SpielBEARicht: Bears vs 49ers

Quelle: chicago.suntimes.com / Foto: Nam Y. Huh

Die Chicago Bears führten das gesamte Spiel über, doch nachdem Santa Clara 4 Minuten vor Schluss, beim Stande von 14:12, den Ball bekam, wusste wohl jeder, was passieren würde. Am Ende geschah genau das. Die 49ers marschierten mit Leichtigkeit das Feld hinunter und die Bears Kicker Legende Robbie Gould schoss sein 5. Field Goal des Tages und die Bears zur 5. Niederlage in Folge.

Offense

  • Chicago’s Offense erster Drive hatte mal wieder einen symbolischen Charakter. Die Bears liefen 2x und endeten in einem 3rd & Long. Bei diesem Versuch folgte der Sack und die Offense durfte vom Feld kommen.
  • Wenn wir gerade schon einmal dabei sind, die Bears hatten im gestrigen Spiel 14 erste Versuche, 11 davon waren Laufspielzüge. Ein einziger brachte uns 3+ Yards ein. Nochmal, ich bin nicht gegen Läufe beim ersten Versuch und stelle das als Fatal da, wie es uns die gesamten Bears Medien weiß machen wollen. Die Jaguars sind in der Kategorie noch extremer und dennoch erfolgreich. Die Bears dürfen laufen, nur muss das Ganze kreativ gelöst sein, so wie bspw. im Spiel gegen die Lions.
  • Der „Pretty Boy Assassin“ reagierte auf seine schwächere Leistung im letzten Spiel und war fantastisch. Die zuvor bemängelte Ungenauigkeit war nicht vorhanden und ein Laserpass folgte auf den anderen. Am Ende stand er bei 12 von 15 Pässen, worunter zwei Drops fallen und ein Ball weggeworfen wurde. Warum er lediglich 15x passen durfte ist leicht erklärt, John Fox steht davor seinen Job zu verlieren und im Kampf um diesen, gehört er nun einmal zu der Sorte, die dabei auf Rookies vertraut.
  • Gleiches Argument gilt bei Rookie Tight End Adam Shaheen, der sich lediglich bei 9 Snaps auf dem Feld befand. Das er unter Absenz von Dion Sims zwei exzellente Spiele hatte und danach groß angekündigt wurde, dass sich seine Rolle nicht mehr verkleinern wird, ist nun auch vergessen. So war er nur der Dritte im Bunde, noch hinter Daniel Brown.
  • Das war das dritte von vier Spielen der Offensive Line in denen sie keinen guten Tag erwischten, wenn man das überhaupt noch so sagen kann. Immer wieder unterliefen verschiedenen Teilen der Gruppe Fehler im Passblock und es konnten keine Lücken für Howard & Co. KG geöffnet werden. Wohlgemerkt gegen die Nr. 30 der „erlaubten Rushing Yards“. Inzwischen würde ich der Positionsgruppe einen Rückschritt zum Vorjahr attestieren, nachdem der OL-Coach entlassen und durch Jeremiah Washburn ersetzt wurde.
  • Bei den restlichen Partien sollte sich Kyle Long besser nicht mehr in der Offensive Line befinden. Nach seinen Verletzungen am Knöchel und am Finger, folgte gestern eine an der Schulter. Es wird ihm nicht gefallen, aber er sollte sich auskurieren, um beschwerdenfrei in die neue Saison starten zu können.

Defense

  • Chicagos Defense geht langsam auf dem Zahnfleisch. Die Verletzungen auf der im Vorfeld zu dünn besetzten OLB Position bedeuten 0,0 Pass-Rush und die Verletzungen der Safeties öffneten zu viele Löcher in der Deckung. Sie hatten zwar die Hilfe der 49ers, doch in der Redzone konnte die Offense jedesmal gestoppt werden. Bis zur eigenen 20 Yard Linie konnte Santa Clara mit ihnen machen, was sie wollten. Die Laufverteidigung war durchaus stabil, doch der Ball flog uns beim Passspiel nur so um die Ohren.
  • Kyle Fuller fand zu seiner Form, die er vor der Bye-Week hatte, zurück. Eine gute Arbeit in der Deckung und ein paar wichtige Tackles in der Laufverteidigung. Sogar seine erste INT durfte er fangen (und verpasste leider eine weitere).
  • Akiem Hicks macht nicht mal im Ansatz die gleiche Anzahl an guten Aktionen. Durch die geringe Rotation über die Saison hinweg stand er bereits zu viele Snaps auf dem Feld und wirkt nach einer Zeit platt.

Special Teams

  • „Nein, Nein, Nein… och nee, was machst du denn da, verdammt? … okay, ja, ja, LAUF! LAUF!“ ist die Reaktion, sowie der Name von Cohens Punt Return Touchdown. Das Ding war besonders, aber bitte, mach die *piep* nicht noch einmal.
  • Pat O’Donnell durfte die Kickoffs schießen, so wie ich das im Jahr 2014(?) bereits gefordert habe. Der Junge hat einen Pferdeschuss, der das Ei durch die Tribüne befördern kann. Wenn dein Special Team (2014, 2015) nicht gut verteidigen kann, oder verletzungsbedingt geschwächt ist (2017), dann macht es Sinn, erst gar keinen Return zuzulassen.

Fazit

Nach einer verdienten Niederlage gegen ein Team, das zuvor nur einen Sieg auf seinem Konto hatte und von der Qualität der Spieler unterlegen war, sollte George endlich mal seine Mama fragen, wie „pissed“ sie nun ist. Ich bin es jedenfalls. Die Aussagen von John Fox auf der Pressekonferenz nach dem Spiel bestärken dieses Gefühl sogar noch:

Wenn das Vorbild New York Giants zum ersten Mal seinen Coach während der Saison entlässt, dürfen wir das jetzt auch mit den unseren. „Es wird Zeit“ würden nun zwei deutsche Sprechgesangsartisten von sich geben. Ob der Interimscoach dann Frank Smith (TE Coach) oder Ed Donatell (DB Coach / Asst. DC) heißt, ist mir jedoch egal.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.