VorBEARicht: Bears @ Dolphins ’18

Foto: David Banks // Getty Images

Herzlich Willkommen zurück aus der Bye Week und zu einem der bedeutendsten Spiele für das Bears Franchise.

Während unser Team sich die wohlverdiente Pause gegönnt hat, ist in Chicago so einiges passiert. Die Cubs sind ausgeschieden und nehmen dadurch nicht mehr die Hauptaufmerksamkeit auf sich. Alle Blicke sind jetzt auf die Bears gerichtet und das Team hat nun die Möglichkeit zu beweisen, dass mit ihnen von nun an wieder zu rechnen ist und der Saisonstart kein einmaliger Ausreißer nach oben war.

Dafür reisen unsere Mannen gen Miami zu den Dolphins. Die Dolphins haben die Saison mit drei Siegen gestartet und danach zwei Niederlagen einstecken müssen, sie befinden sich ebenfalls unter Zugzwang. Der Record spiegelt gut wieder, dass die Dolphins in der Tannehill Ära ein Heimteam sind, so erzielt er Zuhause im Schnitt 5-10 Punkte mehr. Das ist auch kein Wunder, denn ungewohnt im südlichen Klima zu spielen ist nicht einfach, das Stadion wird einem Ofen gleichen. Hier ist vor allem die Ausdauer der Bears und natürlich der richtige Matchplan gefragt, um den wir uns jetzt kümmern werden.

Matchplan

Defense

Die Miami Offense ist eine Gase Offense, womit alle Bears Fans wissen sollten, dass diese aus Screens, Screens und noch mehr Screens besteht. Also kürzere Pässe. Dazu passt auch, dass sie nach den Chiefs, Packers und Eagles die viertmeisten RPO’s der NFL werfen.

Der ausführende Part ist Ryan Tannehill, ein ordentlicher QB, der eig. alles mitbringt, doch Schwierigkeiten in Sachen Spielintelligenz (nach dem Snap) hat. Er neigt zu Fehlern, wenn sich die Defense Spieler anders verhalten, als er es vor dem Snap gelesen hat. Wie vorhin angesprochen, ist er auswärts generell schlechter, doch in den letzten beiden Spielen gegen die gute Bengals Defense und der von Bill Belichick ließ er leistungstechnisch ligaweit nur Bills QB Josh Allen hinter sich. In der Dolphins Offense nimmt Tannehill keine tiefen Drop-Backs, also keine 4 – 5 Schritte rückwärts, sondern bleibt in der Pocket.

Dieser Umstand nimmt vor allem unsere inneren Defensive Lineman in die Pflicht, da sie dadurch den kürzeren Weg zum Quarterback haben. Eddie Goldman wird sich mit Ex Bears Spieler Ted Larsen befassen, der den Langzeitverletzten, ebenfalls Ex Bears Spieler, Josh Sitton in dieser Saison ersetzt – Clip ab.

Doch nicht Eddie, sondern Akiem Hicks ist in erster Linie der Pass Rusher im Zentrum der Bears und dessen Guard gegenüber heißt Jessie Davies, welcher… ach, seht selbst. Clip ab.

Die Match-Ups für unsere Beiden sind mehr als optimal und das nimmt sie in die Pflcht frühzeitig für Druck zu sorgen, um das schnelle kurze Passspiel Miamis zu unterbinden. Der Gegenspieler von Leonard Floyd ist vermutlich Laremy Tunsil, der einzig wirklich gute Offensive Lineman im übrigen Dolphins Kader, doch ist dieser angeschlagen und konnte in keinem Training voll mittrainieren. Sollte er doch nicht ins Geschehen eingreifen können, dann wird ihn Sam Young ersetzen und der ist noch schlechter als die Guards (ja, das geht). Ja’Wuan James ist ein ordentlicher RT, den ich nicht umsonst in den Free Agency Podcasts in diesem Jahr erwähnt hatte, doch wir haben Khalil Mack. Die Schwäche von James liegt in der Geschwindigkeit (Clip), sei es ihn zu umkurven, oder diese bei einem Bull Rush in Power umzumünzen. Gut, das Mack genau das kann, denn Mack kann alles.

Die Runningbacks der Dolphins sollen in soweit kurz vorgestellt werden, indem ich euch mitteile dass Kenyan Drake meistens für das Fangen von Pässen zuständig ist, er ist größtenteils die Option für Checkdowns, sollte Tannehill unter Druck stehen. Der Läufer ist eher Frank Gore, der auf seine alten Tage niemanden mehr ausweichen kann, aber harte Läufe ausübt und für „Yards after Contact“ sorgt.

