Season Preview 2016 Chicago Bears

Anmerkung:  Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von SPOX User „beardown91„. Er hat die Season Preview der Chicago Bears für die Spox.com Community “ NFL @ Spox“ geschrieben. Wir wurden angefragt, ob wir den Text weiterverbreiten könnten und machen das natürlich gerne. Also, wir wünschen viel Spaß beim Lesen! 

Vor der Saison 2015 wurde endlich der lange hinausgezögerte Rebuild eingeleitet und zugleich große Teile des Coaching Staffs und Front Office ausgetauscht. Im ersten Jahr unter Head Coach John Fox und General Manager Ryan Pace galten die Bears als Kandidaten auf den Top-Pick, konnten die Saison jedoch mit einem anständigen Record von 6-10 beenden.

Was können die Fans der Bären aus Chicago in dieser Saison erwarten?

Offseason

Direkt zu Beginn der Offseason gehörten die Bears zu den aktiveren Teams, ohne hierbei jedoch die ganz großen Verträge auszuhändigen. So kamen die beiden Inside Linebacker Danny Trevathan (4 Jahre/ 24,5 Mio.) und Jerell Freeman (3 Jahre/12 Mio.) sowie Right Tackle Bobbie Massie (3 Jahre/18 Mio.) und Defensive End Akiem Hicks (2 Jahre/10 Mio.) in die Windy City.

In der Folge blieb es allerdings ruhig und die Bears beschränkten sich darauf mit verschiedenen Spielern, wie Tracy Porter oder Zach Miller zu verlängern.

Der nach seiner Verpflichtung unerwartet zurückgetretene Manny Ramirez, wurde durch den verletzungsanfälligen, ehemaligen Zweitrundenpick der Carolina Panthers Amini Silatolu ersetzt.

Weitere Zugänge: OL Ted Larsen, LS Aaron Brewer, QB Brian Hoyer

Langjähriger Leistungsträger und Fixpunkt der Bears-Offense Matt Forte wurde ohne Vertragsangebot ziehen gelassen. Der Versuch C.J. Anderson als Ersatz zu verpflichten scheiterte, da sich dieser für ein, später von den Broncos gematchtes, Vertragsangebot der Dolphins entschied. Zudem wurde der beste Tight End im Kader und Problembear Martellus Bennett zusammen mit einem 6. Rundenpick für einen 4. Rundenpick zu den New England Patriots getradet.

Weitere Abgänge: LB Shea McClellin, OL Matt Slauson, S Antrel Rolle

Wichtigster Abgang ist jedoch der zu den Miami Dolphins abgewanderte Offensive Coordinator Adam Gase, der Chicago damit nach nur einem Jahr wieder verlässt. Gase schaffte es die Offensive trotz großer Verletzungsprobleme im Receiving Corps durch kreative Formationen und Schemes konkurrenzfähig zu halten.

Ersetzt wird Adam Gase durch den bisherigen Quarterback-Coach und ehemaligen Offensive Coordinator der Tennessee Titans Dowell Loggains.

Neuer Quarterback Coach ist der aus Washington gekommene Dave Ragone. Curtis Johnson, der bereits 6 Jahre bei den New Orleans Saints und anschließend als Head Coach der Tulane University tätig war, wurde als neuer Wide Receiver Coach angeheuert. Johnson soll als Mentor für die jungen Receiver, hier allen voran Kevin White, dienen und bei Alshon Jeffery die letzten Prozent rauskitzeln und ihn endgültig in die oberste Riege der Wide Receiver hieven.

Der ebenfalls nach Miami abgewanderte Offensive Assistant Bo Hardegree wurde durch den bisherigen Offensive Coordinator der Rutgers University Ben McDaniels ersetzt. Weitere Wechsel im Coaching Staff gab es nicht, insbesondere die Weiterbeschäftigung von Vic Fangio als Defensive Coordinator ist sehr positiv.

