Der Kampf um die Kaderplätze: Offense (außer Quarterbacks)

Quelle: CBS Chicago

Die Preseason Games laufen und die Bears befinden sich im Training Camp. Wir machen weiter mit unserer Übersicht der Positionskämpfe um die begehrten 53 Kaderplätze. Zu den Quarterbacks werde ich erst unmittelbar zum nächsten Preseason Game etwas veröffentlichen. Nur Geduld. Schon vor dem Spiel gegen die Broncos sind wir in Teilen des BDG Autorenteams davon ausgegangen, dass es wohl doch zu einem Battle um den Startplatz in der Vorbereitung kommen wird. Wer da rund um Trubisky oder Glennon in diesem Jahr um einen Kaderplatz kämpft, darum soll es aber jetzt erst einmal gehen.

Receiver (ca. 6 Kaderplätze)

Diese Positionsgruppe wird hart umkämpft sein. Nicht weil sie zu talentiert ist, sondern eher, weil noch niemand genau weiß, was die Coaches eigentlich bevorzugen und welcher Spieler dafür am Besten geeignet ist. Mit den Neuzugängen Markus Wheaton, Kendall Wright und Victor Cruz geben sie schon einmal eine Richtung vor. Das Team soll mehr Speed im Angriff besitzen und die Slot Receiver Position soll qualitativer und breiter besetzt sein, als in den Vorjahren.

Allen Voran sieht es derzeit danach aus, als würde Cam Meredith die Rolle des Nr. 1 Receivers zugesprochen. Dies bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass er auch Hauptziel sein wird. Kevin White behauptet sich nach langwierigen Verletzungen im Kader ebenfalls für eine Hauptrolle im Passing Game. Die Slot Receiver Position dürfte demnach von Wheaton und Wright umkämpft sein. Wheaton erholt sich noch von einer Blinddarm-OP und wird verspätet in die Vorbereitung einsteigen. Deshalb darf sich Wright aber längst nicht ausruhen. Beide sollten aber den Kader erreichen.

Wir alle wollen Salsa-Tänze im Soldier Field sehen. Dies könnte sich allerdings auf die Preseason beschränken. Cruz nimmt zwar, laut Medienberichten, eine wichtige Rolle in den Besprechungen ein und ist dort ein erfahrener Ansprechpartner für die jungen Receiver. Jedoch muss er auf dem Feld noch eine große Schaufel nachlegen, will er es in den Kader schaffen. Ein Cut könnte sein Karriereende bedeuten. Messen muss er sich mit Josh Bellamy, Deonte Thompson, Daniel Braverman, Tanner Gentry und Rueben Randle. Gerade weil die Bears in der Spitze der Position noch keine Garantie für Qualität haben, ist es um so wichtiger bei den Backups die Richtigen ins Team zu berufen. Man hat im letzten Jahr gesehen, wie gut es dem Team nach vielen Ausfällen getan hat, dass Cam Meredith seinen Durchbruch schaffte. Tanner Gentry erzielte am Dienstag in einer Trainingseinheit gleich drei Touchdowns. Bears Insider Patrick Finley darf vom Camp keine Bilder machen. Daher hat er seinen One-Handed-Catch versucht zu illustrieren.

Bellamy dürfte aufgrund seiner großen Qualitäten in den Special Teams gesetzt sein. Einsetzbar in diesem Teamteil müssen allerdings auch alle anderen Backups sein. Es wird sich in der Preseason zeigen, auf wen die Coaches zählen. Erfahrung oder Talent, Flexibilität oder besondere Fähigkeiten. Es wird definitiv ein enges Duell werden. Dabei sollten wir immer berücksichtigen, gegen wen die Receiver gerade antreten und nicht blind die Stats miteinander vergleichen. Denn die sind gern trügerisch.

Tight Ends (max. 3 Kaderplätze)

Ein NFL Team beruft in der Regel 2 bis 3 Tight Ends in seinen Kader. Deshalb muss sich sogar Zach Miller in diesem Jahr Sorgen machen. Neuzugang Dion Sims und Rookie Adam Shaheen erhalten derzeit die Gunst der Coaches. Im letzten Jahr noch alleiniger Lichtblick auf einer sehr dünn besetzten Position, könnte er also in diesem Jahr sogar aus den 53 herausfallen. Sollten die Bears dies in Betracht ziehen, so wäre ein Trade garantiert eine bessere Option als der Cut und ein realistisches Szenario. Seine Verletzungshistorie ist dabei aber nicht hilfreich.

