims konnte keine Bälle fangen. Letzterer ist nun entlassen, weshalb ein Platz im Kader frei ist, den man sowohl mit einem Receiving Tight End als mit einem hybriden klassischen Tight End über den Draft auffüllen kann. In Nagys System erhalten diese Positionen eine hohe Priorität. Gut möglich, dass er sie in der Spitze oder der Breite verstärken will. Vielleicht gelingt ihnen sogar beides mit einem Talent.

janikbears – Tag 2: Kahale Warring

Kahale Warring von der San Diego State University ist ein großer physischer Spieler und ist dabei sehr definiert. Als ehemaliger Basketballspieler hat er eine natürliche Begabung bei Contested Catches und im Finden des richtigen Catch Points. Er bringt aber mehr als nur das Talent eines Red Zone Threats mit und könnte langfristig womöglich sogar Trey Burton ersetzen. Auch im Blocking kann er sich noch verbessern.

philippgd/Coach D – Tag 2: Jace Sternberger

[philippgd] Zunächst weise ich auf meine Videoanalyse über Sternberger hin. Er ist nicht der athletische Freak, den man in Runde 1 draftet, wie es mit Noah Fant und T.J. Hockenson sehr wahrscheinlich passieren wird und könnte später noch zu haben sein. Eventuell ist ein Uptrade für ihn notwendig. Sternberger ist ein guter Blocker, der noch Feinarbeit benötigt. Bemerkenswert ist seine Art den Ball in vollem Lauf zu fangen und danach mit Physis durch alles und jeden Durchlaufen zu wollen. In der letzten Saison trägt er in einer Szene über 30 Yards einen Safety auf seinem Rücken spazieren mit dem Ball in der Hand ehe er von einem weiteren Spieler endgültig gestoppt werden konnte. Am Schluss des Drives konnte er sich für diesen „bösen“ Lauf nach dem Catch sogar mit einem Touchdown zwei Plays später belohnen.

[Coach D] Jace Sternberger wird von manchen als 1. oder 2. Runde Pick gesehen. Bedenkt man was wir in den letzten Jahren von Tight Ends im Draft gesehen haben, ist es aber gut möglich das Sternberger noch zu haben sein wird und tiefer fällt als er es verdient hat. Nach dem Motto “best available”, wäre ein Sternberger Pick absolut nachvollziehbar an 87. Stelle. Seine Schnelligkeit und sicheres Route Running könnten ihn zum Tag 1 Starter machen.

janikbears/philippgd – früher Tag 3: Josh Oliver

[philipp] Ein Talent mit sehr viel Potenzial. Spielte mit schwachen Quarterbacks und wechselnden Koordinatoren, die ihn kaum bis gar nicht entwickelten. Im Blocking hat man ihn kaum gesehen. Er kann zunächst als Ersatz für Trey Burton gedraftet werden mit der Möglichkeit in zwei Richtungen zu arbeiten. Entweder verbessert man sein Blocking um ihn später Inline aufstellen zu können oder man verfeinert seine Fähigkeiten als Receiver damit er der zukünftige Starter als Flex oder auch Split End werden kann. Denn dort zeigt er bereits verschiedene Arten um sich vom Gegenspieler zu lösen. Er kann dort physisch, mit Beschleunigung und/oder technisch gewinnen, was ihm gegen athletischere und physischere Matchups in der NFL sicherlich helfen wird. Das werden Coaches und Quarterbacks an ihm mögen. Bereits in der Spielvorbereitung kann man darauf eingehen und Oliver wird, gesetzt dem Fall, dass er sich weiterentwickeln kann im Receiving, ein Spieler sein, der in jedem Duell die Oberhand behalten kann.