Vom 28. 30. April 2016 fand schließlich der Draft in Chicago statt. Hier investierte GM Ryan Pace zunächst die ersten vier Picks in die vielzitierten Trenches. In Runde 1 tradete man etwas überraschend vor die New York Giants, um OLB Leonard Floyd zu ziehen. In der zweiten Runde konnte man nach zweifachem Downtrade den, für viele Experten, besten Guard im Draft Cody Whitehair an Land ziehen. In Runde 3 folgte der explosive D-Liner Jonathan Bullard, in Runde 4 wurde abschließend LB Nick Kwiatkoski geholt. In der Folge kamen mit S Deon Bush und CB Deiondre Hall in der vierten Runde sowie S DeAndre Houston-Carson in der sechsten Runde drei Spieler für die unterbesetzte Secondary. Abgerundet wird der Draft durch RB Jordan Howard in der fünften und WR Daniel Braverman in der siebten Runde.

Offense: Fehlende Tiefe

Nachdem man im Vorjahr bereits die sechstmeisten Rushingattempts der Liga (468 an der Zahl) verzeichnete, wird das Running Game auch 2016 wieder die Grundlage der Offense sein.

Da Featureback Matt Forte nicht mehr im Kader ist, werden die Bears die Last nun auf mehrere Schultern verteilen. Die meisten Snaps dürfte dabei VorjahrespickJeremy Langford erhalten, der 2015 bereits in Goal Line Situationen überzeugte und 6 Touchdowns erzielen konnte. Seine übrigen Statistiken waren jedoch wenig erfreulich. So veränderten die Bears in der Offseason Langfords Laufstil grundlegend, um die lediglich 1,13 Yards After Contact (Rang 43 von den 44 Running Backs mit mindestens 100 Carries) deutlich nach oben zu korrigieren. Ebenfalls erhöhte Aufmerksamkeit erhielten Langfords Receiving Skills. Von den 40 fangbaren Pässen ließ Langford ganze 8 fallen – die meisten aller Running Backs.

Potenzial ist bei Langford dennoch durchaus vorhanden. Seine Success Rate von 47 % reichte immerhin für Platz 20 in der Liga; sein DVOA von 12,7 % war sogar das fünftbeste aller Running Backs.

Um die weiteren Rosterspots kämpfen Jordan Howard, KaDeem Carey und Jacquizz Rodgers.

Im Gegensatz zum Vorjahr werden die Bears aller Voraussicht nach zusätzlich einen Fullback verwenden. Hierbei kämpfen der ehemalige neuseeländische Rugbyspieler Paul Lasike und Veteran Darrel Young um den Rosterspot. Ein weiteres Anzeichen, dass die Bears die Offense wieder auf einem soliden Rungame aufbauen wollen.

Mindestens genauso wichtig für ein erfolgreiches Rungame ist die O-Line. Trotz der Verletzungssorgen im Vorjahr und der Tatsache, dass mindestens ein Guard auf dem Feld auf den Namen Patrick Omameh oder Vladimir Ducasse hörte, konnte die Line mit 4,09 Adjusted Line Yards per Carry im Run Blocking überzeugen.

Durch die Verpflichtung von Bobbie Massie konnten nun sogar gleich zwei Positionen verbessert werden. Mit Massie bekleidet wieder ein gelernter Right Tackle die Position und Kyle Long kann wieder auf Right Guard wechseln, wo er zu den besten Spielern der Liga zählt. Massie konnte zwar in Arizona nie vollends überzeugen; die runlastigere Offense der Bears sollte ihm jedoch entgegenkommen. In Pass Protection wird er davon profitieren können, dass Chicagos Offense weniger vertikal ausgerichtet ist als in Arizona. Komplettiert wird die Line schließlich von Left Tackle Charles Leno Jr., Left Guard Cody Whitehair und Center Ted Larsen. Bereits vor Saisonbeginn musste die Line allerdings einen herben Dämpfer verkraften als sich der nominelle Starting Center Hroniss Grasu das Kreuzband riss und für die gesamte Spielzeit ausfallen wird. Grasu zeigte sich im Trainings Camp deutlich verbessert und sollte zeigen, dass er der Center der Zukunft sein kann. Durch die Verletzung Grasus und der damit verbundenen Beförderung von Ted Larsen zum Starter, fehlt den Bears daher nach den Rücktritten von Manny Ramirez und Nate Chandler ein weiterer Spieler, der der O-Line eigentlich Tiefe geben sollte.

