Ein früher Blick auf die Offense: Wer ist dieser Haufen Unbekannter?

Quelle: Chicago Tribune / Foto: David Richard

Die Chicago Bears stecken noch mitten in der Vorbereitung. Momentan ist das Team im Trainingslager in Bourbonnais. Unter den Spielern befinden sich eine Reihe an unbekannten Spieler, viele davon werden nicht über die Vorbereitungsphase hinaus kommen, doch wie immer wird es auch im späteren Kader neue Namen geben. In diesem Artikel wird „janikbears“ seine erste Einordung aller Spieler der Offense mit euch teilen. Am Samstag werden dann noch die Einschätzungen zu den Spielern der Defense folgen.

Offensive Line

Mitchell Kirsch, OL: UDFA von der James Madison und kaum bewertbar. Gute Größe und durchschnittliche Athletik.

Cyril Richardson, OL: Noch ein Riese (6’5″, 343) und hat bereits NFL Erfahrung, diese stammt allerdings aus dem Jahr 2014.

Taylor Boggs, OL: Boggs war schon einmal bei den Bears und dieses Jahr sind seine Chancen nicht höher einzuschätzen. Er erscheint mir wie der typische Camp Spieler, doch es endet jedes Mal mit einer Entlassung.

Dieugot Joseph, OT.Schöne Größe, er muss allerdings an Gewicht draufpacken. Er benötigt viel Coaching.

Brady Sowell, OT: Kam letztes Jahr in Seattle zu 9 und 2013 in Arizona zu 12 Einsätzen. Sollte er bei den Bears ebenfalls dazu kommen, haben wir ein fettes Problem.

William Poehls, OT: Ein echter Riese (6’7, 334lb), der ein UDFA aus Montana war und danach Einblicke in verschiedene Practice Squads bekam (positiv ausgedrückt).

.Tom Compton, OT: Womöglich der heißeste Anwärter für die Rolle als Swing Tackle. Das soll allerdings nichts heißen, die Bears Tackles sind nun wahrlich keine Spitzenspieler und er wäre ein massives Downgrade.

Charles Leno Jr., LT: Ein solider LT und nicht mehr für mich. Die Bears schätzen ihn jedoch weitaus höher ein, sogar vergangene Leistungen werden als mehr als nur solide bewertet. Wie auch immer, die Bears Offense kann mit Leno auf der Position leben.

Bobby Massie, RT: Hatte zu Anfang seine Schwierigkeiten und deshalb noch immer schlechter geredet, als er es ist. Die letzten 11, 12, 13 Spiele waren mehr als ordentlich, ich möchte sogar „gut“ sagen. Bei erneutem durchforsten meiner Notizen der letztjährigen Spiele komme ich auf die geringste Anzahl an Fehlern bei Laufspielzügen

Eric Kush, C/G: Eine der positiven Überraschungen des letzten Jahres. Nach der Entlassung bei den Rams hat man nicht viel erwartet, aber bekam viel geboten. Ein Fanliebling und starker Backup.

Hroniss Grasu, C: Im letzten Jahr war man von Bears Seite aus sehr optimistisch, dass Grasu es packen wird, dann riss er sich das Kreuzband. Auf der einen Seite wäre es überraschend, wenn sie ihn nun aufgeben würden, auf der anderen Seite wird es nach den guten Leistungen von Kush extrem schwer für ihn.

Cody Whitehair, C/G: Einer der 3 großen Rookie Überraschungen. Einer der drei Homeruns von Ryan Pace im Draft 2016. Er kann sowohl Guard, als auch Center, doch auf letzterer Position hat er seinen Platz gefunden und dort würde ich ihn nur ungern wieder abziehen, um erneut wieder etwas Neues mit ihm zu probieren.

Jordan Morgan, OG: Die Bears halten große Stücke auf Morgan, seine Entwicklung benötigt nur etwas Zeit. Er hat die nötige Power in seinen Blocks und ist womöglich einmal die interne Lösung für das Josh Sitton Erbe.

