SpielBEARicht: Bears vs Eagles

Das zweite Saisonspiel, die zweite Niederlage. Die Chicago Bears starten, durch eine 14:29 Niederlage gegen die Philadelphia Eagles, 0 – 2 in die Saison. Zu Anfang sah alles nach einem Sieg aus, das Team startete furios, die Offense rollte über das Feld (scheiterte jedoch an Kleinigkeiten, die weitere Punkte verwehrten) und die Defense hielt zuverlässig den Gegner in Schacht. Die Folge war eine 7:3 Führung, die nur durch kollektives Versagen in ein 7:29 für die Eagles umgedreht werden konnte.

Ja, das Team hat noch immer mit jahrelangen schwachen Drafts zu kämpfen. Das kann in diesem Jahr allerdings keine Ausrede mehr sein, inzwischen ist genug Talent im Kader, um einen Rookie Quarterback im eigenen Stadion zu besiegen, auch, wenn diese das Potenzial zum Star hat.

Das führt verständlicherweise zu der derzeit aufgebrachten Lage vieler Fans. Ich hatte, im Nachhinein betrachtet, das Glück, das Spiel nicht live sehen zu können. Ich kannte das Ergebnis, bevor ich mir für diesen Artikel das Spiel angeschaut habe. Es zeigten sich im Spiel bereits bekannte Probleme, die zu dem Ergebnis führten. Lasst es uns hinter uns bringen!

Offense

Die Offense ist das Sorgenkind der Chicago Bears. Gerade einmal 28 Punkte wurden in den letzten beiden Spielen erzielt. Die Offense jetzt komplett auseinander zu nehmen ist jedoch nicht möglich, wie könnte ich? Wie kann ich Spieler abschließend nach einer Partie bewerten, wenn es den Anschein hat, dass nur Eddie Royal auf die für ihn richtige Art und Weise genutzt wird?

  • Nach einer guten letzten Partie war das eine enttäuschende Leistung von Langford. Mal ganz abgesehen vom Fumble sind durchschnittlich 2,5 Yards pro Lauf einfach viel zu wenig für einen Starter. Erst Recht, wenn das Team eigentlich für Runs ausgelegt ist.
  • Im Podcast vor dem Saisonstart hatte ich angekündigt, wie viel ich von Jordan Howard halte. 3 Läufe und insgesamt 22 Yards gegen die Eagles, leuchtet sein Stern also schneller als erwartet? Man wird es sehen, sicher ist jedoch, dass er sich für die kommenden Partien weitaus mehr Snaps verdient hat.
  • Kevin White kann einem Leid tun. Er benötigt noch Zeit und der Offensive Coordinator weiß nicht, wie er ihn in der Zwischenzeit in sein Team einbauen soll. Tipp: Ein Blick Richtung Houston (Fuller). White ist ein noch viel besserer Athlet.
  • Beim ersten Hinschauen wirkte die O-Line schlechter, als sie es wirklich war, auch wenn sie noch weit davon entfernt sind, eine gute Line zu sein. TE Paulsen und der inzwischen entlassene FB Lasike waren letztendlich für einen Sack und einen schlechten Run Block verantwortlich. Demnach gehen noch ein Sack, drei Hurries, zwei QB-Hits und zwei schlechte Run-Blocks auf das Konto der OL. Bobby Massie machte erneut den schlechtesten Eindruck (1 Sack, 2 Hurries und 1 schlechter Run-Block). Sie werden noch eine Weile brauchen, um eine vernünftige Gruppe zu sein, doch bei den inneren 3 habe ich die Hoffnung, dass wenigstens sie am Ende Top sind.
  • Cody Whitehair sollte einmal lobend hervorgehoben werden. DT Fletcher Cox ist einer der Besten in der NFL. Mir ist nicht wirklich aufgefallen, dass er mitgespielt hat.

Jay Cutler!

  • An die Kritiker: Es ist einfach ihm alles in die Schuhe zu schieben. Nein, er ist nicht an allem Schuld.
  • An die Befürworter: Man muss den Verteidigungsmodus nicht immerzu aktivieren. Nicht immer die Anderen, auch Jay begeht Fehler.

Also… So die Offense, so Jay Cutler. Er startete gut in die Partie und spielte einige sehenswerte Pässe (bspw. entgegen seiner Laufrichtung zu Zach Miller), danach ging es jedoch bergab. Insgesamt war die Partie echt schlecht. Inwieweit der verletzte Daumen eine Rolle spielte, keine Ahnung, daran möchte ich mich nicht allzu lange aufhängen. Fakt ist: Wenn der Daumen an der Wurfhand schmerzt, lässt es sich schwer werfen. Viele Bälle verfehlten auf die selbe Art das Ziel, ein klares Zeichen dafür. Fakt ist aber auch: Die schlechte Entscheidungsfindung, die er in dem Spiel an den Tag legte. Die Fast-Interception war zum Haare sträuben und die richtige Interception noch viel mehr. Außerdem geht der Fumble trotz Handicap auf seine Kappe, weil er in den Sack genau hinein läuft. Wieder einmal eine schlechte Entscheidungsfindung. Am Ende ist es eine schlechte Partie, nicht mehr, aber auch keinesfalls weniger!

Defense

Halten wir es kurz. Die Defense ist wirklich gut geworden. Sie ist allerdings nicht gut genug, um die Spiele im Alleingang zu gewinnen, wie es bspw. die Denver Broncos können.

  • Die Redzone Defense ist stark! Hui!
  • Die jungen Cornerbacks Glenn und Hall machen einen immer vielversprechenderen Eindruck.
  • Pass-Rush? Wo ist der Pass-Rush? Es war eine wirklich geringfügige Verbesserung sichtbar. Das eigentlich als Prunkstück auserkorene Gebiet bleibt jedoch weiterhin hinter den Erwartungen zurück.
  • Goldman, Trevathan und McPhee… Das sind eindeutig zu viele Verletzungen.

Coaches

  • John Fox: Wir wussten, was die Bears mit Foxy bekommen. Eine Persönlichkeit in der Kabine, der einen guten Umgang mit den Spielern hat, der respektiert wird. Das In-Game Coaching lag ihm noch nie. Derzeit ist es besonders grauenvoll, er wirkt ohne Plan.
  • Jeff Rodgers: Bitte! Bitte sag deinen Special Teams, dass 25 Yards voll toll sind. Diese ständig schlechten Return Versuche schaden uns.
  • Dowell Loggains (!!!): Die Offense hat keinerlei Identität! Wofür stehen wir eigentlich? Warum dürfen so viele Spieler ihre Stärken nicht einbringen, sondern werden lieber falsch genutzt? Und warum zur Hölle spielt Jay Cutler auch nur einen Snap mit einem verletzten Daumen (nach #6 Aussage passierte es schon früh in der Partie)????? Letztendlich bleiben viele Fragen und nur eine Erkenntnis – sobald die Gegner es schaffen Jeffery aus dem Spiel zu nehmen, hat Loggains keine Antwort parat.
janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.