Lauft, Bears! Lauft!

Jedes Team der NFL gibt vor, in Zukunft mehr Runs ins Spiel einzubauen, es ist Standard-Football Logik und daher sehr einfach, zu sagen, die Chicago Bears müssen mehr Runs versuchen, doch ist es eine Option, in der sie in dieser Saison besonders erfolgreich sind (wenn sie es denn nutzen) und den Weg für den Erfolg der restlichen Offense öffnen würde. Eine einfache Lösung für ein komplexes Problem.
Der Artikel ist keine Aufforderung den Ball öfter in Forte’s Hände zu geben, da das etwas ist, was sie womöglich schon zu oft tun, sondern die eigene Offense in eine Position zu bringen, um Erfolg zu haben, denn ohne das Run-Game, limitieren sie sich in ihren eigenen Möglichkeiten.

 
Die Bears belegen momentan nur den 28. Platz in Run-Versuchen und diese Statistik täuscht sogar noch, wenn man bedenkt das sie gegen die Packers ganze 41 mal mit dem Ball liefen. Das war sogleich das einzige Mal mit mehr als 29 Runs im Spiel (3x waren sie sogar schon unter 20 Versuche). Dazu kommt, dass Jay Cutler mehr Versuche aufweist (24), als der in der 4. Runde gedraftete Kadeem Carey, obwohl dieser sich bisher gut machte (besonders im Spiel gegen die Packers).
 
In der aktuellen Saison sahen wir schon viele Fehler der Offense, zu oft schon gab man den Ball durch Interceptions ab, insbesondere durch fehlerhafte Kommunikation untereinander. Jay Cutler und seine Receiver lesen das Spiel in diesen Fällen unterschiedlich, was weniger der Fall wäre, wenn man es häufiger Runs probiert. Unser Quarterback hat ein Passer-Rating von 98.8 bei seinen ersten 30 Pässen im Spiel diese Saison, danach fällt dieser Wert auf 67.8 ( laut STATS, Inc.). Außerdem verbuchen die Bears 6.5 Yards pro Run nach ihrem 16. Versuch im Spiel. Kombiniert man beide Statistiken, sieht man, umso öfter sie laufen, desto besser würden sie am Ende abschneiden. Es ist hier nicht die Rede von einem Wert von 50:50, jedoch ist der momentane Wert von 36% zu gering. Die Chicago Bears sind überdies mit 4.6 Yards pro Versuch 13. der NFL bei „erreichte Rushing-Yards“ bei First Downs und sind trotzdem nur 28. Bei Run-Versuchen bei First Downs, während Jay Cutler im Passer-Rating bei First Downs nur 20. der NFL ist (alles laut STATS, Inc.). Diese Werte kombiniert, zeigen ganz deutlich, dass bei frühen Downs ein Run der bedeutend bessere Spielzug für die Bears wäre.
 
Es geht weiter mit den Zahlen… Die Bears stehen ebenfalls mit ihren Versuchen für „4 oder mehr Yards“ auf dem 4. Rang, da ihre Quote in diesem Bereich bei 48,3% liegt und sind im Gegensatz zur letzten Saison auch gut darin, restliche kurze Yards zu überbrücken. Wenn sie diese Stärke mal nutzen würden, wäre das Spiel für die restliche Offense leichter, so z.B. im Spiel gegen die Atlanta Falcons (29 Run Versuche). Jay Cutler hatte in diesem Spiel ein Passer-Rating von 110.3 bei Play-Action-Pässe und durchschnittlich 8,7 erreichte Yards pro gelungenem Versuch (laut Pro Football Focus), über die gesamte Saison hinweg, nutze Trestmans Offense diese Spielzüge jedoch nur 52 mal, trotz dieser Erfolgsquote.
 
Die Bears haben vor der Saison entschieden, dass Jay Cutler ihr Quarterback für die Zukunft ist, sie wählten damit einen Quarterback aus, der dazu fähig ist, den Ball sehr weit zu werfen und diese Option gerne nutzt, erlaubt wurde es ihm bisher jedoch nur bei 9,5% seiner gesamten Versuche der Saison (laut PFF). Das liegt daran, dass die gegnerischen Safeties im Spiel gegen die Bears sehr oft tief stehen, wenn man demnächst öfter mit dem Ball läuft, würden sich die Safeties näher zur Line of Scrimmage postieren und Cutler wäre in der Lage mehr weite Bälle einzustreuen.
 
Als Anhang zu „Lauft, Bears! Lauft!“ soll vermerkt werden, dass die Bears bei einer Umsetzung ihre erfolgreichste Formation auf das Feld schicken würde. In der Theorie nämlich, sind die Bears bei Runs am erfolgreichsten, wenn Eben Britton als zweiter Tight End spielt und so als eigentlich zusätzlicher Lineman fungiert. Der stattdessen häufig eingesetzte dritte Wide-Receiver jeodch, ist die personifizierte Schwäche der Chicago Bears in dieser Saison, so steht Jay Cutlers Passer-Rating, laut PFF, bei nur 86.9, wenn ein dritter Wide-Receiver aufgestellt wird. Bei lediglich zwei Wide-Receivern steigt sein Wert auf ganze 138.2, dem Besten der NFL, und er verbucht knapp 4 Yards pro Versuch mehr. 
janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.

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