Bears brauchen neue Coaches (Teil 1)

Die Chicago Bears stehen momentan 3-4 in der NFL Saison 2014. Vor der Saison waren, mich eingeschlossen, noch alle euphorisch, dass die Bears dieses Jahr in die Playoffs ziehen. Nach dem 7. Spieltag der Saison kann man die Hoffnungen ad acta legen. Niederlagen aufgrund schlechter Spiele der Spieler könnten während der Saison noch behoben werden, wenn die Niederlagen jedoch allesamt auf Fehlern der Coaches zurückzuführen sind, ist die Saison schon zu diesem Zeitpunkt vorbei.
Einfach mal kurz und schmerzlos: Die Bears sind in ALLEN 3 Bereichen des Spiels schlecht!

 
Zu Beginn der Saison, dachten alle, die Offense wäre eine der besten der NFL und würde dem Team die Siege sichern, doch das ist nicht der Fall. Die Offense ist der Inbegriff von inkonstant. Wenn ein Team Inkonstanz aufweist, ist das die Sache des Coachs, die Mannschaft auf den richtigen Weg zu bringen. Genau da ist der Haken bei Marc Trestman, wie soll ein Trainer, der sowieso einen netten verständnisvollen Coaching-Stil ausübt, die Spieler auf Kurs bringen, wenn er selbst zu Inkonstanz neigt?
Zu diesem Zeitpunkt muss man festhalten, dass die NFL für Trestman (als Headcoach) eine Nummer zu groß ist. Seine Fehler im Zeitmanagement sind unübersehbar, er nimmt Timeouts, zu Zeitpunkten, die keins benötigen und andersherum verpasst er diese Gelegenheiten. Ein weiterer Punkt wären die verpassten Challenges, die dem Team helfen würden und zu guter Letzt, die Fehler bei den Play-Calls. Trestman gilt als ein Offense-Genie, doch sollte ein Genie nicht einen Weg finden, Spieler wie Brandon Marshall und Alshon Jeffery so in Szene zu setzen, dass sie ihre Klasse vollends ausspielen können? Sollte ein Genie nicht letztendlich auch eine Rolle für Devin Hester innerhalb der Offense finden? Marc Trestman ist ein guter (Offense-)Coach für Mannschaft mit geringem  Talent in diesem Bereich, er pflegt einen konservativen Spielstil mit seinem Grundsatz „save the ball“, welcher diesen schlechten Teams zu Punkten verhilft (McCown Phänomen), doch gleichzeitig erstickt der Spielstil Spieler mit Talent, dass die Offense der Bears en masse besitzt.
 
Der Defense-Coordinator war ebenfalls eine Wahl von Trestman und Mel Tucker ist eine noch viel größere Fehlbesetzung. Man kann, wie nach der letzten Saison, mit fehlendem Talent in der Defense der Bears und den vielen Verletzungen argumentieren, was zutreffend ist, doch fügte man während der Offseason auf einigen Positionen genügend Talent hinzu, um sich in allen Bereichen leicht verbessert zu zeigen (Anmerkung: es erwartet niemand keine klasse Defense, die Erwartung liegt bei solide).
Ich möchte an diesem Punkt mal an die Saison 2009 unter Lovie Smith erinnern, zwei der Starting-Linebacker fehlten 14 Spiele lang (darunter Urlacher), ein schon fertiger Tommie Harris, Al Afalava spielte als Safety 13 Spiele lang, Bowman war der zweite Cornerback und Josh Bullocks, sowie Kevin Payne durften mehrmals von Beginn an spielen. Am Ende der Saison rangierte man auf Platz 21 in „Punkte erlaubt“, derzeit belegt die Bears Defense Platz 22. Es wird wohl niemand behaupten, dass die Defense von 2009 mit annähernd so viel talent bestückt war, wie die jetzige.
Mel Tuckers ist seit 6 Jahren Defense Coordinator, in diesen 6 Jahren sind seine Teams 5x unter den Top10 bei „die meisten Yards erlaubt“ (nur einmal unter den besten 10), 4x unter den Top10 bei „die meisten Punkte erlaubt“ (nie unter den besten 10) und 4x unter den Top10 bei „die meisten Rushing-Yards erlaubt“ (einmal unter den besten 10). Die Bears haben also Probleme, die eine Defense unter Tucker immer hat, etwas das er in 6 Jahren nicht in den Griff bekommen hat und es wohl auch nicht mehr wird.
 
Der letzte im Bunde ist Special Teams Coordinator Joe D. Camillis, eine Verpflichtung von Phil Emery. Zum Schutz von Joe D. muss man sagen, dass er auf sehr unerfahrene Leute zurückgreifen muss und ihm mit Devin Hester, Blake Constanzo und Craig Steltz besonders gute Special Team – Spieler vor der Saison genommen wurden. Allerdings muss man ihm attestieren, dass er seine Gruppe nicht unter Kontrolle hat. Da wären schon jetzt mehrere Penaltys für das Special Teams (2 davon allein gegen Carolina) und Teddy Williams attackiert den Punt-Returner, bevor dieser den Ball fängt, im Anschluss erfolgt auch noch ein 79-Yard Punt-Return-TD. Robbie Gould verpasst ein Field Goal aus 39 Yards, und der Durchschnitt bei Kickoff-Returns liegt bei 22,4 Yards, sowie 5,7 bei Punt-Returns. Fakten, mit denen kein Speacial-Teams Coordinator seinen Job behalten darf.
Jeder darf seine eigene Meinung über unsere Coaches haben, doch wer sich immer noch für einen Verbleib von Trestman ausspricht, der ja grundsätzlich sympathisch ist (von daher auch verständlich, wenn man ihn noch nicht aufgeben will), sollte sich vielleicht nochmal den Twitter-Post von Ex-Bear Blake Constanzo nach dem Spiel gegen die Dolphins durchlesen: „ Trestmen has made the bears soft. I took pride in wearing that jersey. Ditka,Urlacher,Briggs. Unreal man. No respect“  
janikbears
Gründer von Beardown Germany (2014). Eigentlich Fußballer, Trainer und hat auch dort eine Vorliebe für Taktik. Im Jahr 2010 auf die NFL gestoßen, wobei von Anfang an klar war, dass nur ein Team für ihn in Frage kommt.

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