Doch wer denkt, dann wäre ja alles bereits entschieden, liegt falsch. Drei Tight Ends würde der Kader verkraften, doch selbst dann hätte Miller diesen Platz nicht sicher. Auf Augenhöhe befindet sich mittlerweile der 25jährige Daniel Brown, der in den letzten Saisonspielen auf sich aufmerksam machen konnte, alerdings im ersten Preseason Game gleich mehrere Pässe gedropped hat. Auf den Durchbruch von Ben Braunecker wartet das Team noch. Aber wenn er sich in der Preseason aufdrängt, ist er im Rennen. MyCloe Pruitt rechne ich nur Außenseiterchancen zu.

Ich möchte aber auch nicht Miller bereits jetzt abschreiben. Er hat sogar noch die Chance auf den Nr. 1 Platz. Außer für Sims und Shaheen heißt es also für alle Tight Ends „Alles oder Nichts“.

Runningbacks (4 Kaderplätze)

Wer bekommt die drei Plätze hinter Jordan Howard? Drei Plätze? Sollten die Bears einen Fullback in den Kader berufen, sind es sogar nur noch zwei freie Stellen. Freddie Stevenson und Michael Burton stehen zur Auswahl. Viele „Experten“ sagen der Veteran macht das Rennen. Ich sage, wenn die Bears überhaupt einen Platz für einen Fullback opfern. Dann für den Rookie Stevenson. Er könnte ebenso für die harten Yards durch die Mitte gehen wie Ka’Deem Carey, wenn er bestätigt, was ich von ihm halte. Dann wäre Carey definitiv nicht im Kader. Nehmen sie keinen Fullback, könnt ihr die Sicht von janikbears auf dieses Duell nachlesen. Benny Cunningham sollte aber nicht zu früh abgeschrieben werden. Am Ende ist es sogar möglich, dass es Langford und Carey trifft. Rookie Tarik Cohen muss sich die geringsten Sorgen machen. Da stimme ich meinem Kollegen voll und ganz zu.

Offensive Line (ca. 8 Kaderplätze)

Das Herzstück der Bears Offense dürfte, wenn alle fit bleiben (werden), erneut sehr gut Football spielen. Gesetzt ist die Line dann mit LT Charles Leno Jr., LG Kyle Long, Center Cody Whitehair, RG Josh Sitton und RT Bobby Massie. Doch die erste schlechte Nachricht erreicht die Fans vom Training Camp. Eric Kush fällt mit einer schweren Muskelverletzung für die gesamte Saison aus. Gleichzeitig meldet sich aber Kyle Long wiedergenesen zurück.

So schlimm es für Eric Kush sein mag und wie sehr ihn seine Fans in Halas Hall in diesem Jahr vermissen werden, so haben die Coaches eine Nuss bei der Kaderberufung weniger zu knacken. Auf Hroniss Grasu können die Bears jetzt nicht mehr verzichten. Allerdings sollte er jetzt endlich einmal gesund bleiben. Bleiben zwei Plätze übrig. Fünftrundenpick Jordan Morgan werden die Bears nicht hergeben wollen, auch wenn unter normalen Umständen nicht davon auszugehen ist, dass er in der Regular Season einen Snap sehen wird. Bei den verbliebenen Namen wird es darum gehen wie vielseitig diese Spieler einsetzbar sind. Tom Compton könnte im Practice Squad landen. Auf den Rest bin ich gespannt (Kurzkritik ist hier nachzulesen).

Es ist allerdings auch gut möglich, dass keiner dieser Spieler in den Kader kommt. Andere Teams müssen auch auf 53 Spieler heruntercutten. Da könnte ein interessanter Backup dabei sein, der eine bessere Lösung bietet.

philippgd
Bears Fan seit 2005, Beardown Germany Mitglied seit 2015. Ehemaliger O-Liner, dementsprechend mit einem Faible für diese Positionsgruppe. Heute vielmehr als Draft Nerd bekannt und ist seit 2019 Scout/Autor für das Football-Magazin "SCOUTREPORT".