Auffällig ist, dass die O-Line durch die Additionen von Massie, Whitehair und Larsen insgesamt athletischer wurde. Die lediglich 1,05 Yards per Carry im Second Level (Rang 23) und 0,30 Yard per Carry im Openfield (Rang 32) sollten dadurch verbessert werden können. Ohne weitere Verletzungen wird die O-Line daher auch in 2016 wieder mindestens Durchschnitt sein.

Vom Rungame soll auch die Passoffense profitieren und die im Vorjahr zu oft ausgebliebenen Big Plays produzieren. Besonders wichtig hierfür werden Alshon Jeffery und Kevin White sein.

Alshon Jeffery ist ein legitimer Nr. 1 Receiver: Seine 89,7 Yards per Game bedeuten Rang 7 in der NFL. Großes Manko in der Vorsaison war jedoch die Verletzungsanfälligkeit. Aufgrund mehrerer Muskelverletzungen konnte Jeffery nur in 9 Spielen mitwirken. Um dies in 2016 zu verhindern, arbeitete er in der Offseason individuell an seiner Fitness. Ein möglicher langfristiger und hochdotierter Vertrag dürfte ihn zudem besonders motivieren.

Kevin White will nach seiner komplett verpassten Rookiesaison zeigen, warum die Bears ihn im Draft 2015 an Position 7 auswählten. White blieb während der gesamten Offseason mit Receiver-Coach Curtis Johnson in Kontakt, um an seiner größten Schwäche, dem Routerunning, zu arbeiten und soll häufiger im Slot aufgestellt werden, um dort durch seine Größe und Geschwindigkeit Mismatches auszunutzen und seine Physis im Blocking einzubringen.

Starter im Slot bleibt Eddie Royal, der im Vorjahr ebenfalls mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Bleibt er jedoch fit, ist er ein solider Starter, der verlässlich für Yards nach dem Catch sorgt.

Ergänzt wird die Position durch Marquess Wilson (momentan noch wegen eines gebrochenen Fußes auf der PUP-Liste), der in der letzten Saison in Abwesenheit von Jeffery und White mit 16,6 Yards per Reception unter Beweis stellte, dass er durchaus für Big Plays sorgen kann und Marc Mariani, der regelmäßig für 1st Downs aus dem Slot heraus sorgte (von seinen 22 Catches brachten 19 ein 1st Down).

Um den vermutlich letzten Platz kämpfen Josh Bellamy, Deonte Thompson und Daniel Braverman. Deonte Thompson sollte durch seine Returnfähigkeiten die Nase vorne haben; Bellamy wird Wilson vertreten bis dieser wieder einsatzbereit ist. 7th Rounder Braverman begeisterte zwar bisher im Camp, dürfte allerdings die kommende Saison zunächst im Practice Squad verbringen, sollte er sich nicht deutlich besser präsentieren als Mariani.

Backup-Quarterback wird der neuverpflichtete Brian Hoyer. Hoyer ist ein erfahrener und verlässlicher Backup, sodass ein Spiel ohne Cutler nicht mehr automatisch als Niederlage eingeplant werden muss. David Fales und Connor Shaw kämpfen um den Platz im Practice Squad.

Starting Quarterback ist und bleibt Jay Cutler, der im Vorjahr seine beste Saison als Chicago Bear absolvierte. Trotz einer risikoärmeren Vorgehensweise stellte er mit 7,6 Yards per Pass Attempt seinen Karrierebestwert ein.

