VorBEARicht: Bears @ Packers ’18

Quelle: CBS Sports

Endlich ist es soweit. Die Saison geht wieder los! Der Start der Regular Season ist ein gefährliches Pflaster für die Teams, die zu den Gewinnern der Offseason gehören. Gerade beim Rivalen in Green Bay darf der Fall der Fälle nicht eintreten.

Ich lehne mich nicht weit aus dem Fenster mit der Aussage, dass viele Niederlagen gegen Green Bay in der Vergangenheit der ausschlaggebende Punkt für Trainer Entlassungen der Bears waren. Dave Wannstedt, Dick Jauron, Lovie Smith, Marc Trestman und auch John Fox haben seit 1993 zusammen eine Erfolgsbilanz von 13 – 38 gegen die Packers. Trestman und Fox erzielten Siege in ihren ersten Aufeinandertreffen zur Prime Time, wie es Matt Nagy nun bevorsteht, danach jedoch die Ernüchterung. Lovie Smith hatte zu Beginn sogar einen Lauf von 6 Siegen aus 8 Spielen, bevor er 9 der 11 darauffolgenden Partien verlor.

Die Packers sind nicht wie die anderen Teams – nicht für die Fans und auch nicht für die Verantwortlichen in Halas Hall. Wenn Matt Nagy sich vom Rest abheben möchte, dann muss er seit der Mike Ditka Ära der erste Head Coach sein, der die Packers schlägt.

Am Sonntag und danach.

Defense

Bears Pass Rush & der Mack Effekt

Als die Chicago Bears letztes Jahr im Lambeau Field spielten, gelang ihnen nur eine magere Ausbeute von zwei Sacks. So lässt sich ein Team mit Aaron Rodgers als Quarterback nur schwer schlagen. Dieses Jahr, wie wohl jeder mitbekommen haben wird, steht Khalil Mack für Chicago an der Line of Scrimmage. Im Podcast sprachen wir noch von Macks Fähigkeit auch Double Teams ausspielen zu können. Packers Head Coach Mike McCarthy stellt seinen Tackles bekanntlich ungern zusätzliche Hilfe zur Seite, so auch beim letzten Aufeinandertreffen mit Khalil Mack im Jahr 2015.

Zu Beginn der Partie hatte OT Bryan Bulaga so einige Probleme mit Mack und die Ausrichtung führte zum oben gezeigten Sack.

Da kein Sack mehr daraufhin folgte, wurde Bulaga eine gute Leistung attestiert. Im oberen Bild jedoch deutlich zu sehen, war es nicht des Tackles, sondern Aaron Rodgers Anpassung am Erfolg. Der Quarterback wich grundsätzlich zur Mack entfernten Seite aus und verschaffte sich damit die benötigten paar Sekunden mehr. Die Bears haben allerdings noch Leonard Floyd, Eddie Goldman und Akiem Hicks in den eigenen Reihen, die ein solches Ausweichen erschweren werden. Mack bekommt eine Unterstützung an seine Seite, wie er sie bei den Raiders noch nie zur Verfügung hatte.

Kyle Fuller vs Davante Adams

Neben Aaron Rodgers standen die Green Bay Packers immer für fantastische Wide Receiver. In diesem Jahr besitzen sie zwar weiterhin ganz gute Optionen, doch neben Davante Adams fehlt es erst einmal an Tiefe. Adams ist jedoch gefährlich genug. Nachdem er in diesem Jahr auch offiziell den Titel des #1 WR der Packers trägt, erwartet man ihn ligaweit unter den absoluten Top Receivern. Um seinen hochdotierten Vertrag gerecht zu werden, muss Kyle Fuller gegen Adams bestehen. Im letzten Jahr war das noch ein rabenschwarzer Tag, allerdings auch ohne große Unterstützung des Pass Rushs, wie oben bereits erwähnt.

Rodgers neuer Tight End

Jimmy Graham ist in Green Bay gelandet. Er ist nicht mehr der Superstar, wie noch zu Saints Zeiten, doch bleibt er eine Waffe, vor allem in der Redzone, aber auch in anderen Feldbereichen. Die Inside Linebacker der Bears haben mit einer Größe von 6’1 einen klaren Größennachteil gegenüber dem 6’7 großen Tight End und die Cornerbacks können dabei ebenfalls nicht mithalten. Die Jacksonville Jaguars ließen im letzten Jahr nicht einen Catch von Graham zu und sollten somit ein gutes Beispiel dafür sein, wie die Bears ihn verteidigen sollten.

