Spielerprofil: Joshua Jackson (Draft’18)

Quelle: Des Moines Register

Joshua Jackson war als ehemaliger All-District Receiver, von der High School kommend, als Passempfänger vorgesehen. Doch bei den Iowa Hawkeyes wurde er dann zum Cornerback umgeschult. So verwunderte es niemanden, dass er erst in der vergangenen Saison seinen Durchbruch am College erlebte. Nach 8 Interceptions und 26 Defended Passes wurde er zum First Team AP All-American und First Team All-Big Ten ernannt.

Combine Werte

Größe: 6’1

Gewicht: 192 lbs

Vertical Jump

40 Yard Dash

3-Cone Drill

20 Yards Shuttle

Broad Jump

38,0 Inches

4,56 sec

6,86 sec

4,03 sec

123,0 Inches

Stärken

  • Instinkte: Seine Instinkte sind erstklassig. Bei seiner Größe und seinen langen Armen wirkt sein Spiel dadurch  sehr natürlich. Mit seiner Spielintelligenz und seinem Hintergrund als früherer Receiver kann er das Verhalten des Gegners praktisch spiegeln.
  • Körpergröße: Mit 6’1″ besitzt Jackson die perfekten Maße für einen Cornerback und versteht sich darauf, jeden Zentimeter davon einzusetzen. So ist er immer für ein Big Play gut.
  • Lesen des Spiels: Jackson liest den Plan des Quarterbacks und seiner Receiver und „undercutted“ dann die Route. In der Zonenverteidigung ist er damit perfekt einsetzbar.
  • Footwork: Er zeigte im letzten Jahr gutes Footwork und kann auch in kritischen Situationen die Körperbalance halten.
  • „Verliert die Hüften:“ Mit seinen schnellen Füßen verliert Jackson seine Hüften und ändert blitzartig die Laufrichtung. Teams werden es lieben, denn damit überbrückt er mühelos die Distanz zu seinem Ziel.
  • Körperkontrolle: Instinkte, Größe, Spielintelligenz und Beweglichkeit befördern ihn stets nah an den Ball. Bei seinem hohen Maß an Körperkontrolle schafft er es dann auch die Pässe in seiner Nähe zur Interception herunterzuholen.
  • Ballgefühl: Acht Interceptions in 13 Spielen. Hinzu kommen seine Fähigkeiten und sein Hintergrund als ehemaliger Receiver. Da ist alles gesagt. Joshua Jackson hat die besten Ball Skills aller Verteidiger dieser Draftklasse.
  • Geschwindigkeit: Zugegeben, sein 40yd dash zählt nicht zu den besten auf seiner Position. Aber die zügige Aufnahme seiner Höchstgeschwindigkeit bei Richtungswechseln ist bemerkenswert.
  • Athletik: Joshua Jackson zählt zu den athletischen Cornerbacks. Er hat seinen Zenit noch längst nicht erreicht.
  • Fokus: Sein Spiel besticht durch Geduld und Fokus. Er antizipiert den Plan des Gegners ohne je zu raten. Diszipliniert vertraut er seinen exzellenten Instinkten.

Schwächen

  • Coverages: Sein Talent, seine Athletik und seine Fähigkeiten sind herausragend. Aber es gibt aufgrund seiner fehlenden Erfahrung immer wieder Lücken in seiner Performance. Teams müssen damit leben, dass Inkonstanzen in seinen ersten Schritten in der NFL dazugehören werden. In Press Coverage wird man ihn zu Anfang überhaupt nicht einsetzen können.
  • Tackling: Hier muss er sich unbedingt weiterentwickeln. Positionscoaches werden sich dafür in der NFL nicht mehr die Zeit nehmen. Da muss er sich also privat in der Vorbereitung kümmern. Häufig ist diese Schwäche rein technisch bedingt. In seltenen Fällen liegt es aber an der fehlenden mentalen Toughness. Schaut man sich aber nur an, wie aggressiv er sich in Richtung Ball bewegt, kann man sich das bei ihm nicht vorstellen. Und an den Techniques im Tackling lässt sich zügig arbeiten.
  • Erfahrung: Andere erfolgreiche Cornerbacks in der NFL haben am College bereits vor ihm nur eine Saison als Starting Cornerback gespielt. Nehmen wir allein Konkurrent Denzel Ward in dieser Draftklasse. Was aber Sorgen macht ist seine fehlende Erfahrung gegen starke Quarterbacks oder Wide Receiver. Die mit Abstand härtesten Brocken waren in der abgelaufenen Saison Josh Allen, Allen Lazard und DaeSean Hamilton.
  • Physis: Gegen massive und physische Wide Receiver wird Jackson zunächst definitv Probleme bekommen. Trotz seiner guten Körpermaße wird er ihnen in Press Coverage kaum Paroli bieten können und ihnen dann zu viel Raum lassen.

Fazit

Joshua Jackson war High School Receiver und auch in Iowa zunächst als solcher Vorgesehen. Daher u.a. die großartigen Ball Skills. Es wundert dann auch nicht, warum er erst 14 Karriere Starts besitzt. Er ist dennoch kein Kandidat für ein One Hit Wonder, schließlich stecken bei ihm andere Gründe hinter seiner fehlenden Erfahrung. Er spielt stets zunächst den Ball und erst dann den Receiver. Als ehemaliger Wideout antizipiert er natürlich die Routen. In der vergangenen Saison erlaubte Jackson nach Woche 4 keinen einzigen Touchdown mehr. Seine sehr professionelle Arbeitseinstellung, die man ihm bescheinigt, wird er in der NFL allerdings auch brauchen. In so kurzer Zeit von Offense auf Defense zu wechseln auf College Level ist eine große Herausforderung. Nach drei Jahren nun direkt den nächsten Schritt zu gehen eine weitere. Doch Teams werden Gefallen an seinen perfekten Körpermaßen finden. Er ist nicht zu schwer um abgehängt zu werden, aber groß genug für die physischen NFL Receiver, sofern er an seiner Press Coverage arbeiten kann. Bis dahin wird er sehr gut in Zone Coverage spielen. In dieses Schema muss er auch gedraftet werden um sofort einzuschlagen.

philippgd
Bears Fan seit 2005, Beardown Germany Mitglied seit 2015. Ehemaliger O-Liner, dementsprechend mit einem Faible für diese Positionsgruppe. Heute vielmehr als Draft Nerd bekannt und ist seit 2019 Scout/Autor für das Football-Magazin "SCOUTREPORT".