Wurde er durch die gegnerische Defense unter Druck gesetzt, lieferte er mit einem DVOA von -4,3 % den besten Wert der gesamten NFL. Weiterhin sorgte Adam Gase dafür, dass Cutler den Ball schneller loswurde als in den Jahren zuvor.

Aufbauend auf den von Adam Gase bewirkten Änderungen wird Dowell Loggains weiterhin versuchen Cutler schnelle Anspielstationen zu verschaffen, gleichzeitig aber häufiger Cutlers Arm nutzen wollen, um die angesprochenen Big Plays zu kreieren.

Die Vertragsverlängerung mit Tight End Zach Miller stellt sicher, dass die Bears, trotz des Abgangs von Bennett, weiterhin die Y-Iso-Trips-Formation ausgiebig nutzen können, die sie im Vorjahr mit 215 Snaps bereits ligaweit am häufigsten verwendeten.

Hinter Miller, der die Saisons 2012 bis 2014 aufgrund von Verletzungen vollständig verpasste, fehlt jedoch jegliche Tiefe auf Tight End. Die übrigen Rosterspots sollten zunächst Tony Moeaki und Khari Lee erhalten – beide allenfalls unterer Durchschnitt. Weitere Optionen sind Rob Housler, der in der Offseason vom Defensive End umgeschulte Greg Scruggs und UDFA Ben Braunecker. Es ist also durchaus möglich, dass die Bears hier nach den Rostercuts sogar nochmal auf dem Free Agent Markt aktiv werden.

Ein weiterer Punkt, an dem Loggains ansetzen muss, ist die Red Zone Effektivität. Man erzielte nur in 48,98 % der Red Zone Trips einen Touchdown. Teilweise ist diese Problematik zwar auch auf die Verletzungen zurückzuführen und die dauerhafte Präsenz von Kevin White, Zach Miller und Alshon Jeffery sollte Abhilfe schaffen – kreativer und risikoreicher muss das Playcalling dennoch werden.

Bleiben die Bears von, weiteren, langfristigen Verletzungen verschont, kann die Offense insgesamt zu den besseren in der NFL gehören. Jay Cutler hat gezeigt, dass er in der Lage ist eine Offense zu führen und dabei unnötige Turnover zu vermeiden, gleichzeitig aber jederzeit wichtige Scoringdrives orchestrieren kann (4 4th-Quarter-Comebacks in 2015; geteilter 1. Rang). Zudem verfügt Cutler über den Arm, um auch die schwierigen Pässe an den Mitspieler zu bringen.

Mit Jeffery, White und Miller verfügen die Bears über genügend Physis und Geschwindigkeit, um jederzeit verschiedene Zonen auf dem Feld zu attackieren. Auch die Backup Receiver zeigten im Vorjahr, dass sie in der NFL mithalten können. Voraussetzung für eine erfolgreiche Offense wird jedoch ein funktionierendes Running Game. Vor allem Jeremy Langford wird sich hierfür deutlich steigern und die O-Line bis Saisonbeginn zusammenfinden müssen. Verletzt sich ein weiterer Starter aus der O-Line langfristig, haben die Bears nicht die nötige Tiefe, um dies zu kompensieren genau genommen ist schon allein das Saisonaus von Center Hroniss Grasu kritisch; ein brauchbarer Swing Tackle befindet sich bisher nicht im Kader. Über einen weiteren leistungsstarken Tight End neben Zach Miller verfügen die Bears ebenfalls nicht.

Defense: Monsters of the Midway

In guter alter Tradition wird 2016 die Front Seven endlich wieder die Stärke der Bearsdefense sein. Nachdem die Bears in der Vorsaison erstmals in der langen Franchisegeschichte auf eine 3-4 Basedefense umstellten, hat es GM Ryan Pace bereits in der zweiten Offseason geschafft, passendes Personal zusammenzustellen.

