FA-Markt: Rückblick 2017

Hoffnungsvoll haben wir alle die diesjährige Free Agency erwartet. Warum auch nicht? Die Chicago Bears hatten sehr viel freies Cap Space und gerade auf den Need-Positionen war der Markt exzellent und breit besetzt. Hier nun der Rückblick auf die letzten aufregenden Wochen.

Gebannt verfolgten wir unsere Nachrichtenquellen an Tag 1 der Free Agency. Doch am Ende der Nacht blieb zunächst nur Ernüchterung. Kein Einziger der namhaftesten Defensive Backs konnte verpflichtet werden und Alshon Jeffery unterschrieb auch noch bei den Philadelphia Eagles. Offensichtlich würde diese Periode wohl ein Reinfall werden. General Manager Pace wurde bereits vorgeworfen, er habe die FA-Phase verpennt.

Verschlafenheit ist aber wohl das Letzte, dass Fans unserem GM vorwerfen können. Ganz im Gegenteil tätigten die Bears im weiteren Verlauf zahlreiche Neuverpflichtungen und versuchten sich so eine bessere Ausgangslage für den Draft zu sichern. Pace pflegt zu sagen, die Free Agency ist nur ein Baustein des Plans. Eher eine Vorbereitung des Drafts. Doch ist ihm das gelungen?

Wichtigste Neuverpflichtungen:

Defensive Backs

Ein Sinnbild für die Finanzpolitik unseres Managements ist wohl die Verpflichtung der neuen Spieler für die Secondary. Vor der Offseason von Pace als absolute Baustelle deklariert, erwarteten alle große Investitionen in junge Playmaker, wie Stephon Gilmore oder A.J. Bouye. Doch die Liste liest sich ein wenig anders. Denn statt andere Teams zu überbieten und damit für einzelne Stars tief in die Tasche zu greifen, wurden Prince Amukamara, Marcus Cooper und Quintin Demps unter Vertrag genommen.

Amukamara und Cooper sind beide im besten Alter ihrer Karriere. Amukamara wird in Fangios Press System endlich so eingesetzt, wie er es bevorzugt. Für Cooper gilt ähnliches. Demps ist ein erfahrener Safety mit ner Menge übrigem Benzin im Tank. Der 31-jährige passt aufgrund seines Alters eigentlich nicht in Paces Beuteschema, doch macht seine Verpflichtung Sinn. Die Secondary wird auch im nächsten Jahr, egal wie der Draft verläuft, relativ jung sein. Ein Veteran wie Demps könnte ihr das nötige Selbstvertrauen geben und für entscheidende Turnover sorgen.

Zusätzlich wurde mit Jonathan Banks, Bryce Callahan und Chris Prosinski verlängert. Gute Spieler für die Secondary zu finden, sind nach der Suche eines Franchise Quarterbacks wohl das schwierigste Unterfangen in dieser Liga. Die Bears sind in der tiefen Verteidigung mit diesen Moves gut aufgestellt. Mit dieser Secondary können die Bears in die Saison gehen. Weitere Verstärkungen im Draft werden aber sicherlich eine weitere Verbesserung bringen. Pace ist aber nun nicht mehr unter Zugzwang.

Quarterbacks

Neuzugang Mike Glennon wurde bereits von Coach D analysiert:

Mike Glennon – Zwischenlösung oder Franchise Quarterback?

Natürlich könnte ich jetzt sagen, dass ich ihn schon seit letzten Herbst fordere und was ich so von ihm halte. Aber ich überlasse es lieber anderen. Hier eine Stellungnahme von Lovie Smith, unser letzter Head Coach mit dem die Bears den Super Bowl erreichten:

„What quarterbacks play in the league? Guys that can throw the football. Mike Glennon can throw the football. Bright mind. Good guy. He’s going to be a good locker room guy. The Chicago Bears got a good football player, a guy that should help bring the Bears back.(…) Just how he came to work every day. He’s a professional, and that’s what the Bears are getting.“

Pace und Fox beobachten ihn schon seit sie bei den Bears zusammenarbeiten. Mit Mike Glennon, Neuzugang Mark Sanchez und Connor Shaw, dessen Vertrag verlängert wurde, haben die Coaches nun ein Trio gefunden, dass, laut Fox Aussage, die selbe Sprache im QB Room spricht. Eine Sieggarantie im nächsten Jahr bringt keiner der Drei mit, sowie es auch kein Rookie tun würde. Auch hier gilt, es ist sicherlich kein Nachteil im Draft noch einen Quarterback zu verpflichten, es muss aber nicht erzwungen werden.

