Die Situation um #6

 


Im Monday Night Game gegen die New Orleans Saints machte Jay Cutler vorerst seine letzten Züge, ein Jeder konnte erkennen, wie der Quarterback das Spielsystem ignorierte, das er zu leiten beauftragt war. Es waren mindestens zehn Situationen, in denen er einen tiefen Pass ins jenseits spielte, anstatt einen freien Mann anzuspielen. Die Gründe liegen an den Geschehnissen einer Woche zuvor, als Offensive Coordinator Aaron Kromer im Locker Room vor der Mannschaft in Tränen ausbrach und ihnen mitteilte, dass er hinter den Veröffentlichungen von Interna bezüglich des Quarterbacks steckt.

Jay Cutler hat im Monday Night Game aufgegeben, nachdem Head Coach Marc Trestman entschied, seinen Mann zur Seite zu stehen, anstatt ihm zu zeigen, wo das Loch in der Wand gelassen wurde. Cutlers Reaktion darauf war so laut, dass Trestman ihn gegen die Lions auf die Bank beorderte. Man kann also sagen, Trestman feuerte seinen Quarterback.

Warum tat Marc Trestman das?

Dazu schauen wir zuerst darauf, warum er es NICHT tat. Er tat es nicht, weil die Aufstellung von Jimmy Clausen gegen eine der besten Defenses der NFL den Bears neue Informationen einbrachte, er tat dies nicht, um die Gesundheit von Jay Cutler für die nächste Saison oder einen möglichen Trade zu sichern und er tat es nicht, um die leblose Offense zu erwecken. Der Zug war bereits abgefahren.

Marc Trestman verleitete es zu dieser Entscheidung, um die Probleme und Fehler der Bears und dessen Offensivabteilung im Jahre 2014 auf die Schultern des Quarterbacks abzuladen. Ein weiterer Schachzug mit dem der Head Coach bewies, keine Führungsqualitäten zu besitzen.

Es darzustellen, als beruhe diese Entscheidung auf nicht erbrachte Leistung ist eine Farce, bei der sich jede Person, die sich damit beschäftigt, fragen muss, für wie eingeschränkt der Coach sie hält. Denn summa summarum, wie viele (Nicht-)Kick-Returner wurden auf die Bank degradiert? Wie viele Spieler der Defense erlitten dieses Schicksal, nachdem sie nach einer grotesken Saison 2013 alles in der Saison 2014 wiederholten? Warum werden Jermon Bushrod und Roberto Garza trotz schlechter Leistung folgend auf schlechte Leistung immer wieder auf das Feld geschickt?

Warum es letztendlich auf Jay Cutler hinauslief ist einfach. Die Position des Quarterbacks ist die einzige, von der Trestman Ahnung hat und sie dementsprechend richten kann, ohne groß hinterfragt zu werden. Es hätte wohl Brandon Marshall oder Shea McClellin getroffen, wenn er der Wide Receiver- oder Linebacker-Whisperer sein würde.

Zudem ist die Nummer 6 der Bears ein leichtes Opfer, da er sowieso für alles und jeden zum Schuldigen erklärt wird (#BlameCutler). Er macht zu viele Fehler in seinen Entscheidungen, er hat Probleme im wichtigsten Bereich für einen Quarterback, den Interceptions (Hallo, Brett Favre), und zudem ist sein Verhalten nicht das eines Leaders oder eines Siegertypen. Alles wöchtenlich zu lesen. Die Degradierung ist also ein gefundenes Fressen für alle Journalisten und Social Networks.

Nun beruft er ihn, nach Clausens Verletzung, zurück auf das Feld.

Die Worte habe ich in Laufe der Saison schon des öfteren benutzt und es geschah kein Handeln der Bears Offiziellen: Trestman muss schnell die Kontrolle über das Team entzogen werden. Er ist ausschließlich an seine eigenen Belänge interessiert. Er muss gewinnen und Eindruck erwecken, um einen Job bei einem anderen Team zu bekommen, dafür nimmt er sogar in Kauf einen Mann zu bringen, der mit ihm seinem OC abgeschlossen hat. Das ist jedoch nicht das Interesse der Chicago Bears Organisation. Das Letzte was die Bears wollen, ist, dass sich Jay Cutler in einem bedeutungslosen Spiel gegen die Vikings verletzt. Die jetzt noch hohe Nachfrage sinkt bei einer Verletzung, wenn die Organistion sich für einen Trade des Quarterbacks entscheidet. Genauso sieht es aus, wenn man sich entscheidet Cutler zu halten, denn es beeinträchtigt nicht nur den gewollten Quarterback, sondern sinkt das Interesse möglicher Kandidaten für die Head Coach Position, was die Besetzung dieser nochmal kostspieliger machen wird.

janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.

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