VorBEARicht: Cardinals vs Bears

Der 2. Spieltag der NFL steht auf dem Plan und die Chicago Bears spielen erneut daheim im Soldier Field. Nach der Niederlage gegen die Packers, trifft unser Team in dieser Woche auf die Arizona Cardinals. Die Cardinals gewannen ihr erstes Spiel gegen die New Orleans Saints mit 31-19, was den Bears genug Videomaterial geben sollte, um sich angemessen vorzubereiten.

Die Woche über wurde immer wieder über Bruce Arians berichtet, wie er selbst fast in Chicago gelandet wäre. Nur kurz, ich konnte damals nicht verstehen und werde es auch nie, wie Marc Trestman den Vorzug erhalten konnte. Nun denn, Marc Trestman ist schon wieder weg und die Bears haben inzwischen ein Trainerteam, das, wie gegen Green Bay gesehen, nicht mehr so leicht ausgecoacht werden kann.

Die Arizona Cardinals sind ein starkes Team aus der NFC West, um den ersten Sieg zu erlangen, müssen sich die Chicago Bears einen vernünftigen Match-Plan austüfteln. Dieser sollte wie folgt aussehen:

Match-Plan:

Offense:

An der Line of Scrimmage wartet ein Haufen Arbeit auf die O-Line der Bears. Die Defense der Arizona Cardinals wird sehr häufig verschiedene Blitz-Varianten zurückgreifen, bei denen sie 5 oder 6 Spieler losschicken, um Druck zu erzeugen. Druck, der den gegnerischen Quarterback zu einem frühen Pass zwingen soll, der so gar nicht geplant war und zu einem Fehler führt. Die Bears sollten sich also schon im Vorfeld Spielzüge mit schnellem Release überlegen. Wenn man diese noch mit dem Play-Action-Spiel der letzten Woche kombiniert, ist es möglich, die vielen Blitze zu entschärfen.

Darüber hinaus besitzen die Cardinals mit Patrick Peterson einen der besten Cornerbacks der NFL. Er sorgt dafür, dass die rechte Seite des Feldes dicht ist. Tyrann Mathieu, der im Slot ähnlich starke Partien abliefert, sorgt dafür, dass die linke Seite, mit Jerraud Powers besetzt, ein wenig abfällt. Adam Gase wäre schlau, wenn er die linke Seite isoliert, indem er mehrere Receiver auf rechts stellt und somit für einen Receiver auf links 1 vs 1 Situationen erzeugt.

Das soll nicht heißen, die linke Außenbahn wäre eine einfach zu bespielen, sie ist lediglich die einfachere. Die wohl erfolgsversprechendste Option sollte wohl die Mitte des Feldes darstellen. Die Linebacker sind, wie bei den meisten Teams der NFL, nicht der stärkste Part der Defense, wenn es um die Deckung geht. Das führt uns zu dem Fazit (beide Punkte kombiniert), dass die wohl beste Erfolgschance durch ein Attackieren der Mitte mit schnellen Pässen besteht, in Form von Slants, Crossings und Underneath Routes!

Defense:

An der Line of Scrimmage wartet auf die Bears Defense eine Offensive Line der Cardinals, die den Schwachpunkt der Offense darstellt (kommt einem als Fan der Bears bekannt vor). Jared Veldheer (Left Tackle) ist der einzig nennenswerte Spieler der O-Line, vor allem die innere Besetzung lässt zu wünschen übrig. Das Hauptaugenmerk sollte also auf einen konstanten Rush durch die Mitte liegen. Carson Palmer ist zudem kein besonders mobiler Quarterback, der seine Stärken definitiv innerhalb des Pockets besitzt, ein starker Rush direkt vor seinen Augen, beispielsweise durch Blitze ins A-Gap/in die A-Lücke, sollte ihn nach Außen zwingen und sein Spiel limitieren.

Die Cardinals bevorzugen Passspielzüge ebenfalls durch die Mitte, ihr bester Receiver Larry Fitzgerald, sowie die Tight Ends Jermaine Gresham und Darren Fells, halten sich vor allem dort auf. Die Bears sind also vor die Aufgabe gestellt, konstant Druck durch die Mitte zu erzeugen, diese aber gleichzeitig gut zuzustellen. Es ist Vic Fangios Kreativität gefragt, dieses Problem zu lösen. Ein Ansatz wäre, einen oder beide Outside Linebacker ins A-Gap starten zu lassen, anstelle der Inside Linebacker. Eine weitere Idee wäre, Pernell McPhee direkt im Pre-Snap dort aufzustellen. Diese Möglichkeiten würden Druck erzeugen, jedoch ohne einen Spieler in der Mitte zu opfern, der nun weiterhin seine Zone sichern kann.

 

 

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.