Tight End Dion Sims

Mit Zach Miller als klare Nummer 1 auf der Position waren die Bears auf der Suche nach einer Nummer 2. Dion Sims ist dass, was man einen hochkarätigen Blocker nennt. Seine Fähigkeiten als Receiver sind sicherlich ausbaufähig, haben sich aber vor allem im letzten Jahr deutlich gesteigert. Sims wurde insgesamt 39mal angeworfen und fing davon 32 Bälle für 290 Yards und Vier! Touchdowns. In der Red Zone strahlt er eine besondere Gefahr aus und wird, wenn er nicht selbst zum Ziel erklärt wird, anderen Receivern mehr Freiraum verschaffen oder Howard den Weg für die letzten Yards ebnen können. Auch wenn die Verpflichtung unscheinbar wirkt, so kann Sims wohlmöglich das fehlende Puzzleteil in der Red Zone Offense sein. Der ehemalige Head Coach hätte ihn gern behalten, aber Pace konnte ihm mehr anbieten.

Unerwähnt bleiben sollte nicht, dass auch Daniel Brown einen neuen Vertrag erhalten hat. Auch er war in der Red Zone bereits erfolgreich. Offensive Coordinator Dowell Loggains kann also demnächst vielseitiger Richtung Endzone agieren.

Wide Receiver

Neuzugang Marcus Wheaton wird den anderen Receivern in Zukunft Platz verschaffen. Steht er an der Line of Scrimmage, muss der Gegner immer einen tiefen Pass als Gefahr ansehen. Antonio Brown konnte bei den Steelers häufig davon profitieren. Kendall Wright bringt weiteren Speed in die Offense.

Mit dem Abschied von Alshon Jeffery steht im Kader offensichtlich kein No.-1-Receiver mehr im Kader. Ich würde sogar bezweifeln, dass er es war. Allerdings befinden sich mit Kevin White, Cameron Meredith und Kendall Wright gleich drei Spieler im Roster, denen es zuzutrauen ist. White hat die Anlagen, Wright hat es schon bewiesen, als er das letzte Mal unter OC Loggains spielen durfte und Meredith ist ein aufstrebender Undrafted Free Agent, der in der vorherigen Saison die besten Leistungen aller Receiver zeigen konnte. Gerade damit auch auf dieser Position kein unbedingtes Draft Need mehr besteht, wurden die Verträge mit Deonte Thompson und Josh Bellamy verlängert um das Corps auch in der Tiefe gut zu besetzen.

Recap:

Alles in allem hatten die Chicago Bears eine gute Free Agency (Schulnote: 2). Es verlief nicht alles nach Wunsch und Plan, aber es gibt ja auch noch 31 andere Teams in der NFL mit denen man im Wettbewerb steht. Vor allem die neuen Receiver und Dion Sims werden die Offense noch flexibler spielen lassen. Diese Moves möchte ich besonders positiv hervorheben. Alle Verpflichtungen nehmen Ryan Pace den Druck im Draft nach Need Position zu gehen. So kann er, wie er es auch selbst immer wünscht, den best-möglichen Spieler picken.

Alle weiteren Signings und Re-Signings, findet ihr hier: http://www.chicagobears.com/team/free-agent-tracker.html

Lasst ruhig ein paar Kommentare da! Welche Note würdet ihr Pace geben?

Wir vom BDG-Team begeben uns dann zur Aufnahme in unsere Stamm-Kneipe und werden immer mal wieder bis Ende April in mehreren Podcasts von uns und dem Draft 2017 hören lassen.

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