Kyle Long, LG: Nein, liebe Bears Fans, das ist kein Tippfehler meinerseits. In der kommenden Saison wird Kyle auf der linken Seite auflaufen, um seine noch immer angeschlagene Schulter nicht zu schwer zu belasten,

Josh Sitton, RG: Er wechselt somit auf die rechte Seite, was kein Problem darstellen sollte. Seine Saison war wieder einmal herausragend. Er kam, sah und siegte. Ein herzliches Dankeschön geht an die Packers, die, wie es derzeit aussieht, in der kommenden Saison ein Loch auf der eben jener Guard Positon haben werden.

Tight Ends

Mycole Pruitt, TE: Die große Konkurrenz macht es ziemlich unwahrscheinlich, dass er einen Kaderplatz ergattern kann.

Ben Braunecker, TE: Bronk sollte im letzten Jahr der Überraschungs-UDFA sein, sollte… Er spielte nur 14% der Snaps in der Offense und es sprang nicht viel dabei herum. Es soll aber vermerkt sein, dass es nichts ungewöhnliches ist, wenn Tight Ends etwas Anpassungszeit an die NFL brauchen. Potenzial ist bei ihm vorhanden.

Dan Brown, TE: Unser Da Vinci Code machte als Passempfänger durchaus auf sich aufmerksam. 16 gefangene Pässe und ein Touchdown. Er bleibt interessant zu beobachten.

Adam Shaheen, TE: Shaheen Machine. Der Rookie erfährt einen frühen Hype, er soll spritzing sein und sichere Hände haben. Er könnte schon zu Beginn eine Option in der Redzone darstellen und im Laufe der Saison von Mal zu Mal mehr Snaps zugestanden bekommen.

Dion Sims, TE: Sein Vertrag war zunächst ein echter Schock. Leute aus dem Dolphins Kreisen meinen sein Blocking wäre überbewertet, nichtsdestotrotz, ist er ein großer athletischer Spieler mit dementsprechenden Potenzial. Wenn TE Coach Frank Smith es schafft, ihn zu schleifen, dann könnte er letztendlich sogar noch zu einem Schnäppchen werden.

Zach Miller, TE: Womöglich die beste Passoption im gesamten Team. Aber gefühlt niemals verletzungsfrei. Durch die jungen Nachkömmlinge werden die Bears wohl versuchen einen Trade auszumachen. Ansonsten natürlich eine perfekte Führungsperson für die Jüngeren.

Wide Receiver

Titus Davis, WR: Am College machte er gar keine allzu schlechte Figur. Nun in seinem dritten Jahr in der NFL und konnte sich bei keinem Team festsetzen, was sich bei den Bears nicht ändern sollte. Fans unseres Draft Podcasts wissen: Seinen Bruder Corey würde ich jedoch nehmen.

Daniel Braverman, WR: Unser Wes Welker! NICHT! Nach einem angeblich so tollen Trainingscamp Eindruck schaffte er es letztes Jahr nicht in den Kader und kein anderes Team machte Anstalten ihn zu sich zu holen. Als er dann am Ende der Saison zu Einsätze kam, brachte er nicht mehr zu Stande, als es der Autor des Artikels nicht auch geschafft hätte. Klarer Camp King des letzten Jahres und ein Anwärter auf die Titelverteidigung.

Tanner Gentry, WR: Der UDFA aus Wyoming, der einen erheblichen Anteil am Hype um Josh Allen hatte. Er hatte wohl ein gutes Minicamp und wäre für mich ein guter Kandidat für das Practice Squad.

Rueben Randle, WR: War bis vor zwei Jahren ein produktiver Spieler für die Giants, im letzten Jahr schaffte er es dann nicht in den Eagles Kader.

Deonte Thompson, WR: Thompson brachte nicht den gleichen Schwung in seine Kick Returns, wie im Jahr zuvor, hinzu kam eine fragwürdige Entscheidungsfindung. Inzwischen haben die Bears sich dafür ein paar Neuzugänge an Land gezogen. In der Offense sollte auch er zunächst Probleme haben den Ball festzuhalten, machte dann jedoch einen guten Eindruck. Auch in diesem Jahr, auf Grund seiner Schnelligkeit und Vielseitigkeit, eine Option für einen Kaderplatz.