Nose Tackle Eddie Goldman, der sich im Vorjahr im Laufe der Saison gegen den Run deutlich steigern konnte, lieferte mit 4,5 Sacks sogar nicht erwarteten Pass Rush.

Komplettiert wird die D-Line von den Defensive Ends Akiem Hicks und Mitch Unrein. Hicks ist variabel genug, um je nach Gegner und Matchup die Position mit Goldman zu wechseln. Unrein ist ein Veteran, der seinen Job solide und verlässlich verrichtet, ohne dabei hervorzustechen. Als Bonus kann Unrein jedoch in Goal Line Situationen als Full Back aufgestellt werden.

Drittrundenpick Jonathan Bullard dürfte vor allem in den Viererfronts der Subpackages zum Einsatz kommen. Da die Bears diese Subpackages im Vorjahr bei 60 % der Defensive Snaps verwendeten, sollte Bullard auch genug Gelegenheit haben seine Explosivität gewinnbringend einzubringen.

Die weiteren Kandidaten für die Backuppositionen sind Will Sutton, Ego Fergusonund Cornelius Washington.

Die Position mit dem größten Qualitätszuwachs ist die des Inside Linebackers. Starter sind die beiden Neuverpflichtungen Danny Trevathan und Jerrell Freeman. Beide sind deutliche Upgrades gegenüber Shea McClellin und Christian Jones. Wie deutlich Trevathan und Freeman die Position verbessern, zeigt sich dabei vor allem an Jones. Jones startete im Vorjahr noch 13 Spiele als Inside Linebacker für die Bears, wurde jedoch in der Offseason zum Outside Linebacker umfunktioniert seinen Kaderplatz hat er selbst auf der geänderten Position nicht sicher. Backups sind Nick Kwiatkoski und John Timu. Sollte Kwiatkoski, der noch an einer Oberschenkelverletzung laboriert, nicht bis zum Saisonstart fit werden, dürfte der Platz an Jonathan Anderson gehen.

Bester Outside Linebacker der Bears ist Pernell McPhee. McPhee war bis zu seiner Verletzung in Woche 9 schlichtweg dominant und war von einem Gegenspieler allein quasi nicht zu blocken. Nach der folgenden Operation in der Offseason ist er zwar noch nicht wiederhergestellt, sollte bis Saisonbeginn aber wieder vollständig einsatzbereit sein und damit an die starke erste Saisonhälfte 2015 anknüpfen können.

Auf der gegenüberliegenden Seite von McPhee wird Willie Young wieder ausgiebig nach Sacks fischen. Nachdem er seine Verletzung aus der Preseason auskuriert hatte, brachte Young es noch auf anständige 6,5 Sacks. Lamarr Houston, der mit 8 Sacks die meisten für Bears verzeichnen konnte, wird der primäre Backup sein. First Rounder Leonard Floyd muss noch an Gewicht und Stärke zulegen, um in der NFL auch gegen den Run bestehen zu können.

Daher wird Floyd zunächst vorrangig in offensichtlichen Passsituationen zum Einsatz kommen. Dabei werden ihm dann seine Geschwindigkeit und Athletik helfen, sowohl als Pass Rusher als auch in Coverage eingesetzt werden zu können. Den letzten Kaderplatz machen Sam Acho und der bereits angesprochene Christian Jones unter sich aus. Acho gibt den Bears einen verlässlichen Tackler in den Special Teams, während Jones sowohl als Outside Linebacker als auch als Inside Linbacker auflaufen kann.

Von der verbesserten Front Seven wird vor allem die Rundefense profitieren. Mit 4,5 zugelassenen Yards pro Run gehörten die Bears zu den schlechtesten Teams der Liga. Der Kader bietet jedoch die passenden Spieler, um hier 2016 deutlich besser abzuschneiden.

Die Front Seven muss darüber hinaus aber auch bei den Passing Downs gehörig Druck auf den gegnerischen Quarterback machen, um die Secondary der Bears zu verstecken.