Coach D – früher Tag 3: Kaden Smith

Der Old School Tight End gilt beinahe ausgestorben. Ihr wisst schon, ein Blocker mit guten Hände, der eher ein Redzone Threat ist als ein Teil des Passing Games. Stattdessen sehen wir immer mehr Jimmy Graham oder Jordan Reed-Style Spieler auf dieser Position, Route-Runners eben. Kaden Smith erinnert stark an Jason Witten oder Greg Olsen.

janikbears/philippgd – später Tag 3: Trevon Wesco

[janik] In einer passlastigen Liga sind diejenigen, die den Ball sehr gut fangen können, nicht mehr zu haben. Dann ist Trevon Wesco von West Virginia die beste Option. Er kann den Ball sicher fangen, ist aber allen voran der beste Blocker dieser Tight End Klasse. Das ist technisch sauber und sehr konstant. Dion Sims ist nicht mehr im Kader doch die Bears haben scheinbar Interesse an reinen Blocking Tight Ends. Ihm kann man diese Rolle in Jahr 1 seiner Karriere bereits zutrauen, was überaus selten ist.

[philipp] Mit Wesco können die Chicago Bears zwei, wenn nicht drei, Fliegen mit einer Klappe schlagen. Neben Dion Sims befand sich im letzten Jahr auch Fullback Michael Burton im Kader und beide mussten zu Beginn einen Platz in der 46er Spieltagsaufstellung einnehmen. Wesco kann als zweiter Tight End und als Fullback blocken und als H-Back ist er definitiv auch ein besserer Receiver als Bradley Sowell.

Coach D – später Tag 3: Donald Parham

Niemand weiß ob Parham zum Superstar oder Flop wird in der NFL. Vor der 7. Runde wäre er ein zu großes Risiko. Dann hat er aber Steal Potenzial. Groß gewachsen, jedoch relativ schmal für einen Tight End, ohne Blocking Skills, bringt er aber einen unheimlichen Catch Radius und Schnelligkeit mit. Mit 203 cm Länge, ist er wirklich groß und kann zu einer Matchup Waffe gegen Nickelbacks und Linebacker werden.

Receiver

Robinson, Gabriel und Miller sind gesetzt. Dahinter bietet sich mit Wims bereits ein junges Talent an, dass in dieser Offseason einen Schritt näher an die Starter heranrücken kann. Seine letzten Eindrücke, die er am Saisonende hinterlassen hatte, waren dahingehend vielversprechend. Mit Cordarelle Patterson befindet sich eine weitere Verstärkung im Kader. Doch die ersten beiden genannten Robinson und Gabriel mussten mit hohen Verträgen ausgestattet werden um sie in die Windy City zu locken. Vor 14 Monaten war noch keiner der fünf Receiver Teil der Mannschaft weshalb man dort sehr viel Druck hatte und etwas überbezahlen musste. Findet man im Draft einen jungen, aus Cap Perspektive günstigen, Nachfolger oder jemanden der als vertikales Ziel oder in Special Teams mehr Explosivität ins Spiel mitbringen kann, wird man in Chicago sicherlich nicht abgeneigt sein, ihn zu holen.

janikbears/philippgd – Tag 2: Terry McLaurin

[janik] Das erste Mal, dass er mir in Augenschein getreten ist, war nicht etwa nach einem auffälligen Play, einem großartigen Touchdown, sondern beim Senior Bowl. Dort fiel auf, dass er während der Übungen immer wieder seinen gegnerischen Defensive Backs erklärte, nachdem er diese besiegt hatte, wie sie ihn das nächste Mal besser stoppen könnten. Das ist etwas, wovor ich großen Respekt habe, schließlich wird er auch in Zukunft gegen einige von ihnen wieder spielen, denn es beweist, wie hoch seine charakterlichen Eigenschaften einzuordnen sind.

