Offseason Analyse: Cornerback

Kyle Fuller

Seit vergangener Woche analysieren wir täglich die Positionsgruppen der Chicago Bears, um herauszufinden, auf welchen Positionen Handlungsbedarf besteht. Letzte Woche haben wir die die Offense begutachtet. Vorgestern starteten wir mit der Defensive Line. Gestern schauten wir auf die Linebacker, heute sind die Cornerbacks an der Reihe, morgen die Safetys und den Abschluss machen Freitag die Special Teams.

Vorab zwei Sätze, von denen ich vor der Saison niemals erwartet hätte, sie zu schreiben:

  • Die Bears hatten ohne Bryce Callahan Probleme den Slot-Bereich zu decken.
  • Tracy Porter spielte wie jemand, dessen Vertrag verlängert werden sollte.

Die Cornerbacks der Chicago Bears waren sehr wechselhaft. Ja, wechselhaft trifft es. Einmal wechselte man mehrmals die Starter, die Gruppenleistung wechselte von grauenvoll bis hin zur besten Positionsgruppe in manchen Spielen und somit logischerweise auch die Einzelleistungen der jeweiligen Spieler.

Wiedersehen macht Freude

Kyle Fuller verbuchte in der abgelaufenen Saison 2 Interceptions und 1.020 Defensive-Snaps. Er war zwar nicht der Spieler, dem wir im ersten Viertel seines Rookie-Jahres zusehen durften, doch nach schrecklich schwachem Start verbesserte er sich in der zweiten Saisonhälfte deutlich und seiner Entwicklungskurve kann man seit längerem endlich wieder ein Hoch attestieren.

Tracy Porter gehört zwar nicht zur Elite auf dieser Position, doch seine immerwährende Ballnähe kann sich sehen lassen. Das Gleiche lässt sich von seiner Manndeckung sagen, vor allem wenn Calvin Johnson seine Karriere beendet und dann nicht mehr sein Gegenspieler sein kann.

Bryce Callahan ist wohl DIE Überraschung. In der 8. Woche der Saison übernahm er die Position im Slot von McManis und überzeugte mit Skills und Robustheit. Der Undraftet Rookie brachte es zu 4 Tackles vor der Line of Scrimmage und 7 unterbrochenen Pässen in nur 9 Spielen.

…oder auch nicht.

Sherrick McManis ist ein Special-Teams-Ass, sollte jedoch nie wieder das Feld als Teil der Defense betreten dürfen.

Alan Ball wird als die erste Free Agency Untervertragnahme von Ryan Pace angesehen werden, die sich als Fehler herausstellte. Ironischerweise verlor er seinen Startplatz nach seinem einzigen soliden Auftritt. Ball wird also in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot der Bears tragen.

 

Die Chicago Bears suchen auf der Cornerback Position, genauso wie auf allen anderen Defense Positionen auch, nach mindestens einer Verstärkung. Bei der Suche nach dieser Verstärkung können 3 Regeln aufgestellt werden:

  • Die erste Runde des Drafts sollte Tabu sein. Marcus Peters war eine Ausnahme zur Bestätigung der Regel. Die Quote der gescheiterten First-Round Cornerbacks ist alarmierend. Die Umstellung von College auf NFL ist um einiges schwieriger, als auf anderen Positionen, zumal die Regeln kaum noch etwas zulassen.
  • Steckt das große Geld in andere Positionen. Die Stärke des Trainerduos Fangio und Donatelli liegt in der hinteren Hälfte der Defense. Wenn die Bears also Geld ausgeben wollen, dann in die andere Hälfte.
  • Angriff in den späteren Runden. Fangio und Donatelli haben in der Vergangenheit immer wieder gute Spieler aus Late-Round-Prospects schleifen können. So auch in der vergangenen Saison bei den Bears. Sollte das noch einmal gelingen, wird das neue Regime einen fliegenden Start erleben.
janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.