SpielBEARicht: Bears vs Lions

BEARS WIN! BEARS WIN!

Die Chicago Bears haben drei Niederlagen in dieser Saison erlitten und jetzt haben sie ihren ersten Sieg errungen. Am Sonntag bezwangen sie die Detroit Lions im NFC North Division internen Duell mit 17 – 14.

Offense

302 Yards durch Pässe, 111 Yards durch das Laufspiel und 2 Touchdowns. Mehr muss man nicht sagen.

  • Die Offensive Line wirkt von Woche zu Woche besser. Am Sonntag waren das jedoch zu viele Penaltys. Dennoch ein gutes Spiel.
  • Josh Sitton muss noch einmal besonders hervorgehoben werden. Das ist ganz großes Kino.
  • Jordan Howard is my man! 23 Läufe – 111 Yards ergeben durchschnittlich 4,8 Yards pro Lauf. Er ist groß, er ist schnell, er ist schwer zu Boden zu bringen und eine Option im Passspiel. Ein vielversprechendes Debüt, das Lust auf mehr macht.
  • Kevin White wird gesucht und bekommt die richtigen Bälle. Schon sieht sein Spiel ebenfalls vielversprechend aus.
  • Wer hätte vorher gedacht, dass Eddie Royal nach vier Spielen der MVP der Bears Offense sein wird?
  • Brian Hoyer hat ein gutes Spiel gezeigt. Er spielt effizient, er macht genau das, was für ihn möglich ist. Er wird den Ball früh los und vermeidet Fehler, er tritt nicht in den Vordergrund, sondern das Team um ihn herum macht das für ihn. Am Ende komplettiert er 28 von 36 Pässe, erzielte 302 Yards, 2 Touchdowns nach Pässen und ein 120,1 Rating. Klasse!

Jetzt zu den negativen Punkten der Offense…

  • Hat einer von euch Alshon Jeffery gesehen? Ich nicht! Hat er überhaupt mitgespielt? Die Bears holen sich eine beeindruckende Anzahl an Yards, doch bleiben unter der 20 Punkte Marke. Das passiert, wenn man den besten Spieler der Offense außen vor lässt. Nein, keine Kritik an Jeffery, auch keine am Match-Plan, dieser Punkt geht auf Hoyer (dennoch keine Kritik, gleich mehr). Jeffery befand sich mehrmals in 1 vs 1 Situationen und Cutler hätte ihm den einen oder anderen „Jump-Ball“ gegeben. Das ist Jefferys Spezialität, da kann er seinen Körper einsetzen. Solange Hoyer der Starter ist, wird Jefferys Rolle auf die des 3. Receivers reduziert bleiben. Brian Hoyer liegen die Routen mehr, in denen gekreuzt wird. Er wird das Risiko der Mann gegen Mann Duelle nicht eingehen, was allerdings gut ist, denn er hat nicht die Voraussetzungen dafür.

  „27 of Bears QB Brian Hoyer’s 38 attempts in Chicago’s win over Detroit traveled less than 10 yards downfield. He completed 23, incl. 2 TDs“Pro Football Focus

  • Die Bears Offense verpasste es zu oft, den einen, letzten, wichtigen, Yard zu erringen.

Defense

Die Defense erlaubt gegen eine gefährliche Lions Offense (27 Punkte gegen Green Bay) nur 6 Punkte durch zwei Field Goals. Den Lions gelingt nicht ein einziger Touchdown und im letzten Quarter, als die Schlussoffensive eines Teams in Rückstand kommen sollte, werden nur 52 Yards zugelassen. Der springende Punkt: Es fehlen Pernell McPhee, Danny Trevathan, Kyle Fuller, Lamarr Houston, Eddie Goldman und Jonathan Bullard. Zum Schluss gesellten sich auch noch Tracy Porter und Leonard Floyd dazu. Es ist schön zu sehen, wie die jungen Spieler aus der zweiten Reihe die von Fangio gegebene gute Ausgangsposition nutzen.

