SpielBEARicht: Bears @ Houston

Der erste VorBEARicht. Das erste Spiel. Nun der erste SpielBEARicht. Endlich wieder Football! Leider gibt es zum Saisonauftakt einen kleinen Dämpfer, die Chicago Bears verlieren gegen die Houston Texans 23:14, lassen aber auch allerhand positive Rückschlüsse im Hinblick auf die kommenden Partien zu. Die Bears sind konkurrenzfähig, aber noch nicht gut genug.

Offense

Die Offense stand sinnbildlich für das Spiel. In der ersten Halbzeit gab es ein Feuerwerk. In der zweiten Halbzeit blieb man blass.

  • Jefferys erste Halbzeit war beeindruckend. Da hat er dominiert. Die Zweite war zum vergessen.
  • Eddie Royal! Eine durch Verletzungen geplagte letzte Saison ließ einem seine Fähigkeiten schnell vergessen. Da ist er! Nach dem Auftritt fordert denke ich niemand mehr Braverman für Eddie im Kader.
  • Kevin White muss seine Routen lernen und das vorzugsweise nicht innerhalb der Spiele. Er ist auf seine Art und Weise noch ein Rookie. Er darf ruhig noch seine Zeit brauchen, um sich an die NFL zu gewöhnen, doch macht es ihm solange leichter. Die Bears sollten ihm Screen Pässe geben. Die sind erstmal einfach und lassen ihn gleichzeitig seine Stärken ausspielen.
  • Das Laufspiel durch die Mitte wird DIE Stärke der Bears. Langford macht den Eindruck, als hole er aus jedem Run 2 Yards mehr, als es ihm möglich ist.
  • Cody Whitehair spielte in seinem NFL Debüt zum ersten Mal auf der Center Position und das gegenüber von Vince Wilfork (5x Pro Bowl). Natürlich hat er einen wichtigen Snap verbockt und in der zweiten Häflte defintiv seine Probleme mit den Stunts gehabt. All das einbezogen war das ein ganz ordentlicher Abend von ihm. Er ist jung, er lernt dazu. Auf ins nächste Spiel!
  • Josh Sitton kann einfach noch nicht eingespielt sein. Er hatte ebenfalls Probleme mit den Stunts.
  • Die Offensive Tackles der Bears waren auch nicht die im Vorfeld erhoffte Hilfe für die drei Lineman in der Mitte während der Übergangsphase.

Defense

Die Monsters oft he Midway! Wir können sie wieder so nennen. Die Defense leistete eine Arbeit, die dem Bears Trikot würdig ist. Es offenbarte sich, dass in der Secondary noch ein wenig die Klasse fehlt, um mit den Top – Wide Receivern mitzuhalten. Der Pass-Rush blieb noch hinter den Erwartungen zurück, da sollte die Front-7 in den nächsten Spielen einen Sprung machen, um ihren Hintermännern unter die Arme zu greifen. So schafften sie es am Ende nicht mehr schnell genug vom Platz.

  • Willie Young muss für mehr Druck auf den Quarterback sorgen. Solange McPhee noch ausfällt ist er der primäre Pass-Rusher.
  • Leonard Floyds Potenzial, sowie seine Explosivität sind unübersehbar. Aber wieso steht er bedeutend öfter auf dem Feld als Lamarr Houston? Die Bears können es sich nicht erlauben, dass der Mann mit den meisten Sacks in der vergangenen Saison, der ebenfalls eine starke Preseason spielte, so oft an der Seitenlinie steht. First Round Pick hin oder her.
  • Jerrell Freeman ist eine Maschine! Er ist der gesuchte Sideline-to-Sideline Middle Linebacker. Die beste Leistung auf dieser Position seit der Absenz von Nummer 54. Zusammen mit seinem Partner Danny Trevathan sorgte er für 28 Tackles, 1 Sack, 2 Tackles for loss, 1 QB Hit.
  • Tracy Porter ist kein Spitzenklasse Cornerback, aber er hat Instinkte, die für besondere Momente sorgen.

Coaches

Es gibt nicht einen Spieler, der beim Saisonauftakt so starken Einfluss auf Sieg oder Niederlage genommen hat, wie John Fox und sein Coaching Staff. Das darf nicht sein! Das Trainerteam hat den Saisonstart verpennt und muss zu den nächsten Partien dringend aufwachen. Einzig Vic Fangio zeigte wieder einmal eine ansprechende Leistung und wusste durch Anpassungen das Laufspiel der Texans in der zweiten Hälfte aus dem Spiel zu nehmen.

  • Dowell Loggains Match-Plan war nicht wirklich durchdacht. Sogar wir (ich rede vom VorBEARicht) wussten, was die Bears Offense erwartet. Es war abzusehen, dass die neu formierte Offensive Line besonders starkem Druck ausgesetzt sein wird. Nachdem die Bears als Führende den Platz zur zweiten Halbzeit betraten war das noch klarer. Doch die Offensive Line wurde überrannt. In der Vergangenheit bekagten wir uns über viel zu viele Screens (und auch Slants). Jetzt, so scheint es, werden diese Elemente gar nicht mehr genutzt. Dabei hätte man in White endlich den richtigen Mann dafür parat.
  • John Fox hätte 2x die Challenge Flag nutzen müssen (Hopkins No-Catch & der QB Sneak). Er entschied sich gegen diese Möglichkeit. Im Anschluss an diese Spielzüge kam Houston auf insgesamt 65 Yards und 14 Punkte mehr auf ihrem Konto.

Fazit

Die Chicago Bears müssen ihr Potenzial im Pass Rush besser ausschöpfen, so hätte man Osweiler zu mehr Fehlern zwingen können. Der Quarterback der Texans wirkte alles andere als sicher bis ihm eine Komfortzone gewährt wurde. Am nächsten Spieltag geht es gegen Phillys Rookie QB Wentz. Schon dort muss daran angesetzt werden, weil auch er durch seine Unerfahrenheit nur innerhalb einer Komfortzone in der Lage sein wird zu brillieren.

Houston ist das bessere Team, vor allem daheim. Die Bears waren jedoch konkurrenzfähig und hatten die Chance den Sieg einzufahren. Im weiteren Saisonverlauf wird das so bleiben und sollte die Entwicklung wöchentlich weiter positiv voranschreiten, dann sollten sie schon sehr bald gut genug sein Playoff Kaliber wie die Texans zu schlagen.

 

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.