[philipp] McLaurin ist gut in Special Teams, womit wir das erste Häkchen setzen können und kommt von einer der anerkanntesten College Football Programme der Vereinigten Staaten von den Ohio State Buckeyes. New Orleans Saints Wide Receiver Michael Thomas kommt da zum Beispiel auch her. Den nenne ich, weil er ähnlich wie McLaurin kaum Anerkennung im Draftprozess erhielt, was sich am Ende für 31 Teams als fatale Fehleinschätzung herausgestellt hat. Terry erhielt verhältnismäßig wenig Bälle in seinem Team, was nicht zuletzt an der großartigen Konkurrenz im Team lag und daran, dass sein Mitspieler Parris Campbell das beliebte Ziel im Kurzpassspiel der Buckeyes gewesen ist. Pace und Nagy werden nicht müde in den letzten Wochen zu betonen, wie sehr man sich explosive Plays wünscht. McLaurin hat im Schnitt über 20 Yards pro Reception für sein Team herausgeholt. Zweites Häkchen! Produktiv ist er auch, erzielte er in zwei Jahren 17 Touchdowns. Er ist schnell, produktiv und ideal geeignet um in der Bears Offense ein zusätzliches Puzzleteil zu sein. Ein Drittrundenpick könnte vielleicht nicht reichen, aber er passt so sehr in Paces Profil, dass ein Uptrade, sofern er ab Mitte der zweiten Runde noch da ist, durchaus realistisch ist.

Coach D – Tag 2: Emanuel Hall

Emanuel Hall wird zum Top Spieler der NFL wenn er vom richtigen Team gedrafted wird. Er besitzt feine Anlagen und ist extrem schnell, vor allem aus dem Break. Der Missouri Receiver flog unter dem Radar bis er 4.39 Sekunden beim Combine lief. Scouts sagen, dass er komplizierte Routen sehr schwerfällig läuft, daher wäre er vielleicht noch zu haben an 87 und könnte definitiv zum X Receiver für eine Mannschaft mit dünner Receiverliste gereichen. Die Bears haben Allen Robinson, Taylor Gabriel, Cordarelle Patterson und Anthony Miller, könnten hier dennoch früh zuschlagen und ein weiteres Talent ihrem Receiving Corps hinzufügen.

janikbears – früher Tag 3: Miles Boykin

Am frühen Tag 3 für die Runden 4 und 5 schlage ich Miles Boykin von der Notre Dame University vor. Er hat ein extrem athletisches Skillset mit tollen Ball Skills. Weshalb er trotzdem erst an Tag 3 zu bekommen ist, kann relativ leicht begründet werden. Boykin zeigt nicht dass, was man von einem NFL Receiver verlangt, deutet es aufgrund seines hohen Potenzials nur an. Gegen Press Coverage hat er seine Schwächen, obwohl er die Physis dafür mitbringt. Technisch muss man ihn dort allerdings entwickeln. Er ist ein ziemlich guter Blocker und könnte langfristig Taylor Gabriel ersetzen. Dort bringt er neben einem ähnlichen Stärkenprofil wie Gabriel zusätzliche Fähigkeiten aufgrund seiner physischeren Körpermaße mit. In Sachen Catch Radius und Contested Catches kann man von Boykin sicherlich mehr erwarten als von Gabriel.

philippgd – früher Tag 3: DaMarkus Lodge

Wenn Lodge am dritten Morgen nach dem Aufwachen noch da ist, was bei der exzellenten Besetzung der Draftklasse bei den Receivern durchaus passieren kann, dann wünsche ich mir diesen Spieler in den Reihen meines Lieblingsteams. A.J. Brown und DK Metcalf erhielten mehr Bälle in der Rebels Offense und bekommen nun im Draftprozess auch die viel größere Aufmerksamkeit. Wenn Lodge in einigen Jahren als der beste der drei Receiver hervorgeht, würde es mich nicht überraschen. Was er nämlich mitbringt, passt weniger ans College als in die NFL. Lodge kann auf unterschiedlichen Wegen Press Coverage schlagen. In der NFL stellt sich eine Formation in der Regel breiter auf als am College. Für Receiver auf den Außenbahnen gibt es daher weniger Platz weshalb sie viel häufiger bereits an der Line of Scrimmage in die Mangel genommen werden. DaMarkus kann dort bestehen und als Z Receiver auf engstem Raum gegen physische Cornerbacks bestehen. Hinzukommt seine unglaubliche Körperkontrolle in Contested Catch Situationen und an der Außenlinie. Seine Fanghände sind inkonstant. Dies scheinen aber Unkonzentriertheiten zu sein, da er immer wieder sehr schwierige Bälle herunterholt, die er bei technischen Problemen sonst nicht fangen könnte.