So gut die Front Seven nämlich besetzt ist, so problematisch wird es in der Secondary. Mit Kyle Fuller als zweitem Cornerback und Adrian Amos als Safety haben die Bears nur zwei der fünf (Nickelback mitgezählt) Starterpositionen adäquat besetzt.

Fuller, der nach anfänglichen Schwierigkeiten im Man Coverage orientierten Scheme von Vic Fangio sogar gebencht wurde, kam nach der Bye Week ins Rollen und erlaubte in den letzten sieben Wochen lediglich ein Passer Rating von 39,1.

Auf der anderen Seite wird oder besser gesagt muss Tracy Porter starten. Porter war noch nie ein konstanter Cornerback und hat das auch in der letzten Saison gezeigt. Sein großer Wert für die Bears besteht hauptsächlich darin, dass er ein fähiger und williger Mentor für die, zahlreichen, jungen Defensive Backs im Kader ist.

Den zweiten Safetyspot wird wohl Harold Jones-Quartey besetzen. Demontre Hurst, auch als Nickelback einsetzbar, und DeAndre Houston-Carson dürften die bevorzugten Backups sein. Viertrundenpick Deon Bush bietet Vic Fangio durch sein hartes Tackling und seine Fähigkeiten gegen den Run eine interessante Option für die von Fangio bevorzugten Big Nickel und Big Dime Formationen.

Starter auf der Nickelposition ist Bryce Callahan. Callahan zeigte im Vorjahr zwar gute Ansätze im Slot, blieb jedoch den Beweis schuldig, dass er ein fähiger Starter ist.

Weitere Cornerbacks sind der noch sehr rohe Deiondre Hall, Sherrick McManus undDeVante Bausby.

Nachdem Vic Fangio zugeben musste, dass er seine Schemes und sein Playcalling durch das mangelnde Talent in der Bearsdefense vereinfachen musste, kann er gerade in der Front Seven dieses Jahr aus dem Vollen schöpfen. Das Personal ist talentiert und vielseitig genug, um auch höchsten Ansprüchen zu genügen. Ganz anders sieht es dagegen in der Secondary aus. Hier gehören die Bears weder bei den Startern noch bei den Backups zum Ligadurchschnitt.

Insgesamt sollte die Defense dennoch besser dastehen als 2015, als man mit einem DVOA von 11,3 % nur die historisch schlechten New Orleans Saints hinter sich lassen konnte. Gegen den Run könnten die Bears sogar zu den besseren Teams in der Liga gehören.

Special Teams: Endlich wieder Wertschätzung

Die Special Teams, unter Phil Emery noch Tummelplatz für die Spieler im hinteren Teil des Depth Chart, erhielten durch das neue Front Office wieder die nötige Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die es braucht, um hier konkurrenzfähig zu sein. So konnte man sich in der Vorsaison bereits vom 26. Platz auf den 12. Platz in Rick Gosselins jährlichem Special Teams Ranking verbessern. Bei Football Outsiders reichte es mit einem DVOA von -1,2 % zwar nur zu Platz 21, das Weighted DVOA von 3,0 % (Platz 9) zeigt aber, dass die Bears am Saisonende deutlich besser abgeschnitten haben.

Mit Sam Acho und Sherrick McManus blieben die beiden Top Tackler des Vorjahres erhalten. Die im Draft gewählten Nick Kwiatkoski, Deiondre Hall, Deon Bush und DeAndre Houston-Carson gelten alle als fähige Special Teamer. Mit Aaron Brewer kam ein neuer Long Snapper, der durch verlässliche Snaps die Probleme der Bears auf dieser Position vergessen machen soll.

Hiervon besonders profitieren soll Kicker Robbie Gould, der im Vorjahr einige wichtige und teilweise spielentscheidende Field Goals verfehlte. Punter Pat ODonnell überzeugte mit 28 Punts, die innerhalb der 20 Yardlinie landeten; der Net Punt Average von 39,7 Yards war immerhin solide.

