Brauchen die Chicago Bears Lance Briggs überhaupt noch?

Die Defense der Chicago Bears konnte seit langer Zeit mal wieder glänzen und ihrem alten Ruf gerecht werden. Von der letzten Saison an, bis zu diesem Wochenende, war sie dem Wort „Defense“ kaum gerecht geworden. Nachdem bekannt wurde, dass Briggs, McClellin, D.J. Williams und Bostic alle samt ausfallen, rechnete jeder damit, dass die starke Offense der Atlanta Falcons sie vom Platz fegen würde. Doch alles kam anders, die Defense zeigte ihre bisher beste Leistung seit der Übernahme von Trestman/Tucker und konnte so zum ersten Mal unter dessen Leitung am alten Ruhm anknüpfen.
 
Nun stellt sich eher die Frage: Brauchen die Chicago Bears Lance Briggs überhaupt noch?   

 
Ehrlich gesagt, ein „Nein“ käme wohl noch zu früh. Ein Trade für ein paar Extra-Picks im Draft wäre wohl das wirtschaftlich Beste was die Chicago Bears machen könnten zu diesem Zeitpunkt. Das werden sie allerdings nicht und letztendlich sollten sie es auch nicht tun, denn Lance Briggs ist eine Persönlichkeit in der Kabine, eine von den Mitspielern geschätzte Führungsperson und Identifikationsfigur für die Fans. Jedoch können die Verantwortlichen und Fans nun etwas mehr aufatmen, wenn es um die nächste Saison und der damit verbundenen Nachfolge von Briggs geht.
 
 Denn machen wir uns nichts vor, der Vertrag von Lance Briggs endet nach dieser Saison und er wird die Bears verlassen. Es gibt keine Anzeichen auf eine Verlängerung des Kontrakts, denn weder Briggs, noch die Bears scheinen einen Verbleib zu wollen. Er hängt an seiner vergangenen Zeit und an seine ehemaligen Mitstreiter, während der Rest der Organisation einen Neubeginn unter der Kombination Emery und Trestman startet. Auch auf dem Platz ist Lance nicht mehr der, der er mal war, es fehlt an Schnelligkeit (was in seinem Alter keine Schande ist), er wirkt in Zone-Coverage (Raumdeckung) des öfteren verloren und eine Option für Blitz-Spielzüge ist er ebenfalls nicht. Ich will ihn natürlich nicht schlechter machen als er ist, Briggs ist immer noch stark gegen den Run, stopft Löcher und seine einfache Präsenz öffnet Räume für seine Mitspieler. Doch Greene konnte gegen Atlanta schon allein wegen seiner höheren Schnelligkeit einen fehlenden Briggs vergessen machen.
 
Nach dem Ausfall von Lance Briggs im letzten Jahr war die Luft raus aus der Defense, ab dem Zeitpunkt, stand sie komplett neben sich. Die jungen Linebacker Jonathan Bostic und Khaseem Greene wirkten verloren, die Gegner hatten einfaches Spiel. Dieses Jahr war es anders, neben der starken D-Line konnten die verbliebenen Jungs aus der ersatzgeschwächten Linebacker-Gruppe überzeugen. Ebenso, wie die Leistung von Shea McClellin und Jon Bostic in den Wochen zuvor. Die beiden zeigten sich auf einem guten Niveau und haben immer noch viel Zeit vor sich, um ihre fähigkeiten weiterhin zu verbessern. Mit McClellin als Strongside-Linebacker gesetzt, könnte Bostic die, bereits im Kader stehende, Briggs Nachfolge auf der Weakside sein.
 
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass ich das Spiel gegen Atlanta auch nicht überbewerten möchte, dennoch gibt es deutliche Anzeichen, besser auf einen Briggs Abgang vorbereitet zu sein, als auf einen von Urlacher und Hester, deren Ausscheiden große Lücken hinterließen. Große Spieler kommen und gehen, große Organisationen schaffen es deren Lücken zu schließen, die Chicago Bears scheinen mit dem neuen Linebacker-Coach Reggie Herring ihren Weg gefunden zu haben, indem sie es schaffen, junge Spieler weiterzuentwickeln.  
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