  • Leonard Floyd ist in Coverage derzeit wertvoller. Sein Pass-Rush ist definitiv noch ausbaufähig.
  • Adrian Amos ist auf dem besten Weg Publikumsliebling zu werden. So schnell wie Terrance und so hart wie Bud.
  • Nick Kwiatkoski. Von ihm möchte ich gerne mehr sehen. Seine Durchschlagskraft ist beeindruckend. Er kann  wunderbar in vorhandene Lücken durchstoßen und ist eine Wand an Spieler. Wo er hinpackt, da ist Stillstand für den Gegner.
  • John Timu ist gedanklich sehr schnell. Er hat die benötigten Instinkte. Leider fehlt ihm die Schnelligkeit im athletischen Sinne, sonst hätte er das Zeug mehr als nur ein Back-Up zu sein.
  • Was kann Freeman eigentlich nicht?
  • Bryce Callahan ist schnell und taff. Bei gegnerischen Screens gehört er immer zu den Ersten, die schalten. Dazu war er verschiedenen Wide Receivern und Tight Ends gegenüber gestellt und ließ nur 3 Catches zu. Wir erhofften uns vor der Saison einen weiteren Sprung von ihm und ja, Callahan entwickelt sich positiv weiter.
  • Corny Washington braucht mehr Snaps! Das liegt teilweise natürlich an ihm selbst, weil er zu häufig verletzt ist. Wenn er auf dem Feld ist kommt immer etwas produktives dabei herum.

Nach so einer Leistung sollte man sich als Fan einfach nur zufrieden zurücklehnen, ich hab allerdings doch noch etwas zu bemängeln.

  • So langsam wird es echt unheimlich, wie ihr bei sicher geglaubten Tackles am Gegner vorbei fliegt.
  • Der Pass-Rush ist nicht nur schlecht, er ist quasi gar nicht vorhanden. Das ist eher mau, wenn die Defense sich über ihre Front-7 definieren möchte. Pernell McPhee wird hier dringend benötigt.

Coaches

In den letzten Wochen und speziell in der vorherigen gab es viel Kritik meinerseits. Demnach muss ich jetzt mal ein Lob aussprechen. Die Spieler der Offense und der Defense lobten die beiden Coordinator überschwänglich nach der Partie, sie seien gut vorbereit gewesen. Vic Fangio gibt es mir ordentlich zurück und auch der viel gescholtene Dowell Loggains konnte auf ganzer Linie glänzen. Sie haben die Spieler in Position gebracht. Job erledigt!

  • Dowell Loggains wird heute mal in Schutz genommen. Er kann nichts für die geringe Punkteausbeute. Die Fehler gehen auf die Spieler. Er hatte den richtigen Plan, doch individuelle Fehler der Jungs auf dem Platz machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Unter der Woche wurde allerdings berichtet, er hätte besessen an einem Plan gearbeitet, weil er es allen zeigen wolle. Heißt das, wenn er alles gibt, dann bringt er solche Leistungen? Heißt das, er hat vorher nicht alles in seinen Plan gesteckt? Darüber will ich jetzt nicht länger nachdenken, sonst rege ich mich doch wieder über ihn auf.
  • John Fox un seine Challenges. Oder viel eher, seine Berater oben in der Box. Wer ist das? Darf ich das demnächst machen? Umsonst wohlgemerkt. Einfach schlecht.
  • Jeff Rodgers. Ein Coach kann nichts dafür, wenn zwei Leute ihren Tackle vermasseln und einer einen Stoß in den Rücken bekommt. Eine Idee dem ganzen aus dem Weg zu gehen (zumindest hatten „philippgd“ und ich uns das vor dem Punt via Skype überlegt) wäre ein Punt direkt ins Aus gewesen, um den Return zu diesem Zeitpunkt erst gar nicht zuzulassen. Die Lions hatten zu wenig Zeit für zwei gescheite Angriffe der Offense.

Fazit

Die Bears zeigten zum ersten Mal in dieser Saison, warum ich sie während der Offseason als 10-6 Team eingeschätzt hatte. Mein Argument war, dass sie sich in der letzten Saison vor allem innerhalb der eigenen Division konkurrenzfähig zeigten. Sie schlossen die NFC North Bilanz zwar mit einem 1 – 5 Ergebnis ab, wurden jedoch nur im letzten Spiel gegen Minnesota dominiert und geschlagen, in einem Spiel, dass Minnesota gewinnen musste und die Bears nicht. Am Sonntag gewann ein Bears Team, geschwächt durch Verletzungen, gegen die Detroit Lions. Sie waren nicht einfach nur besser, diesmal haben sie dominiert. Wenn das Special Team besser agiert hätte, wäre das Spiel zu keinem Zeitpunkt eng gewesen. Das sollte Sicherheit geben. Dringend benötigte Sicherheit. Im nächsten Spiel treffen die Chicago Bears auf ein schwaches Colts Team, gerade erst von der London Tour zurück. Lass das der Start in die Saison gewesen sein!

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.