Sobald der Quarterback hier die Augen vom gedeckten Flat Receiver abwendet, lässt sich der Cornerback in den Raum zurückfallen und deckt als zweiter Mann die Corner Route von Graham mit seinem Deckungsschatten ab.

Wenn der Cornerback Graham in Manndeckung nimmt, dann sollte er es erst gar nicht probieren ihn zu bearbeiten. Also sollte er von ihm ablassen, zumal Graham ihm sowieso nicht davon laufen wird. Er sollte ihm Raum überlassen und sobald er zum Break ansetzt dicht und physisch aufschließen, um den Quarterback vom Pass abzubringen.

Offense

Burton – Trubisky, statt Bourbon Whiskey

Was auf Seiten der Packers für Gefahr sorgt, gilt andersherum genauso. Der neue Defensive Coordinator Mike Pettine war lange Teil des Trainerteams von Rex Ryan in New York.  Er steht ebenfalls für eine sehr aggressive Angehensweise und lässt seine Verteidiger immer wieder den Quarterback blitzen. Ein Resultat dessen war auch bei Rex Ryan eine Anfälligkeit gegen Tight Ends, die sich dann oft in 1vs1 Duellen befinden. Trubisky und Burton haben bereits andeuten können, dass sie sich auf einer Wellenlänge befinden, unser Neuzugang muss seinen Quarterback die Last von dessen Schultern nehmen und einen ständigen Sicherheitsring gegen den Druck der Verteidigung bieten. Die Inside Linebacker Position der Packers ist eine ihrer großen Schwachstellen im Kader. Blake Martinez bewerten wir jetzt freundlicherweise mal als „in Ordnung“, doch neben ihm fehlt aufgrund von Verletzungen bereits die Option für die zweite Stelle in der Formation.

Eric Kush vs die beiden Daniels

Eric Kushs Preseason kann man nicht gerade als ruhmreich bezeichnen, so wurde er in einem Spiel sogar gegen jemanden ausgetauscht, der sich nun nicht mehr im Kader befindet. Rookie James Daniels macht hingegen einen sauberen Eindruck, doch hat er noch seine Probleme im Lesen der Defense. Aus diesem Grund hat Kush derzeit die Nase vorn, gerade im Hinblick auf das Matchup gegen einen Top Mann, wie Defensive Tackle Mike Daniels.

Allen Robinson vs Packers CBs

Durch den ganze Hype um Khalil Mack, oder zuvor Roquan Smith, ist die Verpflichtung von Allen Robinson immer mehr untergegangen. Um Robinson war es in der Vorbereitung ruhig geblieben, er wurde immer mal wieder beim Training geschont und auch in den Preseason Spielen war er meist Zuschauer. Das hatte jedoch nichts mit enttäuschenden Leistungen, sondern mit einem zurückhaltendem Umgang von Seiten der Bears Verantwortlichen in Bezug auf seine schwere Verletzung in der letzten Saison zu tun. Er trifft auf Packers Rückkehrer Tramon Williams, der in Arizona zuletzt ein erfolgreiches Jahr verzeichnen konnte, und eine Reihe an Youngsters. Die Cornerbacks der Packers sollten (aufgrund ihrer Unerfahrenheit) einer dominanten Leistung unseres neuen #1 Wide Receiver nicht im Wege stehen.

Fazit

In der Offseason haben unsere Bears den Rivalen aus Green Bay gleich vier Mal ausgestochen. Sei es bei der Personalie VIc Fangio, der die erste Wahl für den freien Defensive Coordinator Posten der Packers war, sei es bei dem Versuch Kyle Fuller aus Chicago wegzulotsen, kurz darauf das Wetteifern um Allen Robinson, oder der kürzliche Bieterstreit beim Khalil Mack Trade.

Die Chicago Bears konnten sich in der Offseason gegen die Green Bay Packers durchsetzen, womit die Aufbruchstimmung bestätigt werden kann. Am Ende zählen jedoch nur die Ereignisse auf dem Feld und dort muss Matt Nagy und sein Team diese Stimmung nun untermauern.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.