SpielBEARicht: Bears @ Bengals

Quelle: windycitygridiron.com

Das kam unerwartet…

Im Vorfeld der Partie sah alles nach einer klaren Angelegenheit für die Bengals aus. Stattdessen gewann unser Team mit dem bald scheidenden Head Coach, der unterbesetzten Offense und verletzungsgeplagten Defense durch die ihrerseits überzeugendste Saisonleistung. In allen Phasen des Spiels wurden die Bengals dominiert. Hut ab, Foxy.

Offense

  • Die Bears Offense kam aus der Kabine und spielte Passspielzüge bei den ersten zwei Downs. Ok, beim ersten Pass kam der übliche Howard Drop zum Vorschein, doch der zweite Spielzug war eine schönes Play-Action Rollout und Josh Bellamy erzielte das First Down. Damit hat man die Bengals auf dem falschen Fuß erwischt, die daraufhin mit 7 Leuten in der Box, anstelle der gegen die Bears üblichen 8-9, agierten. Das Resultat? Zwei Laufspielzüge für 40+ Yards inclusive Touchdown. DIE BEARS PUNKTEN ZUM ERSTEN MAL IN DER SAISON BEIM ERSTEN DRIVE !
  • Trotz Drop beim ersten Spielzug gehört Jordan Howard ein ganz besonderes Lob. Sein 12. 100 Yard Spiel seiner Karriere führte zur zweiten 1000 Yard Saison. Zwei solche Saisons zum Start der Karriere hat noch niemand in der Bears Historie geschafft, was ziemlich beeindruckend ist, wenn man an die große Namen auf dieser Position denkt.
  • Trubisky strahlte extremes Selbstbewusstsein aus und das führte zum zweiten Mal in Folge zu einer erhöhten Genauigkeit bei seinen Würfen. Das Sammeln von Erfahrung macht sich bemerkbar, so war das sein zweites Spiel in Serie mit einem Passrating über 110. Aber genug davon, abseits seiner Leistung ist seine Führungsqualität viel bewundernswerter. Seine Mitspieler schwärmen davon, wie er als Chef im Huddle agiert und das, meine Bears Freunde, ist NICHT TYPISCH für einen Rookie.
  • Nach seiner Nichtberücksichtigung in den letzten beiden Wochen hatte TE Adam Shaheen sein kleines Comeback. Überraschung! Er ist tatsächlich der beste Tight End im Kader. Er hatte natürlich seine Fehler im Spiel, ein Drop in der Enzone im zweiten Quarter, ein verpasster Block der zum Sack führte im 3., doch diesmal wurde er nicht zurück zur Seitenlinie beordert. Das führte zu vielen Yards, eine erzwungene Pass Interference und einem Touchdown. Shaheen Machine!
  • Dontrelle Inman blieb blass in diesem Spiel, doch Kendall Wright trat endlich ins Rampenlicht. Er fing 10 von 11 Pässen und knackte damit die 100 Yard Marke. Ein wichtiger Schritt in Richtung neuem Vertrag für ihn.
  • Tarik Cohen war die ärmste S** auf dem Feld. Zwei Touchdowns seinerseits wurden zurückgepfiffen. Beim Ersten war er zuvor schon im Aus und beim Zweitem gab es eine Strafe für OL Tom Compton für einen völlig unnötigen Block in den Rücken des Gegners. Nun ja, der Rookie sorgt weiterhin für Gefahr in den gegnerischen Reihen und man kann gespannt sein, welche kreative Lösungen noch alle möglich sind.

Defense

  • Mein Gott, diese Drops… Chicagos Cornerbacks spielen eine durchaus solide Saison. Bei vernünftigem Pass Rush ist die vollbrachte Leistung völlig ausreichend. Doch diese Drops… sie kommen innerhalb in ihrer Deckung immer wieder zu guten Möglichkeiten eine INT zu erzeugen. Das ist Schritt 1 und deutlich positiv. Aber Schritt 2, die Vollendung, bedeutet den Ball festzuhalten. Das scheint extrem schwierig zu sein. Fuller und Amukamara könnten die Mädchen aus meiner Klasse damals beim Sport Unterricht sein.
  • Christian Jones gab den Outside Linebacker, während Kwit neben Trevathan in der Mitte auflief. Ein guter Weg einen Blick auf die Beide zu bekommen, anstatt immer nur einen.
  • Die Personalentscheidung auf der Safety Position war weniger positiv. Rückkehrer Prosinski spielte die moisten Snaps, anstelle des jungen Deon Bush. Keine Ahnung, ob Bush gut oder nicht brauchbar ist. Prosinski ist es jedenfalls nicht. Natürlich verschuldete Bush bei seinem ersten Snap direkt den Touchdown, was nun auch keine Eigenwerbung ist.
  • Die 6 Verletzten in der Front 7 bedeuteten Chancen für Spieler, die eigentlich nicht so viel Spielzeit bekommen würden. Auch in diesem Teil des Kaders konnten junge Spieler auf sich aufmerksam machen. Jonathan Bullard und Roy Robertson-Harris zeigten eine gute Leistung, letzterer erzielte sogar einen Sack, der fast ein Safety war. Als Outside Linebacker spielte der aus dem Practice Squad beförderte Howard Jones, der ebenfalls einen Sack verbuchen konnte und einen weiteren aberkannt bekommen hat. Somit ist er ein weiterer Spieler, den man für die nächste Saison im Auge behalten sollte.
  • Outside Lineacker Lamarr Houston hatte ebenfalls einen Sack, den Zweiten im zweiten Spiel nach seiner Rückkehr. Die Entlassung zu Beginn der Saison war von Anfang an ein Fehler. Ich hoffe die Bears ziehen es in Betracht ihm für die kommende Saison einen neuen Vertrag anzubieten und ihn als 3. oder 4. OLB zu halten.
  • Die Geburtstagsfeier von Eddie Jackson hatte Stil. Er überzeugte durch wiedererstarkte Leistung in der Deckung. Wenn er in Form ist, dann deckt er einen großen Bereich des Feldes ab und hilft damit den anderen Spielern der Secondary. Die Krönung seiner Leistung waren dann natürlich die INT und der Forced Fumble.

Fazit

Am Ende gewinnen die Chicago Bears deutlich und auf eine dominante Art und Weise. Damit stehen sie gegen Gegner aus der AFC North 3-0, während man gegen die direkte Konkurrenz im Norden der NFC noch auf den ersten Sieg dieser Saison wartet. Später am Abend standen die Steelers als Gewinner der AFC North fest, wir jedoch wissen, wem die Krone eigentlich gehört (Grüße an unseren Leser J.K.).

Die Bears werden sich am Ende der Saison von John Fox trennen. Dagegen wird der Head Coach nichts mehr ausrichten können. Seine bessere Personalentscheidung, sein aggressiveres Auftreten (Ausspielen eines 4th & 3Y) und seine gefühlt erste erfolgreiche Challenge kommen zu spät. Den Bears kann dennoch nichts besseres passieren als in den restlichen 3 Partien nochmal zu gewinnen. Die Erfolgserlebnisse geben Selbstvertrauen und zeigen dem Team, dass tatsächlich etwas in ihnen steckt. Im Hinblick auf die neue Saison ist das viel wichtiger als im Draft ein paar Picks früher an der Reihe zu sein.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.