Chefsache: Von Vögeln, Monstern und dem Einen

Ich habe in der Vergangenheit schon die ein oder andere Kolumne auf dieser Seite veröffentlicht. Jetzt, wo es neuerdings in Mode gekommen zu sein scheint seinen Kolumnen einen Namen zu geben (ja, das geht in deine Richtung „philippgd“), mache ich das auch mal und nenne meine „Chefsache“. Wozu ich in dieser Reihe meinen Senf dazu geben? Allem.
In meiner Kolumne wird das ein oder andere Mal scharf geschossen werden, wenn ich dabei jemanden auf den Schlips treten sollte, ist das nicht böse gemeint. Meistens jedenfalls. Aber ihr dürft euch auch ruhig wehren, ich kann was ab.

Jetzt aber los.

Vögel zwitschern nicht nur auf Twitter

Vor dem letzten Spiel in Miami war noch Friede, Freude, Eierkuchen. Nun geht erneut die Welt unter. Alles wegen einem einzigen Spiel. Wie sehr ich doch das Land unter in den Medien liebe. Als noch alles rosig war, tätigte ein Herr im folgenden Clip eine heute schier unmögliche Aussage, nämlich das die Bears in die Playoffs einziehen werden.

Colin Cowherd ist ein Vogel. Das meine ich weder sonderlich negativ, noch positiv. Okay, doch eher negativ. Aber wenn er nett über mein Lieblingsteam redet, höre ich ihm gerne dabei zu.

(Einfach herrlich, oder?)

….

Aber Moment mal.. Punkte Differenz? Die Punktedifferenz der gewinnenden Teams ist höher als die der Verlierer? Nein, sag bloß. Das hätte ich ja nie für möglich gehalten! Ja, liebe Leute, für diese atemberaubende Leistung bekommt so jemand einen Haufen Kohle von FOXSportsRadio.

Irgendwas mache ich scheinbar falsch. Dass die Herangehensweise nicht wirklich zielführend ist, haben wir nun geklärt. Es bleibt anzumerken, dass zu dem Zeitpunkt so gut wie die gesamte Punktedifferenz der Bears aus dem Tampa Bay Spiel kam, der Rest waren allesamt enge Partien.

Suche Monster für die Pats

Der letzte Sonntag war so etwas wie ein heftiger Schlag in die Magengrube für unsere Defense. Mein lieber Delfin, war das schlecht. Damit haben die eigentlichen „Monster of Midway“ bereits zwei Saisonspiele verhauen.

Beide Male war es dieselbe Art und Weise, mit der man sie an die Wand spielte: schnelles Kurzpassspiel. Beide Male wurden falsche Winkel gewählt, um den Gegenspieler nach dem Catch frühzeitig zu Boden zu bringen.

Beim ersten Mal ist es ein Ausrutscher. Beim Zweiten ein Problem. Sie haben gute Spieler, als auch gute Coaches und sollten die Sache nun nicht mehr als ersteres abstempeln, denn sonst wird es wieder passieren.

Da Pretty Boy Stats

  1. Es ist nichts besonderes dabei, wenn man eine nicht vorhandene Defense zerstört (Tampa Bay). Es gehört aber einiges dazu, wenn man selbiges mit der sechstbesten Defense in der DVOA Wertung (Defense-adjusted Value Over Average) anstellt, indem man gegen sie 28 Punkte & 300+ Yards erzielt.
  2. Ein Vergleich nach 6 Spielen zwischen Watson und Trubisky:
    • Mitch Trubisky: 70,2%; 252,2 Passing Yds. pro Spiel; 11 TDs; 4 INTs; 105.6 Rating; 32.8 Rushing Yds. pro Spiel;, 1 TD; 6,6 YPC
    • Deshaun Watson: 64,5%; 299,7 Passing Yds. pro Spiel; 9 TDs; 7 INTs; 90.8 Rating; 33.8 Rushing Yds. pro Spiel; 1 TD; 5,6 YPC
  3. Der 4. Platz unter den QB’s in Sachen Rushing Yards. Am allerbesten finde ich daran, dass Trubisky sogar grundsätzlich am Ende rutscht und nicht wie viele andere junge Quarterbacks durchzieht. Verfügbarkeit steht über allem. Ein verletzter QB ist eine verlorene Saison.

Zum Abschluss eine Frage: Wären alle wütend auf Ryan Pace, wenn Trubisky ein Alex Smith und Mahomes ein Aaron Rodgers ist?

Schreibt eure Antwort in die Kommentarspalte eurer Wahl. Hier geht es jetzt mit meiner Antwort weiter.

Ich für meinen Teil wäre es nämlich nicht und dabei bin ich bei weitem kein Freund des heutigen Alex Smith. Heutzutage wirkt es wie eine Farce, ein schlechter Witz. Die 49ers haben im Draft echt Alex Smith einem Aaron Rodgers vorgezogen? Zur damaligen Zeit war das vollkommen berechtigt. Doch während Aaron Rodgers vom großen Brett Favre und guten Coaches profitierte, fand Smith sich in San Francisco in einer nicht vorhandenen Struktur wieder (es gab damals einen Grund mit Jim Harbaugh komplett frischen Wind in den Laden zu holen). Lange Rede kurzer Sinn: In der Weiterentwicklung von Talenten ist es auch ein nicht ganz unwichtiger Faktor zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

„Da Kid“ befindet sich jedoch in seinem zweiten Jahr in einer so komfortablen Coaching Situation, die Alex Smith erst im achten Jahr seine Karriere vorfand. Wer kann schon sagen, wie ein Alex Smith jetzt dastünde, wenn sein Talent von vornherein so gefördert worden wäre? Dafür kann ich euch aber sagen, wo ein Mahomes nach einem Jahr mit John Fox wäre – am Ende.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.