Josh Bellamy, WR: Wenn er doch nur fangen könnte! Er wäre ein wahnsinnig guter Receiver. Kann er aber nicht und die Bears sollten aufhören herauszufinden zu wollen, ob er es vielleicht dieses Jahr endlich gelernt hat. Wie auch immer, er bleibt der wohl beste Special Teamer der Bears, der in dem Bereich jede Saison für eine Handvoll wichtiger Aktionen sorgt.

Victor Cruz, WR: Ein Slot Receiver, der in der Vergangenheit eine echte Größe in der Liga war. Nach seinen Verletzungen jedoch nicht mehr derselbe, so fing er im letzten Jahr nur 52% der Pässe, die Eli in seine Richtung warf. Ich wünsche mir, dass er es nochmal allen, einschließlich mir, zeigen kann, doch er macht auf mich den Eindruck wie einst Antrel Rolle.

Kendall Wright, WR: Ein Slot Receiver, erneut. Wright hat eine ähnliche Story, wie Cruz. 2013 (unter Loggains) ein grandioses Jahr für die Titans, danach hatte er seine Probleme. Für mich jedoch noch immer einer der unterschätztesten Receiver in der NFL, von dem ich mir ebenfalls wünsche, dass er es allen zeigt.

Markus Wheaton, WR: In einer idealen Bears Welt, wäre er der 3. Receiver im Team, um für seine Mitspieler die gegnerische Defense mit Tiefenläufen auseinanderzuziehen. So sah seine Rolle bei den Steelers aus und sollte bei uns nicht ausgeweitet werden. In dieser Roller kam er 2015 auf 44 gefangene Pässe und durchschnittlich 17 Yards pro Catch.

Kevin White, WR: Das vorhandene Talent ist klar ersichtlich, doch wir schreiben das dritte Jahr und jetzt muss das auch endlich auf den Platz transportiert werden.

Cameron Meredith, WR: Er soll der die neue Nummer 1 unserer Wide Receiver sein. Er hat immer wieder erkennen lassen, dass er das nötige Potenzial dafür hat. Ihm fehlt jedoch noch die Konstanz, seine Fähigkeiten bei jedem Snap abzurufen. Er ist jedoch einer dieser Spieler, die sich bisher von Jahr zu Jahr (erheblich) steigern konnten. Ich bin gespannt. auf welchem Leistungsstand er in diesem Jahr ist.

Runningback

Joel Bouagnon, RB: Gute Größe und ein passable Athlet. Machen wir uns nichts vor, er brauch das Wunder von Bourbonnais, um sich gegen seine Konkurrenten durchzusetzen.

Tarik Cohen, RB: Ein wirklich jeder, der das Offseason Training der Bears beobachtet hat, berichtete, wie häufig die Bears ihn einsetzten. Er scheint ihnen wirklich zu gefallen. Er ist allerdings der Typ an Spieler, bei dem man abwarten muss, bis es wirklich losgeht. Ohne Tacklings ist es für den flinken Tarik natürlich ein leichtes.

Benny Cunningham, RB: Identisch zu Tarik Cohen. Schnell, beweglich und ein möglicher Anwärter auf die Rolle des Returners. Die Frage ist, will man zwei Spieler des gleichen Typus im Kader behalten?

Ka’Deem Carey, RB: Rammbock! Er bricht durch Tackles und bringt Energie in die Offense. Andererseits ist er klein und langsam. Er limitiert somit das Playbook und sein Pass Block ist zu schlecht um das auszugleichen.

Jeremy Langford, RB: Das einstige Wunderkind. Als Rookie mit einer Serie von 9 Spielen in denen er durchschnittlich 85 Yards von der LOS erzielte und dass mit weniger als 60% der Snaps. Seine Geschwindigkeit ist ebenfalls super, Problem ist nur manchmal seine Übersicht und das es ihm an toughness fehlt.

