VorBEARicht: Bears vs Lions ’18

Quelle: Mike Dinovo, USA TODAY Sports

Die Chicago Bears sind zurück im heimischen Soldier Field und empfangen die Detroit Lions zu ihrem zweiten Division Duell. Die Lions waren für mich bisher immer das Team in der NFC North, die ich noch am meisten mochte. Doch dann kam er…

… und die Lions werden mir komplett unsympathisch. Ich könnte jetzt einen halben Aufsatz darüber schreiben, wie ätzend ich Matt Patricia finde, doch das spare ich mir für meine nächste „Chefsache“ Kolumne. Im VorBEARicht soll es um das Spiel gehen.

Die Bilanz der Bears gegen die Lions sieht in den letzten Jahren nicht so rosig aus (Oh Wunder). Seit 2013 liegt sie bei 1 – 9. Ja, genau. Wir haben gegen die Lions in dieser Zeitspanne sogar einmal weniger gewonnen, als gegen die Packers. Es wird Zeit das zu ändern.

Match-Plan

Defense

Wie bereits bei meinem Gastspiel in der Kickoff Show von Christian Hoeb & Roman Motzkus gesagt, wird es vor allem wichtig für die Bears Defense sein, dass sie den Lauf gestoppt bekommt. In den letzten beiden Spielen traf die Defense bereits auf Teams, die vor allem über den Lauf kommen und haben deren Runningbacks komplett ausgeschaltet. Gleiches Schicksal muss auch Kerryon Johnson nun erleiden, wenn man die Offense der Lions stoppen möchte. Die Lions sind in den 5 Spielen, in denen sie mehr als 24 Punkte erzielt haben im Schnitt 140 Yards gelaufen und in den drei Spielen, wo sie nicht auf diese Anzahl an Punkte kamen, konnten sie durchschnittlich nur 46 Yards erzielen. Neben der D-Line ist dabei vor allem Roquan Smith gefragt, denn sein Sideline-to-Sideline Speed kann Johnson einfangen, der am liebsten nach außen ausweicht und dort im offenen Raum aufgeht.

Kommen wir auf die Passverteidigung zu sprechen. Das ist vermutlich der Part, auf den alle von euch seit der 10 Sack Performance der Vikings gewartet haben. Ich spiele ungern den Spielverderber, aber die Offensive Line der Lions ist wirklich nicht schlecht, so wirkte das Spiel auf mich eher wie ein verdammt schlechter Tag. Gegen die Vikings gehen 5 Sacks auf die Kappe der OL, zwei waren Coverage-Sacks, einer geht auf Matthew Stafford, ein weiterer Sack war ein Conerback-Blitz, bei dem entweder Stafford oder die Line die Absicherung falsch ausrichtet und zu guter Letzt ein Sack der aufgrund eines Missverständnisses bei den Wide Receivern versteht (ich schwöre, sowas habe ich vorher noch nie gesehen). Die Lions Offensive Line wurde in dem Spiel vor allem durch Geschwindigkeit geschlagen (Hallo, Lenny!), indem der Pass Rusher einen Weg über Außen antäuscht und dann doch nach innen zieht (bspw. durch einen Spin Move). Das macht mich bei LT Taylor Decker jedoch stutzig, da er und der linke Guard Frank Ragnow durchaus athletisch und dadurch auch der Grund für Kerryon Johnsons Vorliebe über links zu laufen sind. RT Ricky Wagner hingegen kann tatsächlich als durchschnittlich beschrieben werden und aufgrund des Ausfalls von RG T.J. Lang, hat er am Sonntag nur Back-Up RG Wiggins an seiner Seite – RETURN OF THE MACK! Aus dem Vikings Spiel lässt sich allerdings ableiten, dass Detroits OL erhebliche Probleme mit Stunts hat, also sollte Vic Fangio mal etwas aus seiner Trickkiste auspacken.

Matthew Stafford hingegen spielt derzeit nicht so, wie er es in den vergangenen Jahren tat. Wenn die Defense es schafft, ihn aus der Pocket zu scheuchen, ist das in dieser Saison bereits die halbe Miete, dort ist er nämlich einer der schlechtesten Quarterbacks derzeit.

Die Detroit Lions Offense besteht vor allem aus Kurzpässen, so wirft Matthew Stafford im Schnitt nur 5 Yards hinter die Line of Scrimmage, allerdings erzielen die Lions Receiver danach durchschnittlich 5,8 Yards nach dem Catch – die Bears sollten daraus kein Packers/Miami/Patriots Spiel werden lassen. Wenn Stafford mal einen Tiefenball wirft, dann ist Marvin Jones seine erste Anspielstation. Jones bekam in dieser Saison 12 tiefe Pässe zugespielt, konnte allerdings nur drei davon fangen, davon wiederum verwandelte er zwei direkt zu Touchdowns. Sein Duell mit Kyle Fuller wird ein weiterer Schlüssel zum Erfolg. Fuller ist in den letzten Wochen on Fire, doch seine Saisonbilanz gegen Tiefenbälle liegt bei 5 zugelassene Receptions aus 8 Versuchen. Die Bears sollten für einen positiven Ausgang kein erneutes 80+Y Spiel von Marvin Jones zulassen.

Offense

Hier kommt es ebenfalls auf das Laufspiel an. Die Lions lassen in dieser Saison durchschnittlich 5,1 Yards pro Lauf zu, hinzu kommen bereits 6 Rushing Touchdowns. In vier der fünf Niederlagen erzielten ihre Gegner 150+ Yards durch das Laufspiel. Schon im Vorfeld, aber vor allem seit Damon Harrison bei den Lions ist, sind sie gegen Läufe über die Außen anfällig. Hierzu muss ich kurz meine Aussage bei der KickOff Show zurücknehmen, wo ich sagte, Harrison hätte keinen großen Einfluss bisher gehabt. Vor seinem Eintreffen ließen die Lions auch 5,3 Yards durch die Mitte zu, jetzt nur nur magere 3,1 Yards. Nichtsdestotrotz könnte es der Durchbruch für Jordan Howard in dieser Saison werden, wenn nicht, hat auf alle Fälle Tarik Cohen seinen Spaß.

Gegen den Pass fehlt den Lions am Sonntag ihr Star-Conerback Darius Slay verletzungsbedingt. Für ihn wird Back-Up Teez Tabor ins Spiel kommen, der bisher ein perfektes Passer Rating zulässt und wie sein morgiger Partner Devin Lawson schon 6 Strafen verursacht hat. Teez Tabors Geschwindigkeit war schon zu Draft Zeiten ein großer Makel und aufgrund der vielen Manndeckungen im Defensivspiel der Lions haben die Bears hier einen erheblichen Match-Up Vorteil. Viele kurze Pässe, wogegen die Lions besonders anfällig sind, auf Taylor Gabriel oder auf Trey Burton, der gegen Detroit in der Mitte Räume bekommen und ausnutzen wird, sind die beste Marschroute und gleichzeitig sichere Optionen für Trubisky. Zusammenfassung: Über Außen laufen und durch die Mitte passen.

Fazit

Die Chicago Bears sind klarer Favorit und müssen dieses Spiel gewinnen, erst Recht, wenn sie wirklich in die Playoffs wollen. Dafür müssen nämlich Siege innerhalb der Division her, sodass man am Ende mindestens eine Bilanz von 3 – 3 aufweist. Wer das nicht schafft, der schafft es historisch gesehen so gut wie nie in die Playoffs.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.