VorBEARicht: Bears @ Vikings ’18

Quelle: Daily Norseman

Die 8-6-1 Minnesota Vikings sind an diesem Sonntag um 22:25Uhr Gastgeber für die 11-4 Chicago Bears. Das Spiel wird Live in der Konferenzschaltung auf ProSiebenMaxx übertragen. Die Voraussetzungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während das Heimteam quasi sein erstes Playoff Spiel vor der Nase hat und nur noch geringe Playoff-Chancen bei einer Niederlage hätte, geht es für unsere Bears praktisch um nichts. Das Spiel wird einem Warmlaufen für die Playoffs gleichen. Da kann man sich nur den Worten von BDG Chefredakteur janikbears anschließen:

Die Erstellung eines Matchplans ergibt daher wenig Sinn. Den wollen wir uns, genauso wie Head Coach Nagy, lieber für ein vermeintliches Wiedersehen in der Wildcard-Runde aufsparen. Vielmehr gilt es am Sonntag potenziellen Rotationsspielern Spielpraxis zu geben. Sie müssen in Form sein, sollte dem Team ein Ausfall in der Startelf drohen. Außerdem erleben wir in jeden Playoffs so genannte One-Hit-Wonder, zum Beispiel Alfonzo Dennard, die in den kurzen vier Wochen in Topform dem Spiel ihren Stempel aufdrücken und danach teils wieder völlig in der Versenkung verschwinden.

Sherrick McManis

In den Special Teams schon jahrelang eine Bank, blüht McManis auf der Position des Nickelbacks seit der Verletzung von Bryce Callahan richtig auf. Bereits bei seinem ersten Start gegen Randall Cobb und die Green Bay Packers erlaubte er wenige vollständige Passversuche in seine Richtung und sorgte für athletische Pass Breakups. Eine noch bessere Leistung erlebten wir gegen die San Francisco 49ers. Adam Thielen wird ihn nun mit der Vikings Offense testen. Der Receiver ist vor allem aus der Slot effektiv, aber konnte im ersten Aufeinandertreffen vom verletzten Callahan in Schach gehalten werden. Bisher lässt McManis keinen Zweifel daran zu, dass er ihn auch ausschalten kann. Limitiert er nun auch Thielen, müssen sich die Bears keine Gedanken über seine Personalie machen.

Deon Bush

Der Safety erhält zum ersten Mal in seiner Karriere die Chance in zwei aufeinanderfolgenden Spielen als Starter aufzulaufen. Hinter Eddie Jackson konnte er kaum Spielpraxis sammeln. Für ihn ist das die Gelegenheit sich für kommende Aufgaben zu beweisen. Immerhin muss Bush bereits an die kommende Free Agency Phase denken. Im letzten Spiel zeigte er uns eine fehlerfreie Leistung. Wir sahen keine herausragenden Big Plays a la Jackson, aber die muss er nicht präsentieren. Jackson sollte für die Playoffs zurückkommen. Es ist dann allerdings gut zu wissen, dass sich die Coaches auf Bush verlassen und ihn gelegentlich ins Spiel einwechseln können. Dazu benötigt er ein erneut fehlerfreies Spiel, dass trotzdem weitestgehend unauffällig ist.

Isaiah Irving

Aaron Lynch wird erneut ausfallen. Daher werden wir Irving hoffentlich öfter auf dem Feld sehen. Im letzten Spiel wurde er lediglich für sieben Snaps aufgestellt. Zu wenig um Floyd und Mack wichtige Verschnaufpausen zu geben. Verständlich jedoch, wenn man seine Ineffektivität berücksichtigt. Vielmehr ist es die Kreativität von Coordinator Vic Fangio, mit der das Team derzeit den kurzfristigen Ausfall von Lynch kompensiert. Die Bears setzen seitdem häufig auf eine 4-3 Aufstellung mit Bilal Nichols, Roy Robertson-Harris und Jonathan Bullard in der Rotation. Für Irving ist es die letzte Gelegenheit sich für die Playoffs zu beweisen. Momentan scheint er allerdings nicht zu den potenziellen Kandidaten auf den „One-Hit-Wonder“-Award.

