SpielBEARicht: Bears @ Cowboys

Der Spielbericht hat ein wenig auf sich warten lassen. Die Chicago Bears verlieren im Sonntag Nacht Spiel in Dallas 31:17 gegen die Cowboys. Meine erste Reaktion war, dass es keinen Spielbericht braucht, es ist nicht nötig einzelne Quarters, Drives, Spielzüge oder Momente zu erwähnen und schon gar nicht zu bewerten. Die Bears waren schlecht mit Jay Cutler als Quarterback, mit Brian Hoyer würde man am liebsten erst gar nicht hinsehen. Das ist das schlechteste Team der NFL.

Inzwischen habe ich versucht mich ein wenig zu beruhigen. Abstand gewinnen, um die Niederlage gegen die Cowboys im Nachhinein sachlich bewerten zu können. Am Ende sehe ich jedoch die selben Probleme, wie beim Schauen der Partie.

Coaching

Dieses Team startet in jede Partie mit einem Handicap, und zwar liefern die Coaches einen schlechteren Job ab, als die der Gegner.

Ja, jedes Team, das seinen Quarterback und noch dazu drei ihrer besten Defensivspieler schmerzlich vermisst wird seine Probleme haben. Wenn alle drei Defensivspieler auch noch zur Front-7 gehören, ist das umso ärgerlicher, wenn es gegen die beste O-Line der Liga geht.

Letztendlich ist es mir jedoch egal, ich bin Fan, ich will irgendwann mal Siege sehen. Die Bears hätten in der letzten Saison von der Qualität her zig Klatschen bekommen müssen, doch das war nicht der Fall.

Das war nicht der Fall, weil sie einerseits kämpften, aber auch, weil die Coaches einen passenden Match-Plan parat hatten oder ihre Anpassungen stimmten. Die Coaches brachten sie in Position. Davon kann derzeit nicht die Rede sein.

John Fox & Co. schafften es im letzten Jahr das beste aus jedem Spieler herauszuholen, in diesem Jahr ist bisher das Gegenteil der Fall. Dowell Loggains ignoriere ich heute einfach mal, es hat sich zu den vorherigen Spielberichten nichts geändert. Leider schließt sich jetzt Vic Fangio dem Unheil an. Fangio macht den Anschein, als hätte er keine Idee, wen er auf das Feld schicken soll und der Coach über allem weiß offenbar nicht was die Jungs unter ihm tun und wie er die Probleme beheben kann.

Fox ist ein erfahrener Coach, er sollte die Saison als Coach beenden, alles andere wäre unnötiges Störfeuer. In der Ruhe liegt die Kraft. Wir brauchen jetzt den Chef in der Kabine namens Fox. Klar ist allerdings auch, ein Spiel, wie das gegen Dallas, sollte er sich nicht noch einmal erlauben.

Vic Fangios Spielerauswahl ist für mich nicht nachvollziehbar.

Defense

Wie will man mit Will Sutton gegen Travis Frederick die Offense der Cowboys stoppen? Sinnbildlich wird Sutton direkt beim ersten Spielzug vom Cowboy zerstört, was zu einem 20 Yard Gewinn führt. Sutton hat seinen Wert, aber in diesem Duell ist er einfach klar unterlegen. Hicks als Nose Tackle und Bullard oder Washington als Defensive End wäre die bessere Lösung gewesen.

Haben wir letztes Jahr nicht gelernt, dass Christian Jones kein Inside Linebacker ist? Seine letzte Saison dort war so schlecht, dass er am Ende des Jahres von John Timu und Jonathan Anderson auf die Bank verdrängt wurde. Anderson war die gesamte Vorbereitung über der erste Ersatz von Trevathan und Freeman, aber als es dazu kam, dass er einen der beiden ersetzen musste, wählte Fangio Jones aus. WARUM? Jones zeigte im ersten Spielzug des zweiten Quarters, warum er nicht hätte spielen sollen. Er verpasste nicht nur einen sicheren Tackle an Prescott, er haut stattdessen Corny Washington um, sodass auch der zu Boden geht. Prescott läuft für 17 Yards bei einem 3rd-Down & 3 Yards. Es hätte das Ende des Drives für die Cowboys bedeutet, doch durch diesen Fehler endete dieser in einen Touchdown.

Später im Spiel kann Harold Jones Quartey nicht mehr. Eine Gelegenheit 4. Runden Pick Deon Bush eine Chance zu geben. Fangio wählt Prosinski und er war schlecht, natürlich, und die Cowboys nutzten das aus.

Jacoby Glenns Leistung war ebenfalls zum Abwinken. Er war letztendlich für 105 Yards verantwortlich, doch Draft Pick Deiondre Hall bleibt auf der Bank.

Es geht weiter…

Die Defense ist nicht in der Lage den ersten Drive des Gegners zu stoppen.

Seitdem John Fox das Amt des Bears Head Coaches übernommen hat, haben die Bears 8 Touchdowns und 1 Field Goal im ersten Drive kassiert. Einen Punt haben sie 7 Mal errungen, jedoch kassierten sie in zwei dieser Partien einen Touchdown im zweiten Drive des Gegners.

Ein guter Coach muss in der Lage sein innerhalb des Spiels Anpassungen zu vollziehen, es gilt allerdings auch von Anfang an richtig vorbereitet zu sein. Was zur Hölle machen die unter der Woche?

Die Bears sind kein Team, dass aus einem Rückstand heraus agieren kann, sie müssen in Führung gehen, doch sie sind jedesmal im Hintertreffen.

Offense

Heute einmal umgekehrt, wir loben einfach mal die Offense.

Jordan Howard und Kevin White sind nicht leicht unterzukriegen. Beide beweisen eine gute Physis, gibt ihnen den Ball.

White hat zwei Tackles gebrochen und einmal einen Verteidiger aussteigen lassen. Ganze acht Pässe in seine Richtung empfand ich als nicht fangbar oder zumindest ungenau, er holte sie alle runter. Genau das wollen die Bears von ihm zukuünftig sehen, das war vielleicht der Startpunkt.

Howard brach ebenfalls zwei Tackles. Ich bewundere jedes Mal seine Zielstrebigkeit, wenn er den Ball bekommt, es wird Zeit, dass er ihn bedeutend öfter sieht. Durch die Langford Verletzung wird das nun sogar wahrscheinlicher.

Übrigens… Die Offensive Line zeigte sich verbessert gegen die Cowboys. Meistens konnte die Defense nur Druck erzeugen, wenn ein Pass notwendig war. Das ist ein Fortschritt.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.