Coach D – früher Tag 3: Terry McLaurin

Nach dem Combine werden Athleten oft höher bewertet aufgrund der Athletik. Ohio State WR Terry McLaurin ist einer davon. 5. Runde Talent mit 1. Runde Athletik, ergaunert er zurzeit viel Aufmerksamkeit von Medien-Typen. Als 5th Rounder wäre er sicher ein Steal, in früheren Runden aber meiner Meinung nach zu riskant.

janikbears – später Tag 3: Cody Thompson

Cody Thompson wird der neue Preseason Star bei den Bears. Nach Daniel Braverman und Tanner Gentry brauchen wir händeringend wieder einen „weißen“ Receiver, der ein wenig Route Running kann, aber nicht über die ausreichende Athletik für die NFL verfügt. Der kann dann nach tollen Stats in den Preseason Games von vielen Fans wieder im Kampf um die Kaderplätze gefordert werden. Ich brauche diese Diskussion einfach im Sommer. Daher fordere ich Cody Thompson als den „Next Preseason Star“, den „Next Daniel Braverman“ *Sarkasmus Aus, der nächste Bitte!*

philippgd – später Tag 3: Anthony Ratliff-Williams

Der ehemalige Mitspieler von Mitch Trubisky an der University of North Carolina kam als Quarterback zu den Tar Heels. Aufgrund der schier zu großen Konkurrenz, die ihm unser Franchise Quarterback geboten haben muss, entschied er sich auf Receiver umzuschulen. Er ist ein sehr guter Kickoff Returner und besitzt ein gutes Gefühl für die weichen Zonen in der Pass Offense. Bei Fades und Option Routes zum Beispiel. Zum Combine war er nicht eingeladen, lief dann beim Pro Day aber eine 4,46 im 40yd Dash und bestätigte damit sein Talent für explosive Plays. Ratliff-Williams ist ein sehr roher Receiver, der allerdings sofort eine wichtige Rolle in den Special Teams einnehmen kann.

Coach D – später Tag 3: Davion Davis

Davion Davis ist ein wenig besprochener Spieler mit großem Talent. Aufgrund einer Verletzung am Unterschenkel konnte er die Saison nicht zu Ende spielen. Deshalb wird es schwer für ihn, eher gedrafted zu werden. Hinzu kommt, dass er an der Sam Houston State Universität spielte, nicht gerade ein Football Powerhouse. Er wäre genau das wonach Ryan Pace gerne greift.

Das war nun unsere Zusammenfassung der „verschollenen“ Podcast Aufnahme. Wir hoffen, ihr konntet euch mit dem ungewöhnlichen Format anfreunden und schaltet auch wieder zur dritten Folge unserer Draftreihe ein, wenn wir uns, dann wieder akkustisch, mit den Talenten der Defense beschäftigen. Ihr habt Fragen, wollt etwas zu anderen Prospects wissen, dann stellt sie einfach in den Kommentaren. Wir antworten gern und machen nichts lieber als über Football zu schreiben und zu reden.

philippgd
Bears Fan seit 2005, Beardown Germany Mitglied seit 2015. Ehemaliger O-Liner, dementsprechend mit einem Faible für diese Positionsgruppe. Heute vielmehr als Draft Nerd bekannt und ist seit 2019 Scout/Autor für das Football-Magazin "SCOUTREPORT".