Deonte Thompson übernahm im Laufe der Saison die Kickreturns von Marc Mariani und überzeugte mit durchschnittlich 29,2 Yards nachhaltig. Mariani dagegen enttäuschte ebenfalls bei den Puntreturns mit durchschnittlich 6,6 Yards und unsicheren Händen. Mariani wird nur weiterhin die Punts zurücktragen, sollte sich kein anderer Spieler aus dem Kader empfehlen können. Kandidaten sind Bryce Callahan, Deonte Thompson, Eddie Royal und Daniel Braverman.

Die Bears sollten an die Saison 2015 anknüpfen können und sich weiter in den Special Teams Rankings nach oben arbeiten können.

Fazit

Das Roster der Bears ist insgesamt deutlich besser aufgestellt als im Vorjahr. Die O-Line ist solide und sollte ein vernünftiges Running Game ermöglichen. Jay Cutler kann auf ein exzellentes Receiving Corps zurückgreifen und hat die Möglichkeit an die starke Vorsaison anzuknüpfen. Insbesondere Alshon Jeffery und Kevin White können gegnerische Defensiven vor Probleme stellen. Allerdings muss Coordinator Dowell Loggains auch erst noch unter Beweis stellen, dass er in der Lage ist Woche für Woche eine konkurrenzfähige Offense aufs Feld zu bringen und erfolgreiche Gameplans zu erstellen.

In der Defense gehört die Front Seven zu den besten der NFL. Mit Pernell McPhee, Akiem Hicks, Eddie Goldman, Danny Trevathan und Jerell Freeman hat Vic Fangio das passende Spielermaterial um seiner Kreativität freien Lauf lassen zu können. Fangios Kreativität wird jedoch auch dringend nötig sein, um trotz der eigenen Secondary bestehen zu können – besonders dann, wenn Kyle Fuller länger ausfallen sollte.

Ein Problem, das sich durch den gesamten Kader zieht, ist die fehlende Tiefe. Bis auf Wide Receiver und Linebacker können die Bears auf keiner Position Ausfälle von Startern kompensieren. Gerade in der Secondary erinnern die Backups eher an Practice Squad Material. Werden die Bears schwer von Verletzungen gebeutelt, kann die Saison also sehr schnell gelaufen sein.

Players to watch:

Offense: Kevin White, Jeremy Langford, Alshon Jeffery

Defense: Kyle Fuller, Pernell McPhee, Eddie Goldman

Schedule und Ausblick:

Spox Bears  Spielplan

Der Schedule ist deutlich einfacher als im Vorjahr. Gerade der Auftakt gestaltet sich erheblich angenehmer. Die Bye Week liegt perfekt in der Mitte der Saison.

Die Divisonduelle werden wieder eng umkämpft sein, mit den Packers und Vikings trifft man gleich auf zwei Teams, die sich berechtigte Hoffnungen auf mindestens einen Playoffsieg machen können. Die AFC South und NFC East gehören zwar nicht gerade zu den stärksten Divisions, aber die einzelnen Teams sind nicht zu unterschätzen. Gerade die Colts, Cowboys und Giants sind grundsätzlich stärker einzuschätzen als es im Vorjahr den Anschein machte.

Der Kader wurde in der Offseason in der Spitze deutlich verbessert. Wie bei jungen Teams jedoch üblich fehlt es auf fast allen Positionen an der nötigen Tiefe. Im Coaching Staff wiegt der Abgang von Adam Gase schwer; ob man die Stelle des Offensive Coordinators passend nachbesetzen konnte, muss sich erst noch zeigen.

Wird man jedoch vom Verletzungspech verschont, stehen die Bears teils erheblich besser da als im Vorjahr. Daher sorgt der bessere Kader und der (vermeintlich) einfachere Schedule für eine Steigerung um zwei Siege. Mein Tipp: 8-8 und Platz 3 in der NFC North.

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