Jordan Howard, RB: Das neue Wunderkind. Nächste Woche ist bei BDG „Runninback Woche“. Da gibt es dann nochmal einen ausführlichen Artikel über Howard.

Freddie Stevenson, FB: Es gibt einige Leute, die viel vom UDFA von der Florida State halten. Er hatte definitiv seinen Anteil an Dalvin Cooks Leistungen. Ich war vorsichtig optimistisch, doch dann nahmen die Bears einen gestandenen Profi unter Vertrag. Abwarten.

Michael Burton, FB: Er ist wohl ein reiner Blocker auf der Position, aber wahrscheinlich ein Upgrade zu Paul Lasike. Die Frage ist, ob man es sich wirklich leisten kann, einen FB zu behalten, der ausschließlich für Blocks zu gebrauchen ist.

Quarterback

Connor Shaw, QB: Einer der Helden der letztjährigen Preseason, obwohl er letztendlich nur 16 Pässe geworfen hat. Meine Kollegen stimmen hier nicht ganz mit mir überein, für mich ist er jedoch ein klassischer Garbage-Time Star. Die Bears hatten ihn in dieser Offseason bereits entlassen und ihn nur zurückgeholt, weil Mark Sanchez sich verletzte.

Mark Sanchez, QB: Eines vorweg. Vom ganzen Gerede bezüglich wichtiger Mentor von Prescott halte ich nichts. Wenn er wirklich wichtig gewesen wäre, dann wäre er ein Cowboy. Vor zwei Jahren allerdings komplettierte er 64% seiner Pässe und erreichte damit im Durchschnitt 7,8 Yards pro Versuch. Das ist gar nicht schlecht. In meinen Augen ein brauchbarer Backup.

Mike Glennon, QB: Meine Meinung über Glennon ist bei weitem nicht so hoch, wie die meiner Kollegen. Er hat einen guten Arm und soll angeblich keine INT werfen, obwohl letzteres auch nur teilweise zutrifft. In Wahrheit war er und ist er ein Backup. Kann er sich in den letzten Jahren, die er nicht zu sehen war, verbessert haben? Natürlich! Aber das möchte ich erst einmal sehen. Wenn er Ballsicherheit gewährleistet und ab und zu einen Tiefenball anbringen kann, dann kann er dem Team in dessen Übergangszeit helfen.

Mitch Trubisky, QB: Es sollte niemand dem Medien Geschwafel glauben schenken. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert wird er nicht als Starter in die Saison gehen, auch wenn ich es mir sogar wünschen würde. Ich denke er hat die Fähigkeiten schon als Rookie zu starten, wenn auch mit einem heruntergefahrenen Playbook, wie es bei jedem Rookie der Fall ist. Die Dinge, die er allerdings im Stande ist zu tun, wenn der Spielzug nicht wie erwartet verläuft und die Erfahrungen die er daraus mitnehmen könnte, wären es mir wert. Das große Gegenargument ist für mich einzig die kritische Fangemeinde, was einfach nur traurig ist.

Special Teams

Patrick Scales, LS: Kein leichter Stand, wenn vor dir der beste Spieler aller Zeiten deine Position bekleidete, doch Scales ist vollkommen in Ordnung.

Pat O’Donnell, P: Ein Punter. Er hat ein ordentliches Bein. Eigentlich zwei, aber eines davon kann den Ball über weeeeeeeeite Distanzen schießen. Was ihm fehlt ist Konstanz.

Andy Phillips, K: UDFA Kicker, dem ich wünsche, dass er eine wahrhaftige Chance bekommt. Er verwandelte 84% seiner Kicks am College, was nicht wirklich herausragend ist, doch oberhalb der 50Y Marke ist seine Bilanz 4 von 4. Nebenbei noch 7 Tackles verbucht.

Connor Barth, K: Ok. Einfach ok. Ich werde niemals ein Fan von einem Kicker sein, der für über 50Y erst gar nicht antreten brauch und sein Team damit limitiert. Es gibt aber weitaus schlechtere in anderen Teams.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.