Die Aufgabengebiete der Receiver unterteilen sich ebenfalls. Albert Wilson ist die kurze Anspielstation bspw. für Screens, wodurch er die große Gefahr darstellt, da weder Toliver noch Amukamara, je nachdem wer spielt, so beweglich sind wie er.  Sie sind eher vertikale Verteidiger als horizontal. Im Slot befindet sich Danny Amendola, der kurze Bälle durch die Mitte bekommt bspw. bei Crossing Routes. Kenny Stills ist Tannehills vertikale Option. Er wird tiefe „Out Routes”,  „Post Routes”,  „Corner Routes” und „Go Routes” laufen.

Offense

Die Dolphins Defense gehörte zu den Einheiten in der NFL, die am wenigsten Blitze gespielt haben und übten allerdings auch keinen Druck auf den Quarterback aus. Im letzten Spiel gegen die Bengals nutzten sie dieses Mittel plötzlich sehr häufig und sahen damit deutlich verbessert aus. Man kann also erwarten, dass sie gerade gegen Mitchell Trubisky, der in dieser Saison bisher seine Probleme damit hatte, den ein oder anderen Blitz spielen werden. Ein gutes Erkennungszeichen ist dabei Rookie LB Jerome Baker, der immer dann auf dem Feld sein wird, da er bisher gerade für eben jene Blitzes genutzt wird.

Ein Blitz bedeutet jedoch auch immer freie Anspielstationen. Gut, dass die Dolphins gerade auf kurzen und mittleren Distanzen anfällig sind. Pässe auf Taylor „Turbo“ Gabriel, Tarik Cohen und Trey Burton sind hier der Schlüssel, da sie die beweglichen Optionen unserer Offense sind. Miamis Linebacker, vor allem Kiko Alonso, und auch die Defensive Backs verpassen beim gegnerischen Passspiel in dieser Saison viel zu viele Tackles. So kommen bspw. Safety TJ McDonald und Slot Cornerback Minkah Fitzpatrick zusammengerechnet bereits auf 15 an der Zahl. Die „Underneath Routes“ und „Bubble Screens“ des Matt Nagy können in diesem Spiel zu einer echten Waffe werden.

Tiefenpässe sind von Fans zwar gern gesehen, aber in diesem Spiel eher keine Lösung. Die Dolphins Secondary wartet nämlich nur darauf. Miami führt derzeit die NFL mit ganzen 10 Interceptions in 5 Spielen an. Davon gelangen ihn 7 Stück bei Würfen von 15+ Yards und darunter fallen noch einmal 4 Stück, die ihnen bei gegnerischen Pässen über 20 Yards und mehr gelangen. Abgesehen von ein paar eingestreuten Bällen, damit die Defense nicht im Laufe des Spiels zu sehr in die Box rückt, sondern einen tiefen Pass weiterhin im Hinterkopf behalten muss, sollte an diesem Wochenende davon abgesehen werden.

Zum Abschluss noch gute Nachrichten für Fans von Jordan Howard. Die Dolphins haben mehr Probleme mit Läufen durch die Mitte, anstelle welcher über die Außen. Es könnte also in diesem Spiel endlich mal wieder mehr Thunder als Lightning gefragt sein.

Special Teams

Als kleine Zugabe noch die Special Teams. Es wäre nämlich vermessen, das derzeit stärkste Return Team der NFL unerwähnt zu lassen. Miamis Jakeem Grant ist momentan der einzige Spieler, der bereits bei einem Kickoff, als auch bei einem Punt für Punkte sorgen konnte. Da Cody Parkey den Ball sowieso bis hinter die Endzone ballert, liegt die Gefahr bei POD und dem Punt Team.

Fazit

Ein wichtiges Spiel für unsere Chicago Bears. Die Historie ist auch nicht auf unserer Seite, so verloren unsere großen Defenses der Jahre 1985 und 2006 diese Partie. Kein gutes Omen also. Davon mal abgesehen wird das Spiel kein leichtes, ich habe zwar die Schwächen der Dolphins genannt und ein paar Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, die definitiv da sind, doch soll das nicht darüber hinwegtäuschen, dass unser Gegner zumindest auf Seiten der Defense nicht schlecht ist. Es wird eher ein Spiel wie gegen die Cardinals, als eines wie gegen Tampa Bay. Eine Defensivschlacht im heißen Miami. Go Bears!

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.