VorBEARicht: Bears @ Bills ’18

Quelle: Baltimore Sun

Zum zweiten Mal in Folge gehen die Chicago Bears als Favorit in das Spiel. Aus Erfahrung wissen wir, dass dies nicht immer ein Vorteil für unser Team in der Vergangenheit gewesen ist.

Auswärts gegen die Buffalo Bills soll nun die Tour durch die AFC East für dieses Jahr beendet werden. Gegen Nathan Peterman und sein 2-6 Team sollte das doch machbar sein, oder? Doch wer meint, man könne mal eben nach Buffalo fahren und nen einfachen Sieg mitnehmen, der wird sich auf dem Feld am Sonntag gewaltig umsehen. So ist es nämlich in diesem Jahr schon den Titans und Vikings passiert. Spätestens seit der Niederlage gegen die Miami Dolphins und Backup Brock Osweiler sollten auch bei den Bears sämtliche Alarmsirenen schrillen.

Denn die Bills sehen sich selbst keineswegs als Team, dass um den Erstrundenpick „fightet“. Sie wissen aber auch, dass sie mit ihrem limitierten Talent nur über einen Weg als Sieger das Feld verlassen können. Und zwar über den Kampf. Nehmen die Bears diesen nicht an, werden sie verlieren und den Aufschrei aus Chicago hören, bevor sie wieder im Flieger sitzen.

Offense

Es wird trocken, sonnig und kalt am Sonntag im Ralph Wilson Stadium. Ein Wetter mit dem die Bears umzugehen wissen, dass den Bills aber im Winter sicherlich gegen andere Gegner nochmal in die Karten spielen wird.

Die Defense von Buffalo ist definitiv nicht Schuld an der schwachen ersten Saisonhälfte, obwohl sie nur 19. in erlaubte Punkte ist. Denn gute Field Positions nach Turnovern machen es der gegnerischen Offense deutlich leichter zu scoren. Bears Fans kennen diese Problematik aus den letzten Jahren.

Vor allem die Passverteidigung kann nämlich zu den besten des Landes gezählt werden. Jerry Hughes, Lorenzo Alexander und Kyle Williams können gleichzeitig über unterscheidliche Wege innen wie außen Druck auf unseren Quarterback ausüben. Eric Kush wird den verletzten Guard Kyle Long ersetzen. Bisher erlaubte unsere Offensive Line sehr wenig Druck auf Trubisky. Es erwartet sie allerdings der größte Härtetest der bisherigen Saison. Hinzu kommen mit Tre’Davious White und Ryan Lewis zwei sehr talentierte Cornerbacks, die es verstehen ihre Seite zu covern.

Den Bears bleibt also nur die harte Tour. Der Weg durch die Mitte. Da bekommen Matt Milano und Rookie Tremaine Edmunds immer wieder Probleme. Letzterer befindet sich sogar noch im Concussion Protocoll und droht auszufallen. Dahinter stehen die Safeties Jordan Poyer und Micah Hyde. Zwar haben alle schon gestrahlt auf dem Feld, aber Inkonstanz ist wohl die richtige Beschreibung für die Vier. NFL Insider und Fantasy Nerd Michael Fabiano bezeichnet Trey Burton als „Sit of the Week“. Da halte ich gegen und sage, dass Tight End Burton und Anthony Miller als Slot Receiver die Faktoren einer erfolgreichen Offense in diesem Spiel sein werden.

Die Begründung, Gronkowski erzielte im letzten Spiel nur knapp über 40 Yards ist haltlos. Denn die Patriots mussten gegen diese Defense mehr Run Blocker aufstellen als die Bears das nötig haben werden. Einmal können sie mit Checkdowns den Pass Rush überspielen und mit langen Pässen auf gelaufene Seam Routes von Burton die Safeties testen. Dies verschafft ihnen gleichermaßen Luft im Laufspiel. Jordan Howard und Tarik Cohen sind gefordert und eben beide viel gefährlicher als die Patriots Runningbacks im letzten Spiel. Läufe können am erfolgreichsten über die rechte Seite ausgeführt werden. Erneut fällt hier der Name Eric Kush. Mit Bobby Massie muss er gemeinsam den Weg frei machen. Denn auf dieser Seite bekamen sie in den letzten Wochen den Lauf nicht gestoppt. Neben der ausgemachten Schwachstelle in der Defense Matt Milano überlaufen die Gegner auch regelmäßig die anderen meist einseitig veranlagten reinen Pass Rusher. Trent Murphy war da eine Bank zu Saisonbeginn. Seit seinem Ausfall vor zwei Wochen ist auf dieser Seite alles offen und er wird am Sonntag erneut mit seiner Knieverletzung nicht am Spiel teilnehmen können.

Key Matchup: Jordan Howard gegen die Bills Front Seven

Die Bears werden erneut auf Sicherheit bedacht sein und ein ähnliches Gesicht wie gegen die Jets zeigen. In dem Wissen, dass die Bills nur durch Turnover ihrer Defense in diesem Spiel mithalten können.

Defense

Die Bills müssen auf Josh Allen und jetzt auch Backup Derek Anderson verzichten und wieder mit Nathan Peterman Vorlieb nehmen. Zuerst genannte würden der Bears Defense nicht gerade Probleme bereiten.

Der dritte Quarterback Peterman aber erst recht nicht. Bisher hat er bei keinem NFL Start durchspielen dürfen, weil sein Spiel zu fehleranfällig ist. Sein Arm ist einfach nicht NFL tauglich, noch dazu wurde ihm im letzten Jahr jegliches Selbstvertrauen genommen. Auf den Pass-„Angriff“ der Bills möchte ich daher gar nicht näher eingehen. 18 Turnover in bislang acht Spielen sprechen für sich. Wide Receiver Zay Jones ist vielleicht der einzige Lichtblick für die Zukunft zur Unterstützung des jungen Quarterbacks Allen. Die Offensive Line läuft mit zwei alten Bekannten auf. Vlad „Flag“ Ducasse und Jordan Mills dürften den Bears Fans nicht in bester Erinnerung sein und dass die beiden immer noch in der NFL starten, ist für manche von euch bestimmt ein Witz.

Beste Voraussetzungen für unsere Defense also, die Stat Line in Sachen Pass Rush und Turnover mal richtig nach oben zu schrauben. Doch den Gefallen werden die Bills, sofern sie das Spiel eng halten können, unserem Team nicht tun. Sie werden laufen, laufen und wahrscheinlich gelegentlich mal einen Laufspielzug einbauen. LeSean McCoy ist der einzige Spieler, der im Tandem mit Chris Ivory den Bears gefährlich werden kann. Kann das Team aus der Windy City das Spiel mit einem frühen Vorsprung kontrollieren und ist Peterman gezwungen zu werfen, wird das Spiel einseitig. Vielleicht sehen wir dann sogar noch Matt Barkley.

Key Matchup: LeSean McCoy gegen die Bears Front Seven

Es bleibt dabei. Die Bills können das Spiel nur über den Kampf gewinnen. Den muss die Bears Defense gegen das Laufspiel annehmen. Dann wird es ein nie gefährdeter Auswärtssieg Chicagos bevor man sich den divisionsinternen Duellen widmen darf.

philippgd
Bears Fan seit 2005, Beardown Germany Mitglied seit 2015. Ehemaliger O-Liner, dementsprechend mit einem Faible für diese Positionsgruppe. Heute vielmehr als Draft Nerd bekannt und ist seit 2019 Scout/Autor für das Football-Magazin "SCOUTREPORT".