Kevin White

Da kommen eher die nächsten beiden in Frage. Allen Robinson wird für das morgige Spiel ausfallen. Derzeit wissen wir nicht, ob White oder Wims für ihn in die Aufstellung rückt und dann bleibt die Frage wie viele Snaps sie eigentlich hinter Gabriel, Miller und Bellamy erhalten werden?

Kevin White wurde 2015 in der ersten Runde gedraftet um der zukünftige Nr.1-Receiver im Team zu werden. Zahlreiche Verletzungen hielten ihn jedoch davon ab. Seit Wochen befindet sich White, obwohl er fit ist, nicht im 46er Kader für den Spieltag. Sein Vertrag läuft aus und seine Zukunft ist damit nicht nur bei den Bears sondern in der gesamten NFL ungewiss. Viele bezweifeln, dass er jemals in der Lage sein wird, eine gewichtige Rolle in einer NFL Offense einzunehmen. Gegen die Vikings könnte er diese Gelegenheit erhalten.

Javon Wims

Wims konnte sich bisher noch nicht für Größeres beweisen. Bereits kurz nach dem Draft war klar, dass man mit dem Siebtrundenpick ein Talent zur langfristigen Entwicklung geholt hat. Er bietet jedoch den Überraschungsfaktor für die anstehenden Playoffs. Es gibt nur wenig College Tape von ihm und aus der NFL fast gar nichts. Gegnerische Cornerbacks werden es schwer haben, sich auf sein Spiel vorzubereiten. In der Red Zone könnte er bereits dieses Jahr eine echte Matchup Waffe für den Gegner werden. Ein Talent wie Wims in guter Form ist prädestiniert für einen Durchbruch in den Playoffs. Fragt sich nur warum Coach Nagy eine potentielle Geheimwaffe bereits in einem unwichtigen letzten Spiel der regulären Saison enthüllen sollte?

Wir werden sehr wahrscheinlich erneut nichts von ihm sehen und uns genauso überraschen lassen müssen, was sie eventuell in dieser Saison noch mit ihm vorhaben.

Cody Parkey

Parkey ist noch nicht der konstante Placekicker, den die Bears haben wollen. Bisher verwandelte er im Schnitt drei von vier Field Goal Versuchen. Zwei Extrapunkte hat er bereits verschossen. In der Öffentlichkeit stärken Coaches und Mitspieler ihm den Rücken. Hinter verschlossenen Türen sieht das wahrscheinlich anders aus. In engen Spielen muss ein Kicker seine Aufgaben erledigen. Gerne möchte man ein Game Winning Field Goal aus einer Distanz über 55 Yards sehen, aber darum geht es nicht. Sein Playcaller muss sich darauf verlassen, dass er konstant jeden Versuch um die 40/45 Yards Entfernung und kürzer verwandelt und das die Extrapunkte zwischen die Pfosten gehen. Alles andere ist Bonus. Derzeit gehen die Bears neben den Vikings und eventuell den Pittsburgh Steelers mit dem inkonstantesten Placekicker in die Playoffs. Die 49ers waren 2012 das letzte Team, dass es mit einem so schwachen Kicker in den Super Bowl schaffte. Unter Wettkampfbedingungen kann er sich am Sonntag selbst und Matt Nagy die nötige Sicherheit und das Vertrauenfür die Postseason geben.

Wie bereits gesagt, für die Bears ist es ein Warmlaufen. Wir sollten daher nur wenig Schlüsse auf zukünftige Begegnungen in den Playoffs aus dem Spiel gegen die Vikings am Wochenende ziehen. Nagy wird sein Playbook kaum öffnen und seinen Matchplan nicht verraten. Das macht es seinem Team schwer als Sieger vom Feld zu gehen. Das ist allerdings nicht die Aufgabe. Im schlimmsten Fall gehen die Chicago Bears mit einem 11-5 Record als drittplatziertestes NFC Team in die Playoffs. Das dürfen wir uns alle nochmal auf der Zunge zergehen lassen.

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